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MARTINA FRANCA/ Festival della valle d’Itria; IL SCHIAVO DI SUA MOGLIE, Dramma per musica in un prologo e tre atti/3 Akte von F.A. Paolella

29.07.2026 | Oper international

IL SCHIAVO DI SUA MOGLIE, Dramma per musica in un prologo e tre atti/3 Akte von F.A.Paolella (Überarbeitung des Manuskripts von A.Florio), Musica di Francesco Provenzale, 27.7.2026

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(C) Cincia Coppolecchia

Das ist eine sehr frühe neapolitanische Opera buffa,die im Palazzo Reale von Neapel 1672 uraufgeführt wurde. Da sie insgesamt eher kleinformatig anmutet, wurde sie nicht im Hauptopern- Spielort des Festivals, Palazzo ducale, aufgeführt, sondern im Chiostro di San Domenico am Rande der Altstadt von Martina Franca.

Bei ‚Der Sklave seiner Ehefrau‘ handelt es sich um eine Episode aus dem Krieg von Herakles, im Rahmen seiner von den Göttern aufgegebenen Arbeiten, und Theseus  gegen die Amazonen in der heutigen  Norddtürkei. Am Hofe der Amazonenkönigin Hippolyta in Themiskyra werden drei griechische Krieger gefangen gehalten, Timanthes, Theseus und Herakles. Dieser verliebt sich in Melanippa, die Schwester der Königin, Menalippa in Theseus, und Theseus in Hippolyta. Timanthes entpuppt sich bald als Leukippos, Melanippas Ehemann,der für tot gehalten wurde. Um seine Frau im Auge zu behalten, verkleidet er sich als türkischer Sklave, was zu allerhand Verwicklungen führt, sehr zur Belustigung der komischen Figuren Melinto, Lucillo und Sciarra. Melanippe erwacht plötzlich und erkennt ihren nun nackten Mann, glaubt geträumt zu haben und flieht. Timanthes glaubt, sterben zu müssen, hofft aber auf eine neue erwiderte Liebe. Theseus und Hippolyta tun es ihm nach einigen Missverständnissen gleich, und Herkules zieht sich zurück, um Trost bei seinen Schafen zu suchen.

Leider ist die musikalische Umsetzung dieser eigentlich alle Zutaten für eine witzige Buffooper enthält, im ganzen enttäuschend. Provenzale könnte man vielleicht als Vorläufer der sich erst im frühen 18.Jahrhundert mit Pergolesi als einer der Hauptvertreter entwickelten Opera buffa bezeichnen. Die Musik wirkt, wenn auch handwerklich  mit Arien und Rezitativen gut gedacht, aber es fehlt die Inspiration, woraus musikalische Funken entstehen. Es plätschert zwei Stunden so dahin. Man fragt, ob es der Mühe wert war, auch in einem Festival, das auf unbekannte Opernmusik der frühen Opernjahrhunderte spezialisiert ist, so ein Werk auf die Bühne zu bringen, auch wenn es einigen jungen  Sängerinnen und Sängern der Belcanto- Akademie Rodolfo Celletti die Möglichkeit gibt, sich in einigen Arien zu präsentieren. Provenzale verbleibt meiner Ansicht nach, wie der Name schon suggerieren könnte, eher ein neapoletanischer Provinzkomponist und lohnt nicht die Ausgrabung.

In dem relativ kleinen Klosterraum kommt  keine Stimmung auf,da die Bühne auch sehr beengt erscheint. Rita Consentini/Regie und Bühne versucht mit mässigem Erfolg das Stück zum Laufen zu bringen. Carla Galleri steuert die annehmbar z.T.köstlichen Kostüme bei.

Das etwa 10-Leute-Orchestra Cappella Neapolitana macht einen guten Job unter der etwas akademisch anmutenden Leitung von Antonio Florio.

Gesanglich sind die Darstellerinnen auf einem guten Niveau: Francesca Palitti, Ippolita, Lilliana Zolotoukhina,Menalippa, Francesca Lo Verso, Lucillo, Chiara Scannapieco, Atreste, Angelo Testori,Teseo, Michele Galbiati,Timante. Valerio Ilardo, Sciarra, Candida Guida, Melinta und Mauro Pedrero, Ercole.

Friedeon Rosen

 

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