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MARBURG/ Maribor: LAKMÉ von Leo Delibes wird in Marburg/Dr. zum Ereignis.

09.02.2026 | Oper international

Lakmé von Leo Delibes wird in Marburg/Dr. zum Ereignis. (8.2.2026)

Tickets for LAKMÉ   , 08.02.2026 on the 17:00 at Dvorana Ondine Otta Klasinc

Das Publikum wird mit der Neuinszenierung in die französische Romantik entführt. Dieses 1883 uraufgeführte Werk ist zu Unrecht selten auf den Spielplänen deutschsprachiger Opernhäuser zu finden. Umso erfreulicher ist es, dieses Werk in einer gelungenen, poetischen Regie und mit großartigen sängerischen Leistungen auf der Bühne zu erleben.

Die Geschichte von der Priestertochter Lakmé, die sich in den englischen Soldaten Gerald verliebt und um ihn zu retten, den Freitod sucht, erinnert natürlich an Norma. 

Pier Francesco Maestrinis Regiearbeit ist traditionell. Er führt uns nach Indien – inklusive der Kostüme und  Bühnenbild samt Dschungel, Palast und Boot. Das Bühnenbild stammt von Nicolas Boni, Kostüme von Stefania Scaraggi. Wie so oft gelingen dabei hinreißende Bilder. Die Personenregie folgt harmonisch der Handlung und rundet den Gesamteindruck ab. Es ist bedauerlich, dass von diesem mittlerweile 60-jährigen Vielarbeiter keine Interpretationen in Österreich zu finden sind. Er schafft eine kurzweilige und charmante Inszenierung, die durch eine Lichtregie und Lichtspiele in einer märchenhaften Kulisse verstärkt wird. Seit seinem „Andrea Chénier“, „Tosca“ oder seiner überwältigenden „Butterfly“ in Marburg zählt er zu den Größen der Opernszene. In der heutigen, pervertierten, woken Opernwelt ist es natürlich ein Manko, überzeugende und werkgetreue Inszenierungen abzuliefern.

In Delibes Musik findet sich eine sanfte französische Gesangs- und Klangwelt als Gegenentwurf zu Wagners Klangwogen. Die 1993 in Wien geborene Moja Lavrencic entfaltet diese am Pult des Orchesters. Mit klarer Schlagtechnik animiert sie die Musiker zu einer profunden und sängerfreundlichen Wiedergabe. Das Motiv des zentralen Duetts von Lakmé ist allgemein bekannt, sodass hohe Erwartungen geweckt werden. Nina Domiko erfüllt diese mit ihrer höhensicheren und technisch versiert geführten Sopranstimme geradezu mühelos. Als Vater Nilakantha überzeugt Andrea Tabili (mit Peter Gojkosek abwechselnd), mit einer dunklen, raumfüllenden Stimme. Martin Susnik begeistert mit einem kraftvollen, sicheren Tenor, der selbst in den Höhen Legatobögen spannen kann, und agiert auch spielerisch sympathisch. Irena Petkovas Dienerin Malika fügt sich harmonisch in die berühmte Duettszene mit Lakmé ein und kann durch ihre Klangfarbe die lyrische Szene farblich ergänzen.

Die Nebenrollen sind adäquat besetzt und perfekt einstudiert. Wie gewohnt ist der Chor ein Pluspunkt der Aufführung in Marburg. Es ist bemerkenswert, wie dieses Werk realisiert wurde, und der begeisterte Publikumszuspruch zeigt von der großen Akzeptanz des Abends….

Rudolf Smolej

 

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