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MANNHEIM: RUSSISCHES RECITAL

19.02.2016 | Konzert/Liederabende

Mannheim: Russisches Recital  17.2.2015

 Wieder in der Montagehalle des Nationaltheaters fand anläßl. der Prokofiev-Premiere Der Spieler ein Recital mit russischen Komponisten statt. Es traten die Ensemblemitglieder Maria Markina /Sop. und Bartosz Urbanowicz/Baßb. auf. Die Klavierbegleitung hatte Robin Philips inne, die Moderation übernahm Dorothea Krimm.

 Einen noch relativ bekannten Auftakt machten die drei Gesänge „Am Don blüht ein Garten“, Hebräisches Lied und „Gopak“ von Modest Mussorgski. Mit ‚Vier Zeitungsannoncen‘ von Alexander W.Mossolow wagte sich Maria Markina in fast moderne Gefilde vor mit diesen ironisch sarkastisch wirkenden Gebrauchstexten im Stil des frühen Schostakowitsch. Von diesem gab es dann auch echte Satiren ‚Bilder der Vergangenheit‘, die das bürgerliche Leben Ende des 19.Jahrhunderts karrikieren.Mit der Gesangskunst ihres umfangreichen Sopran spürt Maria Markina diesen Gedichten von Sasha Cherny nach.

 Auch nach der Pause konnte sie mit einem relativ unbekannten russischen- und Sowjetkomponisten Nikolai A.Roslawetz aufwarten, der aber an der Sowjetdiktatur sehr zu leiden hatte. Von ihm kamen die Lieder ‚Abendliche Felder‘ (Balmont), ‚Ich habe dich nicht gerufen‘ (Blok) und ‚Abend‘ (Gumiljow) zu Gehör. Sie sind tonal gehalten, was Roslawetz auch zum Vorwurf geamacht wurde, spüren aber in leicht verklärter romantischer Färbung den poetischen Vorlagen intensiv nach. Maria Markina kann wieder allen Schattierungen und Verästelungen mit ihrer goldhellen Stimme nachspüren.

 Zum Abschluß präsentiert Bartosz Urbanowicz den Kurzzyklus „Lieder und  Tänze des Todes“ von Modest Mussorgski. Mit seinem frei strömenden durchschlagenden Organ zeichnet er die Charakteristiken dieser mächtigen Kriegs- und Todesgesänge eindrucksvoll nach. – Pauschal sei  noch Robin Philips für seine exzellente kongeniale Klavierbegleitung gelobt.                              

Friedeon Rosén

 

 

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