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Maxen / Schloss: SCHUMANNIADE

14.07.2014 | Konzert/Liederabende

Maxen / Schloss:
„SCHUMANNIADE“
13.7.2014

Nach der Schumanniade Kreischa/Reinhardtsgrimma (27.-29.6.2014) veranstaltete der Kunst- und Kulturverein „Robert Schumann“ Kreischa, dessen Ehrenvoritzender Peter Schreier ist, jetzt ein weiteres Konzert im Schloss Maxen, dem ersten „Anlaufpunkt“, wo Robert Schumann mit seiner Familie im Revolutionsjahr 1849 Zuflucht und Ruhe suchte.

Jörg Faßmann, Violine und Jörg Hassenrück, Violoncello (beide Sächsische Staatskapelle Dresden) sowie Masumi Sakagami, Klavier (Hochschule für Musik Dresden) spielten zwei „Trios für Klavier, Violine und Violoncello d-Moll“, das eine von  Felix Mendelssohn-Bartholdy, das andere von Robert Schumann, bei denen sich jeweils nur die Satzbezeichnungen der vier Sätze unterscheiden. Allein darin könnte schon die enge Verbundenheit der beiden eng befreundeten Komponisten zum Ausdruck kommen. In der Interpretation der drei Musizierenden unterschieden sich die beiden Trios auch sonst kaum. Man meinte sogar einige stilistische Elemente des einen in dem Trio des anderen Verfassers wieder zu finden.

Alle drei Ausführenden musizierten sehr versiert und gut untereinander abgestimmt. Die Pianistin spielte bewundernswert treffsicher im raschen Tempo und mit ungeheurer Fingerfertigkeit. Es gab keinen flüchtigen oder gar falschen Ton trotz Schnelligkeit. Obwohl die drei Musiker sehr gut aufeinander eingespielt waren, wirkte doch der Klavierpart selbst auf dem kleinen, aber geöffneten Flügel, sehr dominant gegenüber den beiden, dem Raum besser entsprechenden Streichinstrumenten. In dieser Art hätten die drei Musiker die Semperoper füllen können. Für den nicht allzu großen Festsaal des Schlosses war es eine Idee zu viel des Guten. Es ist der Zug der Zeit, dass Pianisten immer mit der gleichen Anschlagstärke – ungeachtet des Raumes – auftreten.

 Es gibt nur wenige (auch jüngere) Pianisten, die das richtige Gespür für jeden Raum haben. Selbst die berühmtesten Pianisten, die sich feiern ließen (bzw. lassen) spiel(t)en Kammermusik immer bei geschlossenem Flügel, auch wenn der geöffnete optisch besser wirkt. Gerade in einer solchen Atmosphäre wie dem historischen Schloss Maxen, wo man noch die Spuren von Robert Schumann zu spüren glaubt, möchte man sich, angeregt durch die Musik, in die entsprechende Zeit – hier die Romantik – zurückversetzen.

 Wenn man schon die Gelegenheit hat, auf Schumanns originalen Spuren eine seiner Kompositionen und die seines Freundes und Zeitgenossen Mendelssohn zu hören und bedenkt, dass in der Zeit der Romantik Gefühle und Sensibilität eine große Rolle spielten, möchte man für die Zeit eines Konzertes auch in diese Welt eintauchen.

 Obwohl technisch alles perfekt war, vermisste man doch ein wenig das Einfühlungsvermögen in die Kompositionen und die Zeit ihrer Entstehung, denen jedes Werk trotz seiner Allgemeingültigkeit nicht unwesentlich verhaftet ist. Trotzdem hat es vielen Besuchern auch in dieser Interpretation gefallen. Die Zeiten ändern sich und die Idealvorstellungen von Musik offenbar auch.

 Ingrid Gerk

 

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