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LUDWIGSBURG/ Forum am Schlosspark: Vertigo Dance Company aus Israel

23.03.2025 | Ballett/Performance

Vertigo Dance Company aus Israel am 22.3.2025 im Forum am Schlosspark/LUDWIGSBURG

Immer in der Balance

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Foto: Vertigo Dance Company

In der suggestiven Choreografie von Noa Wertheim kann sich der tänzerische Zauber der israelischen Vertigo Dance Company voll entfalten. Es geht um eine Suche nach der Rückkehr zu dem Ort, der uns selbst näherbringt. „Makom“ bedeutet im Hebräischen ein realer oder imaginärer „Ort“. Es kann aber auch ein spiritueller Zufluchtsort sein. Es geht hier um eine Welt, die aus dem Gleichgewicht geraten ist, was die Tänzerinnen und Tänzer virtuos umsetzen. Sie bleiben aber auch immer in der rhythmischen Balance. Die Bewegungssprache erhält dabei einen immer größeren Radius, es geht vor allem um die Suche nach der Wiederherstellung des Gleichgewichts. Der menschliche Körper wird praktisch durchleuchtet und erkundet tiefergehende Zusammenhänge. Polaritäten zwischen Innen und  Außen eröffnen eine neue Welt. Aufbau und Zerstörung stehen dicht nebeneinander. Zuletzt kommt es zu einer grandiosen Vereinigung der Extreme, was auch das Bühnenbild anzeigt. Holzstöcke werden zu einer Brücke zusammengebaut. Beziehung und Kommunikation werden so ermöglicht. Die Naturtöne der weiten Overalls geben den Tänzern gute Entfaltungsmöglichkeiten. Der Minimalismus des Bühnenbildes signalisiert Erdverbundenheit. Der menschliche Körper steht für die äußere Struktur und die Form. Der Inhalt ist unsere Seele. Seelische Prozesse werden so auch immer wieder tänzerisch eindringlich verarbeitet. Das ist die besondere Qualität dieser ungewöhnlichen Produktion. Wellenartige Bewegungen der Tänzer erinnern an gewaltige Naturereignisse, vielleicht sogar an die Entstehung der Welt. Hinzu kommt die magische Musik von Ran Bagno, Hila Epstein und Galia Hai, die sich mit der Bühne von Sohar Shoef vereinigt. Und auch die Kostüme von Sasson Kedem passen sich dem Erdgeschehen einfühlsam an. Die Tänzer Etai Peri, Sian Olles, Eden Ben Shimol, Micah Aimos, Ruth Ben David, Ilan Kolubovich, Shani Licht, Noa Israeli und Theo Samsworth gehen immer wieder bis an die körperlichen Grenzen. Dieses im Jahre 1992 von Noa Wertheim und ihrem Ehemann Adi Sha’al gegründete Ensemble erkundet im Kibbuz auch neue Lebensformen, die auf die Bühne gebracht und virtuos umgesetzt werden. Wippende Körperbewegungen lösen hier faszinierende visuelle Variationen aus, die das Pubikum mitreissen.

Jubel und Ovationen im Forum am Schlosspark Ludwigsburg. 

Alexander Walther

 

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