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MANNHEIM/ Rosengarten: LIEDERABEND NIKOLA DISKIC

12.10.2018 | Konzert/Liederabende

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Nikola Diskic. Foto: Nationaltheater Mannheim

Mannheim / Rosengarten: „NIKOLA DISKIC“

Liederabend – 10.10.2018

Der Richard-Wagner-Verband-Kurpfalz hatte zum Liederabend im Stamitz-Saal des Rosengartens den Bariton des NTM Nikola Diskic geladen. Der vielseitige rührige junge Sänger folgte dem Ruf und präsentierte ein teils neues Liedprogramm. Es ist immer wieder lobenswert mit welchem Fleiß und Enthusiasmus sich Sänger der jüngeren Generation der Liedkunst widmen und wiederum neuen Aufgaben dieses Genres stellen. Im kurzen Vor-Laudatio der Vorsitzenden des RWV Frau Monika Kulczinski kam dieses Bemühen auch anerkennend zum Ausdruck.

Mit drei Preziosen aus der Feder von Franz Schubert eröffnete Nikola Diskic seine vielfältige Liedfolge: Der Wanderer offenbarte bereits den Nuancenreichtum seines modulationsreichen kernigen Baritons. Wenngleich der Vortrag auch bar der Komponente leicht überhastet klang folgten prägnant in feinen Abstufungen Sehnsucht sowie An Schwager Kronos.

Aus dem „Liederkreis op. 39“ von Robert Schumann wählte der famose Erzähler In der Fremde, offenbarte sensibel die grundlegenden Leiderfahrungen eines Menschen. Bestens nuanciert erklang die Mär der Lorelei im Waldesgespräch, mystischen Zauber schenkte der darstellende Virtuose der Mondnacht. Vortrefflich kombinierte Diskic Textgestaltung und Tongebungen zur dramatischen Erzählung Balsazar.

Heroisch, patriotisch, lebensnah, forsch kamen Die beiden Grenadiere (Richard Wagner) zu den Anklängen der „Marseillaise“ daher.

Stilistisch einfühlsam, in nachhaltiger Musikalität und pianistisch feinsinnigem Spiel, ohne überproportionierte Dynamik begleitete Alexander Fleischer seinen Vokalpartner auf exemplarische Weise.

Drei von Hugo Wolf vertonte Gedichte von Edward Mörike brachte Nikola Diskic zu Gehör, verband seinen schönstimmigen Bariton in weitgespannten Bögen mit variablen Färbungen zu den teils vertrackten Melodien der drei Lieder Die Geister am Mummelsee – Denk´es, o Seele – Der Tambour mit ironisch-delikaten Untermalungen der Textpassagen: Wenn meine Mutter, nur hexen könnt´ versehen, quasi als Übergang zu Carl Loewe´s Balladen. Völlig im Einklang von Artikulation und melodischen Klangfarben, präsentierte der Sänger zu vortrefflicher Darstellung Herr Oluf, die hochromantische Erzählung Tom der Reimer in köstlicher Manier mit Schalk im Nacken, sowie die gewaltig-opulente Saga Odins Meeresritt in bildhaften Abstufungen und theatralischem Pathos versehen.

Als Krönung des interessanten Programms interpretierte Nikola Diskic den Erlkönig (Franz Schubert) herrlich schaurig schön. Edda Moser die großartige Interpretin von einst und heute Gesangs-Pädagogin hätte den auswendig ohne Blatt singenden Künstler mit Sicherheit entzückt-respektabel in die Arme geschlossen.

Die große Begeisterung der Wagner-Gemeinde bedankte Nikola Diskic auf ganz besondere Weise, der traumhaften Interpretation von Wolframs Lied an den Abendstern aus „Tannhäuser“.

So nebenbei vor dem zweiten Liederteil wurde der internationale Heldentenor Wolfgang Neumann, langjähriges Ensemble-Mitglied des NTM von der Vorsitzenden Monika Kulczinski zum Ehren-Mitglied des RWV-Kurpfalz gekürt.

Gerhard Hoffmann

 

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