Ein historischer Tag für Mainz
Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

–Der Bäserkreis Sankt Stephan mit Organist Daniel Beckmann in-hellem Gewand im Mainzer Dom am 6. September 2026.Foto: Andrea Matzker

Das Mainzer Staatstheater mit Terrasse und Glashaus. Foto: Andrea Matzker
Am 14. Februar 1926 wurden die Mainzer Hofsänger gegründet. Inzwischen gehören Sie zu einem der bekanntesten und renommiertesten Männerchöre Deutschlands, nicht zuletzt durch ihre Auftritte im berühmten Mainzer Karneval, der regelmäßig als Sendung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ aus dem Mainzer Schloss im Zweiten Deutschen Fernsehen übertragen wird.

100jähriges Jubiläum der Mainzer Hofsänger am 26.9.2026 im Staatstheater Mainz. Foto: Andrea Matzker
100 Jahre Jubiläum wurden am 6. September 2026 mit einem weltlichen Showkonzert, begleitet von einer Liveband, unter dem Motto „It’s Showtime“ mit bekannten Melodien und Evergreens wie Halleluja, Memory oder Oh Happy Day im komplett ausverkauften großen Haus des Staatstheaters Mainz gefeiert. Die vielseitig und äußerst unterhaltsam gestaltete Veranstaltung war besonders reizvoll, da man den ganzen Abend über durch das gesamte herrliche Theater, begleitet von köstlichen Getränken und Häppchen, wandeln durfte. Bei königlichem Wetter hielten sich die Gäste auf der Dachterrasse und im Glaspavillon des Theaters mit Aussicht auf die ganze Stadt auf. Das Glashaus kann man sonst nicht ohne Weiteres besuchen, da es in den Spielbetrieb mit eingebaut wurde. Überall zugegen: Der einzigartige Mainzer Dom, zum Anfassen nahe, und unten vor dem Theater auf dem Gutenbergplatz dessen Namensgeber auf seinem Sockel, direkt auf dem 50. Breitengrad. Auch Sankt Stephan ist in Sichtweite. Diese Kirche ist spätestens durch ihre Chagall-Fenster und die große Klais-Orgel deutschlandweit und international berühmt geworden.

Blick auf den Mainzer Dom von der Dachterrasse des Staatstheaters. Foto: Andrea Matzker
Der Mainzer Dom verfügt über die große Hauptorgel von Rieger im Ostchor und über die Marienorgel von Goll in der Marienkapelle. Eine dritte Orgel befindet sich in Planung und wird voraussichtlich im Jahr 2028 im Westchor eingeweiht werden. Der Organist im Domchor hat drei feste Spieltische und einen Zentralspieltisch mit sechs Manualen auf der Orgelempore am Hauptaltar. Dort fand auch am Morgen desselben 6. Septembers 2026 ein Hochamt von historischer Bedeutung statt. Domorganist Professor Daniel Beckmann begleitete die heilige Messe und gab zwischendurch Beispiele seines unvergleichlichen Könnens. Unter anderem ertönte eine Fuge von Marcel Dupré, die die Zuhörer im Dom ehrfürchtig zuhören ließ und am Ende zu donnerndem Beifall animierte. Erstmalig seit seinem 58-jährigem Bestehen trat der Bläserkreis der Pfarrei Sankt Stephan aus Mainz bei dieser Gelegenheit im Mainzer Dom auf. Der Bläserkreis besteht aus über 50 Blechbläsern aus drei Generationen, spielt normalerweise in Sankt Stephan und wird geleitet von Martin Bäßler. Zu seinem Repertoire gehören Kompositionen aller Zeitepochen vom Mittelalter über Johann Sebastian Bach bis zur zeitgenössischen Musik und natürlich auch berühmte Jazz-Titel. Dieses mächtige Ensemble alternierend zur gewaltigen Orgel im Dom zu hören, war ein ganz besonderes Ereignis. Für die Musiker selbst was das Konzert ein Highlight ihrer Karriere, auf das sie sehr stolz sind. Und für sämtliche Zuhörer wird dieses Hochamt unvergessen bleiben. Einzigartig und sehr zu empfehlen ist der Mainzer Orgelzyklus mit einer großen Anzahl wunderbarer Konzerte mit fantastischen Künstlern.

Landesmuseum Mainz Souvenir aus der ewigen Stadt. Foto: Andrea Matzker

Landesmuseum Mainz: Das Kolosseum von Giovanni Battista Piranesi aus dem Jahr 1757. Foto: Andrea Matzker

Landesmuseum Mainz Corso auf dem Monte Pincio von Max Liebermann aus dem Jahr 1903. Foto: Andrea Matzker

Landesmuseum Mainz die Engelsburg von Joseph Anton Settegast ca. 1840. Foto-Andrea-Matzker
Alle guten Dinge sind drei: Es gibt so viele großartige Veranstaltungen in Mainz, aber eine Ausstellung wollten die Autoren in keinem Fall verpassen, zumal sie am 13. September 2026 geschlossen wurde. Die Sommerausstellung 2026 der Graphischen Sammlung des Landesmuseums Mainz zeigte eine Sammlung von ungefähr 30 hauseigenen Zeichnungen, Aquarellen, Stichen und Erinnerungsstücken zum zauberhaften Thema „Rom! Die ewige Stadt auf Papier“ und brachte so den Zauber Italiens nach Mainz. Seit dem späten 15. Jahrhundert zog es Generationen von Kunstschaffenden nach Italien. Bis heute übt die Stadt Rom mit ihrer unvergleichlichen Verbindung aus Kunst und Kultur der Antike, der Renaissance und des Barock, seinem mediterranen Klima und der facettenreichen Natur eine ungebrochene Anziehungskraft aus. Die Kabinettausstellung folgt Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland, den Niederlanden und Frankreich der letzten 400 Jahre in die Stadt am Tiber, zeigt aber auch den Blick italienischer Meister, wie zum Beispiel Giovanni Battista Piranesi, auf die Metropole. Sie alle prägten das Bild der Stadt als Sehnsuchtsort. Wer die Ausstellung verpasst haben sollte, muss nicht betrübt sein, da das Landesmuseum mit seiner Dauerausstellung genügend weitere Kunstschätze zu bieten hat. Dazu gehört eine römische Ausstellung mit Schwerpunkt Mosaik, die ausgezeichnet erklärt, wie diese hohe Kunst ausgeübt wurde. Auch gibt es neben einer ausgezeichneten Glas-Kollektion eine hochinteressante Exposition über Slevogt und Liebermann und deren Beziehung zueinander.

Landesmuseum Mainz Orpheus spielt Chitara vor wilden Tieren auf einem roemischen Fussbodenmosaik aus Mainz. Foto: Andrea Matzker

Das Landesmuseum Mainz „an der Großen Bleiche“. Foto: Andrea Matzker

–Gutenberg der sicherlich bekannteste Mainzer aller Zeiten auf dem Gutenbergplatz, Foto: Andrea Matzker

