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LINZ/ Ursulinenkirche: ABENDMUSIK mit Vokalensemble „Voices“ (10.8.2026)

11.08.2026 | Konzert/Liederabende

Die „Abendmusik in der Ursulinenkirche“ ist wieder da – erwartungsvoll begrüßt mit großer Begeisterung

Die Montage in der Ferialzeit sind so etwas wie heilige Termine. Nicht nur, weil es in der Linzer Ursulinenkirche um 20 Uhr Konzerte gibt, sondern weil privilegierte Künstler in dieser Abendmusikreihe für qualitativ hochstehende Aufführungen sorgen. Dieser Eindruck verstärkte sich auch diesmal wieder. Eine stattliche Schar von Musikkennern strömte beim Seiteneingang der Kirche zu diesem Kunstgenuss bei erträglichen Temperaturen der jetzigen Hitzetage.

Das angesehene, seit Jahrzehnten mit unzähligen Erfolgen ausgezeichnete Vokalensemble VOICES war angesagt und hatte nicht zu viel versprochen. Mentor Josef Habringer leitet diesen Ausnahmesängerchor von sechs geschulten Vokalkönnern aus vier Herren und zwei Damen und hält in altbewährter Treue an der Philosophie seiner Musikpflege fest. Deren Hauptaufgabe sieht er darin, lebendiges Musizieren, klangliche Flexibilität und homogenenAusgeglichenheit dem Publikum zu vermitteln. Vom Herzen kommend, zu Herzen gehend, edler kann eine solche Maxime in der Musik nicht zielführend ausfallen. Die lohnenswerte Arbeit beginnt jeweils bei der Suche nach entsprechenden Programmen. Denn Originalkompositionen für ein Vokalsextett zählen kaum zu vorrangigen Genres der Literaturgeschichte. Aber da weiß man sich zu helfen, wenn unter den Sängern auch eine Komponistin namens Andrea Schedlberger als stimmgewaltige Sopranistin zu den Mitwirkenden zählt. Habringer gesteht übrigens zum Thema Repertoire des Konzertes: „Wir haben fast das gesamte Werkverzeichnis für eine vokale Sextettbesetzung durchgestöbert und sind fündiger geworden, als wir es vermuteten“. Das vorliegende Programm überzeugte davon restlos, ohne in den auf vier Blöcke aufgeteilten Vortrag die Konzentration zu verlieren. Bei dieser Vielfalt war dies kaum möglich. Alte und neue Musik diverser Stilrichtungen folgten aufeinander, geistliche und weltliche Werke aus der Renaissance, Romantik, bekannt oder unbekannt, alles vollendet interpretiert und mit einer unvergleichlichen Hingabe an die selbstgestellte Aufgabe, die auch unerfahrene Zuhörer bewegte. Die Aufzählung der Namen in einer zeitlich sinnvoll arrangierten Mischung fällt nicht leicht. Angefangen von einem englischen Block, weiters von William Byrd, Balduin Sulzer (der heimische Gruß durfte nicht fehlen), über eine deutsche Reihe mit Brahms und Max Reger bis zum großen Monteverdi. Alle Stücke wurden mit den erforderlichen Ausdrucksnuancen der vokalen Vortragskunst souverän gestaltet. Was besonders auffiel, war die unübertriebene Tongebung, die sanfte Behandlung dynamischer Werte oder wie bescheiden die wechselhaften Übergänge der Voices von Werk zu Werk serviert werden. Nicht Lautstärke zeigen, macht die Qualität einer Wiedergabe, sondern die Kraft der Innigkeit überlieferter Gefühlsmomente. Das Ensemble ist eben ein Team von Spezialisten unter der Leitung von Josef Habringer. Von der Mitte seiner Sänger aus leitet er es als Tenor, unauffällig tonangebend und wachend über die Einsätze auch von Renate Reichl (Mezzosopran), Gottfried Haider (Altus & Bariton), Paul Grünbacher (Tenor) und Wolfgang Rath (Bass). Vielen Dank und weiterhin beste Wünsche für künftige Konzerte.

 Georgina Szeless

Kulturjournalistin

 

 

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