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LUDWIGSBURG/ Schlossfestspiele: LIEBES TRAUM GESTALTEN – Web-Konzertdes SWR-Vokalensembles

am 17.6. (Alexander Walther)

18.06.2021 | Konzert/Liederabende

Liebes Traum Gestalten“ – Web-Konzert des SWR Vokalensembles auf der Digitalen Bühne der Ludwigsburger Schlossfestspiele

SONNE AM HORIZONT

Web-Konzert des SWR Vokalensembles bei den Schlossfestspielen  im Forum am Schlosspark am 17.6.2021/LUDWIGSBURG

Das SWR Vokalensemble unter der Leitung von Yuval Weinberg gestaltete zusammen mit der einfühlsamen Pianistin Olga Wien Auszüge aus Vier Quartette für Chor und Klavier op. 92 („O schöne Nacht“, „Spätherbst“) sowie Auszüge aus Sechs Quartette für Chor und Klavier op. 112 („Es rinnen die Wasser Tag und Nacht“, „Nächtens“) von Johannes Brahms mit leidenschaftlicher Ausdruckskraft und harmonischer Vielgestaltigkeit. Da herrschte zuweilen auch eine träumerische Abendstimmung vor, die das Ensemble mit sphärenhafter Leichtigkeit einfing. Pastorale Atmosphäre und reiche Kolorierung wechselten sich dabei facettenreich ab. Von Gustav Mahler erklangen in einer subtilen Bearbeitung von Clytus Gottwald „Die zwei blauen Augen“ und „Urlicht“, wobei hier die dynamische Spannungskraft  nie außer Acht gelassen wurde. Motive und Themen erstrahlten in einer erstaunlichen klanglichen Vielfarbigkeit und bewegenden rhythmischen Kraft und Klarheit.

„Nuits, adieux“ von Kaija Saariaho fesselte den Zuhörer mit Triller-Effekten, weitgespannten Glissando-Passagen und kühn geschwungenen Intervallen. Eindrucksvoll wirkten ferner Auszüge aus „Ariel Songs“ aus Shakespeares „Sturm“ von Frank Martin. Cesar Franck, Maurice Ravel und Arnold Schönberg ließen hier immer wieder in geheimnisvoller Weise grüßen. Vor allem die kontrapunktische Meisterschaft und die große harmonische Farbenfreude fielen hier besonders positiv auf.  Doch auch virtuose Momente kamen dank der gesanglich ausgefeilten Interpretation des SWR Vokalensembles unter Yuval Weinberg nicht zu kurz. Die feinsinnige Spaltung der Melodielinien, die rhythmische Eleganz und die chromatischen Finessen wurden dabei in hervorragender Weise getroffen.  Neben den Unisono-Passagen stachen bei Martin noch vom Chor suggestiv gestaltete  Glocken-Klänge hervor. Ganz ausgezeichnet waren dann zum Abschluss „Soir sur la plaine“ für Sopran, Tenor, Bass, vierstimmigen gemischten Chor und Klavier sowie „Hymne au soleil“ für Alt, verstimmigen gemischten Chor und Klavier von Lili Boulanger. In harmonischer Hinsicht ging im wahrsten Sinne des Wortes die Sonne auf. Die Auf- und Abgänge am Klavier wurden von der Pianistin Olga Wien mit Tiefe und Leuchtkraft gestaltet. Auch Lili Boulangers Vorliebe für durchsichtige Melodien kam in exzellenter Weise zum Vorschein. 

 

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