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LUZERN/ Theater: DIE ZAUBERFLÖTE. Danke Luzern! Danke für eine Zauberflöte, die Märchenoper und bunt sein darf! Premiere

01.12.2025 | Oper international

Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte • Luzerner Theater • Premiere: 30.11.2025

Danke Luzern!

Danke Luzern! Danke für eine Zauberflöte, die Märchenoper und bunt sein darf!

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Foto © Ingo Hoehn

Das von Comics inspirierte Bühnenbild des Zeichners und Illustrators Henning Wagenbreth begeistert Jung und Alt mit seiner enormen Farbigkeit. Menas Köferli (Bühne) hat Wagenbreths Illustrationen, für die er sich «von den sehr farbigen Schrift- und Bildzeichen der altägyptischen Kunst [hat] inspirieren lassen und die Farben bis an die Grenzen intensiviert» hat, ins Dreidimensionale übersetzt und nutzt dazu die Techniken des barocken Theaters. Tamino ist in der Inszenierung von Christine Cyris ein junger Mensch, der «im Traum in eine skurrile, bunte Welt geworfen wird und dort mit seinen tiefsten Wünschen und Sehnsüchten in Kontakt kommt». Cyris setzt ihr Konzept mit guter Personenführung (die übermässige Präsenz der drei Knaben müsste nicht sein) konsequent um; das Märchen steht im Vordergrund, die freimaurerischen Symbole bleiben für einmal im Hintergrund. Die Kostüme von Anna Kusmenko harmonieren tadellos mit den Illustrationen und dem Regiekonzept. Ulrich Eh setzt das ganze ins richtige Licht.

Das Luzerner Sinfonieorchester unter musikalische Leitung von Jonathan Bloxham spielt erfrischend klangschön auf. In Anlehnung an den Belcanto gewährt Bloxham in den Wiederholungen den Solisten die Möglichkeit von Verzierungen, die diese gerne und gut nutzen. Der Opernchor Luzerner Theater (Einstudierung: Manuel Bethe) überzeugt mit harmonischem Wohlklang und grosser Spielfreude.

Rollendebütant Luca Bernard gibt den Tamino mit erfrischend unaufdringlicher Noblesse und hervorragender Textverständlichkeit. Sein agiler Tenor ist perfekt fokussiert und kann so wunderbarfrei strömen. Henriette Schein begeistert als Pamina mit überragender Bühnenpräsenz und beeindruckender Natürlichkeit. Mit ihrem wunderbar farbenreichen, in allen Lagen perfekt ansprechenden Sopran gestaltet sie die Prinzessin ganz so, wie man sie sich vorstellt. Tania Lorenzo Castro gelingt das Debut als Königin der Nacht. Die Höhen erreicht sie sauber, aber mit hörbar Vorsicht und Anstrengung. So stehen die Emotionen und die Sinnlichkeit noch etwas im Hintergrund, was sich mit zunehmender Rollenerfahrung aber ändern dürfte. Äneas Humm überzeugt als Papageno rundum und nutzt mit seinem frischen, agilen Bariton alle Chance, die ihm seine Rolle bietet. Elvira Margarian gibt eine tadellose Papagena. Robert Maszl zeichnet den Monostatos mit klangschönem Tenor und guter Bühnenpräsenz ungewohnt sympathisch. Mit Rueben Mbonambi ist die Rolle des Sarastro mit einem ungewohnt leichtem, unprätentiosen Bass besetzt. Stimmlich ist er nicht der souverän lenkende Weise, «wie man ihn kennt»: zu dieser Inszenierung passt das bestens. Eyrún Unnarsdóttir, Solenn‘ Lavanant Linke und Marcela Rahal sind drei prächtige, resolute Damen. Michael Temporal Darell als Sprecher, Piero Regis als Erster Priester und Erster Geharnischter und Christian Tschelebiew als Zweiter Priester und Zweiter Geharnischter sowie Thies Ganz, Louis Grichting, Tobias Müller (Boys Choir Lucerne; Einstudierung: Regula Schneider, Andreas Wiedmer) als Drei Knaben ergänzen das Ensemble.

Eine rundum beglückende Zauberflöte: Danke Luzern!

Weitere Aufführungen:
Fr. 05.12.2025, 19.30; Mo. 08.12.2025, 17.00; Mi. 10.12.2025, 19.30; Do. 18.12.2025, 19.30;
So. 21.12.2025, 15.00; Fr. 26.12.2025, 20.00; So 04.01.2026, 17.00; Fr 09.01.2026, 19.30;
So 11.01.2026, 15.00; So 18.01.2026, 15.00; Sa 24.01.2026, 19.30; So 08.02.2026, 17.00;
So 01.03.2026, 17.00; So 29.03.2026, 17.00; So 12.04.2026, 19.00; Do 14.05.2026, 19.00;
Mo 25.05.2026, 17.00.

01.12.2025, Jan Krobot/Zürich

 

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