ARABELLA in Madrid Teatro Real am 9.2.2023- Hofmannsthal blieb auf der Strecke

Jaqueline Wagner, Sarah Defrise, Josef Wagner. Foto: Javier del Real
Dr. Klaus Billand hat ueber diese inszenierung schon berichtet, Christoph Loy zeigt ein Wien, das es 1860 hoffentlich nicht so gegeben hat…
Meine Verwunderung war groß, dass man den geistreichen Text eines Hofmannsthal in dieser Vorstellung zum allergrößten Teil nicht verstehen konnte. Woran das wohl gelegen haben mag?
Das Orchester unter David Afkam spielte groß und „dick“ auf. Die Tempi schienen mir aber korrekt…da wird dann halt auf der Bühne auch „dick“ gesungen. Jaqueline Wagner hat eine für ichard Strauss zu substanzlose untere Oktav, es klingt dünn…denn in der oberen Oktav hat sie viel Schönes anzubieten. Die Zdenka von Sarah Defrise hat fast die dunklere stimme, beide singen höchst textunverständlich. Sophie von Otter hatte lokal gute Kritiken, für mich schleuderte auch sie viel Unverständliches ins Haus. Matthew Newlin als Matteo bot eine gute leistung in einer schweren Rolle, er hat eine tolle Höhe, klingt aber in der Mittellage eher eindimensional. Josef Wagner kenne ich seit seinen Anfängen in der Volksoper, als Mandryka bot er die mit Abstand beste Leistung des Abends. Seine Stimme ist gut fokusiert, er singt voluminös mit dunklem Timbre, und das ohne Druck. Er besitzt eine gute Diktion und empfiehlt sich für Partien wie Jochanaan, Barak, usw. Auf seinen „Holländer“ in der Volksoper kann man gespannt sein. Martin Winkler war ein skuriller Waldner, der dem Publikum gefiel.
Ob nicht vielleicht der Bühnenaufbau an der vielseitigen Textunverständlichkeit beteiligt war?….. Ein glatter, weisser, trichterförmiger Bühnenaufbau projizierte unter Umständen zuviel von den gesungenen Vokalen und zu wenig von den Konsonanten ins Publikum…“Regenschirmeffekt“? Leider musste ich an den Valentin im „Verschwender“ denken, der von der „Chinesischen Arie“ bei der Soiree bei seinem gnädigen Herrn erzählt…………..
alcindo

