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MANNHEIM: DIE ZAUBERFLÖTE

06.12.2014 | Oper

Mannheim:  DIE ZAUBERFLÖTE  5.12.2014

 Die Zauberflöte wird derzeit am Nationaltheater in einer Inszenierung von Joachim Schlömer von 2011 gespielt. Mittlerweile kommt sie auf 41 Vorstellungen, was in unserer kurzlebigen Theaterzeit schon eine relativ hohe Zahl darstellt, auch beiner Oper, die ‚massentauglich‘ erscheint. Andererseits sagt das auch etwas über die Qualität der Inszenierung aus, die auch in der besuchten Vorstellung festgestellt werden konnte. Schlömer hat ja als ursprünglicher Balettchoreograf und -regisseur sich auch seine Meriten als Opernregisseur verdient. Das Opernensemble des Nationaltheaters hat sich auch seit 2012 stark verändert, und das schlug sich natürlich auch in der Besetzung dieser  Zauberflöte nieder, die nahezu ausverkauft war und von beifallsfreudigem teils sehr jungem Publikum besucht war.

 Die musikalische Leitung hatte Christian Crans inne, der mit seiner forschen Gangart nicht immer auf Gegenliebe bei den SängerInnen stieß. Dadurch ergaben sich besonders im 2.Akt einige Tempoverschiebungen. Auch die dreifachen Symbol-Akkorde könnte man sich homogener gespielt vorstellen. Ansonsten spielte das Orchester einen frischen Mozart und besonders die (Zauber)flöten konnten sich profilieren. An Virtuosität mangelte es jedenfalls in der gefühlten Mozart-Stadt nicht. Die 3 Knaben wurden durch drei weitere stumme Knaben ergänzt, die herumflitzten wie kleiner Wolferl mit Perücke, wie auch die Protagonisten alle in Barockhabitus agierten. Die beiden Geharnischten sangen mit kraftvollen Stimmen Michael Baba und Sung Ha. Den Monostatos gab als einziger mit nicht so lauter aber gefälliger Tenorstimme Raphael Wittmer, schwarz angemalt in grünem Fantasiekostüm. Papageno (Nikola Diskic sehr witzig, manchmal fast überdreht mit angenehm durchdringendem Bariton) und Papagena (Anne-Lotte Böcker mit hübschem lockeren Sopran) durften sich beim finalen Duett von ihrem Vogelkostüm respektive barockem Reifrock befreien, um sich bürgerlich modern zu vermählen. Die 3 (Sänger)knaben Julian Lörch, Jonathan Schochardt und Theodor Wagner verfügten über schöne Stimmen, ließen aber im Zusammenklang Wünsche offen. Regielich schienen sie im Zusammenspiel mit Pamina leicht überfordert. Bei den 3 Dammen ergab sich eher die Schwierigkeit, wenn 3 Hauptsolisten in kleineren Rollen und im Terzett zusammen singen. Es ging im Verlauf aber immer besser, und Ludmila Slepneva, Marie-Belle Sandis und Evelyn Krahe agierten auch in den grünbunten Kostümen und mit schönen Einzelstimmen immer homogener. Eunju Kwon ist der Pamina  stimmlich fast schon entwachsen, sie konnet die Rolle aber sonst leidenschaftlich ausfüllen. Eine gute Leistung erbrachte die sternflammmende Königin Estelle Kruge rmit flüssigen Koloraturen und gut sitzenden Spitzentönen und weichem Timbre. In den Nebenrollen Sprecher und Prister kamen Bariton Bartosz Urbanowic und Tenor Markus Graßmann zum Einsatz. John In Eichen sang den Sarastro mit markanter Baßstimme, aber zu nasalem Timbre. Tamino war David Lee mit schönklingend gut ansprechendem Tenor und trotz kleiner Statur mit aufblühend strahlenden Höhen.                     

  Friedeon Rosén

 

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