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LUDWIGSBURG/Schlossfestspiele/Seeschloss Monrepos: Monrepos Open Air I „Une nuit en France“

18.07.2026 | Konzert/Liederabende

Monrepos Open Air I „Une nuit en France“ am 17. Juli 2026 bei den Schlossfestspielen/LUDWIGSBURG 

Leidenschaftlicher Zauber

In diesem  Jahr gibt es nach dreißig Jahren erstmals wieder drei Open-Air-Konzerte am Seeschloss Monrepos. Feurig-markante Rhythmen beherrschten Claude Debussys „Feste“ aus „Trois Nocturnes“. Die Württembergischen Philharmonie Reutlingen unter der temperamentvollen Leitung von David Reiland arbeitete das in Triolen aufrauschende Thema der Holzbläser facettenreich heraus, das die Hörner in Akkorden aufgriffen. Ein ständiges  und aufregendes Auf und Ab im Triolenrhythmus folgte. Oboe und Flöten meldeten sich mit reizvollen Lockrufen. Von Pauken unterstützte Pizzicatoakkorde blitzten auf, eine ausdrucksstarke Melodie folgte in drei gedämpften Trompeten. Im Fortissimo aller Blechbläser wurde ein leidenschaftlicher Höhepunkt erreicht! Die dynamischen Kontraste gelangen hier sehr gut. Plötzliches Pianissimo leitete zum Anfang zurück, die Triolen schwirrten herum, die Bilder erblassten und die Rhythmen verklangen geheimnisvoll in der Ferne. Das wirbelnd-ausgelassene Treiben in Rhythmus und Klang wurde vom Orchester hervorragend erfasst. Die verschiedenen Themen nahmen immer festere Umrisse an. Straffe Rhythmen korrespondierten auf der Festinwiese mit fernen Lichtreflexen des Festglanzes. Dann folgte „Alborada del gracioso“, das „Morgenlied des Narren“ aus „Miroirs“ von Maurice Ravel. Sinnlichkeit und erregender Rhythmus verbanden sich hier in bemerkenswerter Weise. Rasende Tonrepetitionen setzten sich atemberaubend durch. Glissandi in Terzen und Sexten überschlugen sich – ein Mephisto-Walzer in spanischer Version! Malerisch-poetische Assoziationen wurden hervorragend betont.

Die französische Cellistin Emmanuelle Bertrand interpretierte zuletzt das Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 in a-Moll op. 33 von Camille Saint-Saens. Einfühlsam setzte das Cello zum Tremolo der Streicher mit dem charakteristischen Hauptgedanken ein. Als kraftvolles Triolenmotiv setzte es sich konsequent durch, Flöte und Geigen wiederholten das Thema. Ein Marschthema meldete sich forsch im Orchester. In einer kleinen Durchführung wurde das Thema auch vom Cello verarbeitet, was Emmanuelle Bertrand in brillanter Weise verdeutlichte! Zart erklang auch das zweite Thema. Unheimlich huschte der Scherzoteil vorüber. Virtuos musizierte die Cellistin dann den Hauptgedanken, der mit seinem Vorhalt erstarb. Die Pikanterien des Rhythmus und  der Melodie stachen nuancenreich hervor, Mendelssohns brillante Romantik blitzte auf. Begeisterter Schlussapplaus für die Cellistin, die am Pariser Konservatorium Professorin für Kammermusik und Violoncello ist. Der zweite Teil des Monrepos-Konzerts musste aufgrund der ungünstigen Wetterlage leider ausfallen.  

Alexander Walther

 

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