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LINZ/ Urfahr/ Friedenskirche: Händels „Messiah“ . Händels Messianische Verehrung in berufenen Händen

01.06.2026 | Konzert/Liederabende

Händels Messianische Verehrung in berufenen Händen

Eduard Matscheko mit einem Großereignis zum Saisonfinale seiner Konzertreihe (31.5.2026)

Die Sinfonia Christkönig-Konzerte in der Urfahraner Friedenskirche stehen unter der Patronanz der Wiener Philharmoniker und sind von einer besonderen Attraktivität gekennzeichnet. Zum Höhepunkt führte das letzte Konzert der heurigen Saison mit der Aufführung des Oratoriums „Messiah“ von Georg Friedrich Händel. Die Friedenskirche Linz-Urfahr war bis auf den letzten Platz gefüllt und folgte dem dreistündigen Konzert mit einer spürbaren Bereitschaft des in englischer Sprache einstudierten Riesenwerkes. Das berühmteste und erfolgreichste Oratorium von Händels 32 Stücken dieses Genres ist ja auch nicht alle Zeiten präsent auf den Konzertprogrammen. Und ungewöhnlich bis heute allein schon bezüglich seines hohen Besetzungsanspruches. Komponiert hat es Händel in der Zeit vom 22. August bis 14. September 1741 in London, die Uraufführung fand 1742 in Dublin statt als Benefizkonzert für das örtliche Waisenhaus. Ansonsten ist von der genaueren Entstehung des Händel-Opus nicht viel mehr bekannt. Stefan Zweig hat erst in einer seiner Novellen etwas Licht in das „Geheimnis“ von Händels Schaffensprozess gebracht. Was ist ihm so meisterhaft gelungen? Man versteht es längst.

Der „Messias“, wie der Titel deutsch heißt, ist eine Erzählung aus dem Alten Testament, eigentlich eine geistliche Oper mit Arien, hochdramatischen Chören aus Israel, mit denen sich die Engländer für das von Gott gewählte Volk identifizieren sollten. Zugleich ist das Oratorium das einzige mit einem neutestamentlichen Stoff. Es wird nicht das  Leben von Jesus erzählt, also keine Passion direkt behandelt, sondern auf die Texte der Propheten aus dem Alten und Neuen Testament zurückgegriffen. Primär ging es Händel um den Hinweis auf die Bedeutung vom Leben des „Erlösers“ in den drei Teilen: Prophezeiung der Erlösung, Geißelung und Qualen am Kreuz und die Verheißung der leiblichen Auferstehung. Im Programmheft gab es jeweils informative Hinweise auf den Handlungsablauf und seitenweise auch Textübersetzungen, so dass man sich den sonst üblichen Modus einer Einführung ersparen konnte. Es war eben alles perfekt programmiert und klug ausgedacht. Sogar eine Pause zum Gedankensammeln eingebaut. Genauso gründlich und verantwortungsbewusst ist Eduard Matscheko bei dem Marathonprojekt vorgegangen. Seine Arbeit am Pult der Sinfonia Christkönig mit deren orchestraler Meisterleistung verriet nach langer Zeit von Matschekos Auseinandersetzung mit dem Werk einiges von der gesteigerten Qualität seines gestischen Repertoires. Verbunden mit einer demütig-ruhigen Vertiefung, deren Vorteile sich in der persönlichen Aussage deutlich abzeichneten. Für den in allen Stimmen groß angelegten Chor müssen die Impulse vom Pult eine animierende Freude gewesen sein. Und schließlich waren es die fachspezifisch ausgesuchten, international bewährten Solisten, die Matscheko bei jedem Einsatz so hellhörig mitatmend begleitete, dass ihnen die Klangbildung wie auch der ungewohnte Text Händels diffizile Koloraturen locker aus der Kehle sprudeln ließen. Im Sopran Martha Matscheko, deren glanzvolle Stimme durch die väterliche Unterstützung vom Pult noch mehr zum Strahlen kam. Im Alt Monika Schwabegger mit großer Konzert- und Oratorienerfahrung am Werk, im Tenor/Altus Csaba Grünfelder, seinem vertrauten Metier dienend und im Bass der bekannt bewährte Klaus Kuttler mit einer stellenweise ungewohnt hochgesetzten Partie, die er tadellos meisterte. Die Zeit verging schnell. Aber das Publikum wartete natürlich schon längst auf das pompöse „Halleluja“ vor dem letzten Akt, das weltweit bekannt ist und überall gesungen wird. Laut Berichten soll bei der ersten Londoner Aufführung des „Messias“ 1743 König Georg II. beim „Halleluja“-Chor aufgesprungen sein und sich das Stück stehend bis zum Ende angehört haben. Das tat das Publikum auch am Schluss der Aufführung und ließ den Beifall lautstark im Kirchenraum aufbrausen.

 

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