«Da geh ich zu Maxim!» – Operettenrevue • Luzerner Theater • Derniere: 22.03.2026 nachmittags
(5. Vorstellung • Premiere am 31.12.2025)
«Alles in der Operette dient nur dem einen Zweck, dem Zuschauer eine ungetrübte Freude zu bereiten»
Mit der Operettenrevue «Da geh ich zu Maxim!» bietet das Luzerner Theater perfekte Unterhaltung. Franz Lehárs Zielsetzung «Alles in der Operette dient nur dem einen Zweck, dem Zuschauer eine ungetrübte Freude zu bereiten» wird vorbehaltlos erfüllt.

Foto © Ingo Hoehn
Das Luzerner Sinfonieorchester unter der musikalischen Leitung von Jonathan Bloxham beginnt die Revue mit einer klaren, präzisen Wiedergabe der Ouverture zu Johann Strauss (Sohn) «Die Fledermaus». Solenn’ Lavanant Linke trägt mit gut fokussierter Stimme, aber leicht scharfen Höhen «Ich lade gern mir Gäste ein» (Strauss: «Die Fledermaus») vor. In «Mein Herr Marquis» (Strauss: «Die Fledermaus») überzeugt Elvira Margarian mit guten Höhen. Ein erster Höhepunkt ist der «Weiberchor» «Ja, das Studium der Frauen ist schwer» aus «Die lustige Witwe» von Franz Lehár mit Luca Bernard, Robert Maszl, Piero Regis, Michael Temporal Darell und dem Opernchor. Michael Temporal Darell überzeugt in «Da geh ich zu Maxim» (Franz Lehár: «Die lustige Witwe») mit vorbildlicher Textverständlichkeit und herrlich kernigem Bariton. Eine Stimme, die sich perfekt für die Operette eignet. Den Konzertwalzer «Frühlingsstimmen» von Johann Strauss spielt das Luzerner Sinfonieorchester mit idealem Schmiss und knackigem Sound. Ganz im Stil der Fernsehübertragung des Neujahrskonzerts tanzen dazu (und später noch mehrfach) Sophie Genowefa Beer, Jaël Lara Bienz, Leonie Nisha Chenaux, Camille Klassen, Anja Kuzmanovska, Sophie Loreti und Alina Zabatino von der Musical Factory Luzern. Ein weiterer Höhepunkt ist das «Zwei Märchenaugen» aus Emmerich Kálmáns «Die Zirkusprinzessin»: Robert Maszl lässt einen idealen Operettentenor mit der genau richtigen Dosis an Gefühl und Schmelz erklingen. In «Mein Lippen, sie küssen so heiss» (Franz Lehár: «Giuditta») kann Eyrún Unnardsdóttir nicht so ganz überzeugen: Die Stimme ist zu breit geführt, die erwähnte Hitze will nicht aufkommen. Mit «Das Eine kann ich dir nicht verzeihen» aus «Wiener Blut» von Johann Strauss entlassen Elvira Margarian und Robert Maszl das begeisterte Publikum in die Pause.
Mit der «Tritsch, Tratsch-Polka» von Johann Strauss heizt das Luzerner Sinfonieorchester die gute Stimmung mit wunderbar durchhörbarem, schmissig akzentuiertem Spiel weiter an. Mit «Ach, wer zählt die vielen Namen» (Johann Strauss: «Wiener Blut») zeigt der Opernchor Luzerner Theater in welch guter Form er sich gegenwärtig befindet. Nun folgen zwei weitere Höhepunkte der Revue. In «Komm mit nach Varasdin» (Emmerich Kálmán: «Gräfin Mariza») triumphieren Elvira Margarian und Luca Bernard mit idealen Operettenstimmen. Hier wird die lange Operettenerfahrung Bernards, er sang 2017 (Ottokar im «Zigeunerbaron») und 2018 (Stanislaus im «Vogelhändler»), hörbar. In der bevorstehenden Premiere von «L’elisir d’amore» (https://www.luzernertheater.ch/lelisirdamore) wird er den Nemorino geben. Mit einem Strauss dunkelroter Rosen (die er grosszügig an die Damen verteilt) und strahlenden Höhen voll Kraft und Schmelz reisst Piero Regis in «Dunkelrote Rosen» (Carl Millöcker: «Gasparone») das Publikum zu einem Begeisterungssturm hin. Mit «Lippen schweigen» (Luca Bernard, Eyrún Unnardsdóttir; Franz Lehár: «Die lustige Witwe») und dem Champagnerlied «Im Feuerstrom der Reben» (Ensemble und Opernchor) aus der Fledermaus endet die Revue, die fast ungetrübte Freude bereitet hat. Zur Moderation von Ralf Sprecher sei nur Folgendes erwähnt: Wenn diese nicht frei erfolgen kann, sondern abgelesen werden muss, sollte das doch mindestens fehlerfrei erfolgen.
Beste Unterhaltung!
Keine weiteren Aufführungen.
22.03.2026, Jan Krobot/Zürich

