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MANNHEIM/Nationaltheater: SALOME. Wiederaufnahme

25.11.2019 | Oper

Mannheim: SALOME    24.11. 2019  Wiederaufnahme

R.Strauss‘ Oper Salome wird am Nationaltheater in einer Inszenierung aus Jänner 2006 (ML: Frederic Chaslin, Regie: Gabriele Rech, B+K.: Sandra Meurer) wieder aufgenommen.

Die moderne überzeugende Inszenierung (szenische Leitung der WA: Claudia Plaßwich) wird musikalisch betreut von Alexander Soddy, und er kann dem Orchester für die ingeniös aufgefächerte Instrumentierung Strauss‘ eine breite Farbpalette entlocken. Es wird in den rhapsodischen Teilen weitgehend sehr schwungvoll musiziert, und die abrupten querständigen Einbrüche werden immer sehr pointiert placiert.

Den Cappadocier-Baß hat Peter Maruhn übernommen. Zwei Soldaten, ebenfalls Bässe, stellen Dominic Barberi und Chi Kyung Kim. Den 1.Nazarener singt Sung Ha mit schönem weichem und rundem Baß, den 2. Veliko Totev entsprechend tenoral. Die ersten 4 Juden-Tenöre sind Christopher Diffey, Raphael Wittmer (beide im Ensemble für ihre Qualitäten bekannt), Kristofer Lundin im Rollendebut und Juraj Holly. Der 5.Jude ist bassal Marcel Brunner. Sie stellen zusammen ein sehr klangkräftiges, voll inspiriertes, virtuoses sauber austariertes Quintett dar, indem sie auch von der Personenregie  nicht vernachlässigt werden. Die kurzen aber präzis gesanglichen Einwürfe des Pagen gestaltet Mezzosopran Shahar Lavi äußerst distinguiert. Narraboth ist Joshua Whitener und tritt nach seinem Liebes-Selbstmord in einer Traumsequenz Salomes während des Schleiertanzes nochmals als ihr Liebhaber auf. Den Jochanaan gibt Jorge Lagunes heldenbaritonal und kann sich somit gegen das massierte tiefe Blech einwandfrei behaupten. Herodes ist in seinem 20jährigen Bühnenjubiläum am NT Uwe Eikötter,  er gibt einen fast abgehobenen, fein stilisierten Tetrarchen mit Charaktertenor und wird danach auf der Bühne gefeiert. Die Herodias gibt sehr markant und mit dramatisch angehauchtem Mezzo Marie-Belle Sandis. 

Eine tolle Salome singt und spielt Anna Gabler als Einspringerin. Mit einschmeichelndem Timbre zieht sie große jungdramatische Gesangsbögen  auf und mausert sich zu einem virtuos abgeklärten hohen Strauss-Sopran.                                                   
 Friedeon Rosén

 

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