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Maria José SIRI – eine vielseitige Sopranistin mit großer Ausstrahlung

05.01.2016 | Sänger

Im Gespräch: Maria José Siri

 Eine vielseitige Sopranistin mit großer Ausstrahlung.


Maria José Siri. Foto: Website Siri

Die am Heiligen Abend geborene Sängerin aus Montevideo in Uruguay studierte in ihrer Heimatstadt. Später dann bei Ileana Cotrubas und anderen Stars. In Europa fühlt sie sich sehr wohl und lebt heute mit ihrer Tochter und dem bezaubernden Hund Victor in Verona. Sie liebt auf der Bühne die große alte Tradition und hatte, wie sie erfreut feststellte, immer wieder das Glück, in Produktionen des von ihr so verehrten Franco Zeffirelli auftreten zu können.

An der Wiener Staatsoper war sie zum dritten Male in Serie zu hören, nach Tosca und Maddalena (Andrea Chénier) konnten wir sie nun wieder als Tosca bewundern. Diesmal sprang sie für die verletzte Martina Serafin ein und fand mit Michael Volle und Roberto Alagna wunderbare Kollegen.

In der Ära der vergangenen Direktion sang sie vor, hat dann aber außer Versprechen nichts mehr gehört. Ihren ersten Auftritt in Österreich hatte sie als Violetta im Steinbruch von St. Margarethen. Dann war sie bei den Bregenzer Festspielen auf der Seebühne wieder Aida und Maddalena in „Andrea Chénier“ mit Hector Sandoval. Beides Gastspiele mit Wetterrisiko, aber sie liebt diese Open air -Veranstaltungen sehr.

Auch die Aida ist eine Rolle, die ihr immer wieder angeboten wird und die sie mit viel Freude annimmt. Die erste Aida in Europa war in Stuttgart mit Hector Sandoval, dann kam die Partie in Palermo 2008 in einer Inszenierung von Franco Zeffirelli und ein Jahr später an der Scala Milano. Diese Rolle führte sie auch an die Arena di Verona und wieder war Altmeister Zeffirelli der Regisseur, ebenso auf der Japan­-Tournee unter Barenboim und in Tel Aviv.

Die New Yorker Met hat zwar wiederholt Interesse an der Künstlerin gezeigt, aber noch hat sich nichts wirklich Konkretes ergeben. Es bleibt also noch Zeit zum Träumen: eine Aufführung unter James Levine singen zu dürfen.

Ihre Repertoireliste weist auch russische Oper auf, aber lieber will sie in Sprachen singen, die sie versteht. Es gibt ja schließlich genug Sängerinnen, die aus diesen Regionen kommen. Es ist genug Platz für alle! In Russland hat sie schon gesungen, und zwar die Rachel in „La Juive“ an der Seite von Neil Shicoff. Er war für die junge Künstlerin eine große Erfahrung.

Immer wieder taucht auch Mozart in ihrem Terminkalender auf. Sozusagen zu Hause in Verona war sie in diesem Sommer Donna Elvira, natürlich in einer Zeffirelli-Inszenierung und mit Carlos Alvarez in der Titelrolle.

Einige wichtige Debüts stehen kurz bevor. Schon im Jänner die Odabella („Attila“) in Bologna, im Sommer in Macerata die Norma und schließlich die Scala-Eröffnung mit „Madama Butterfly“ unter dem Musikchef Riccardo Chailly. Die Künstlerin begeistert ja immer mit ihrer Präsenz. Und vieles steht in nächster Zeit noch an; Andrea Chénier und Manon Lescaut in der Deutschen Oper Berlin und ihr Hausdebüt an der Pariser Oper in Don Carlos.

Die Vielseitigkeit von Maria José Siri zeigt sich beim veristischen Puccini ebenso wie beim   frühen und auch späten Verdi. Die französische „Carlos“-Fassung beherrscht sie ebenso wie die italienische. In Bilbao sang sie die französische Urfassung mit sensationellem Erfolg.

Die Gewinnerin zahlreicher Preise, die dann sehr rasch 10 verschiedene „Aida“-Inszenierungen erlebte und sich immer über ein schönes Kostüm freuen durfte, hat noch viele schöne Aufgaben in Vorbereitung. Öfter in Wien singen zu dürfen, ist eines ihrer Ziele…

Elena Habermann

 

 

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