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MARBURG/Drau: DAS RHEINGOLD – Vorabend der Ring Tetralogie. Premiere

28.01.2017 | Oper

Marburg an der Drau „Rheingold – Vorabend der Ring Tetralogie“

Premiere 27.01.2017

Erstmals wurde am Freitag der Vorabend der Ringtetralogie im kleinen Opernhaus an der Drau aufgeführt.  Dementsprechend wurde dieser Premiere mit Spannung entgegengeblickt.

Als Gast aus Österreich, speziell nach Grazer Regiekunststücken. ist man dankbar, hier eine unkomplizierte und dem Handlungsablauf verdeutlichende und sehr gut widerspiegelnde Regie von Igor Pison zu erleben. Es konnten sich bewährte Hauskräfte mit jungen Gästen profilieren.

Als Fricka zeigte  Guadalupe Barrientos, dass sich Ihre Stimme in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt hat. Sie bot eine mehr als ansprechende Leistung. Der Wotan ist mit dem venezulanischen Bassbariton Ernesto Morillo besetzt, Besitzer einer an sich sehr voluminösen und kräftigen Stimme, leider mit kleineren technischen Unschärfen.

Die Nibelungen waren mit Jure Pockaj als Alberich und Dusan Topolovec – Mime vorzüglich besetzt. Gleiches gilt für Tobias Peschanel. Der Münchner lieferte als Fasolt eine beeindruckende Leistung. Er verfügt über eine versierte Gesangstechnik und kräftige Stimme. Der zweite junge deutsche Bass, Thomas Stimmel, war als Fafner sicherlich mehr als rollendeckend besetzt. Gleiches gilt für die weiteren Rollen Froh Bogdan Stopar, Freia Sabina Cvilak, Donner Frederik Baldus und insbesondere Erda Zlatomira Nikolova.

Als absolute Pluspunkte muss man die Rheintöchter nennen mit den Damen Krt, Cuden und Juras und als Loge den bewährten Haustenor Martin Susnik. Er überraschte mit kräftiger und technisch gut geführter Stimme. Nicht umsonst galt ihm bei den Sängern der stärkste Applaus des Premierenpublikums.

Die Überraschung des Abends war aber aus meiner Sicht das Dirigat und das Orchester. Der künstlerische Leiter des Hauses, Simon Krecic. hatte eine profunde Widergabe des Wagnerwerkes mit dem Orchester einstudiert. Eine sehr klar strukturierte und auch nie den Spannungsbogen verlierende Orchesterleitung schaffte es, bis zum Finale zu fesseln. Es bleibt zu hoffen, dass sich in der kommenden Saison die Leitung des Hauses nochmals zu diesem Kraftakt entschließt und das Rheingold wieder auf den Spielplan genommen wird… es ist sehens- und hörenswert!

Rudolf Smolej