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LINZ/ Palais des Kaufmännischen Vereinshauses Linz: Exzellente Brassklänge bei „Mosaik“ vor leider fast leeren Plätzen

27.03.2026 | Konzert/Liederabende

Exzellente Brassklänge bei „Mosaik“ vor leider fast leeren Plätzen

Vermutlich zu wenig beworben hat das Landestheater den genussreichen Abend der beliebten und geschätzten Konzertreihe „Mosaik“, die im Palais des Kaufmännischen Vereinshauses Linz einen beschämend schütter besetzten Saal vorfand. Allerdings in einem neuen Quartier gegenüber früheren Auftritten. Besonders bedauerlich, denn wie  bekannt, treten bei dieser bewährten Kammermusikeinrichtung Spitzenmusiker des Bruckner Orchesters aus dem Kollektiv heraus und beweisen sich solistisch als professionelle Beherrscher ihrer Instrumente. Wie man hört, spielen sie ohne Gage. Ihre Leidenschaft widmen sie allein der Musik. Ihre Energie, Verve und Liebe gehören ganz der begeisterten Hinwendung dem Musizieren der Werke. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Orchesterdienst mit den Proben einen großen Zeitaufwand erfordert, so ist die täglich nötige Übungsstunde eigentlich eine Art Fleißaufgabe. Zum Einstand im neuen Quartier gab es ein wohl interessantes Programm, wenn auch nicht unbedingt typisch für den erwarteten Kammermusikabend. Als Ausführende glänzte im ersten Teil das Trio Tre Colori, offenbar ein vielversprechendes neues Trio mit den Vertretern Patric Pletzenauer, Flöte, Clemens Wöß, Fagott und Dmitry Rodionov am Klavier. Es zeigte seine Virtuosität und gestalterische Fähigkeit in dem G-Dur Trio des erst 16jährigen Beethoven, weiter Melodienglanz aber auch finstere Töne bei der „Freischütz“ Trio- Bearbeitung von Weber und ließ es an allen Ausbrüchen von Temperament bei der „Carmen“-Fantasie von Bizet ebenso wenig an Perfektion fehlen.

Nach der Pause hieß es Bläser im Vormarsch mit den für Mosaik angebrachten Klangfarben. Für Andreas Burgstaller & Julian Ritsch auf der Trompete, Daniel Loipold am Horn, Florian Strasser auf 2 Posaunen (Zug- und Ventilposaune) und Christian Penz auf der Tuba war das der erste  Auftritt. Da gelangen dem elitären Brass Quintett durch die flächige Zusammenfügung der Spieler in schillernden Nuancen farbige, ornamental gestaltete Musikbilder, wie man sie gemalt in den Zentren der Prachtbauten alter Mosaikkunst kennt. Geradezu greifbar realisiert zu den arrangierten Musikproben eines Rossini („Der Barbier von Sevilla“), Samuel Scheidt („Battle Suite“) und Leonard Bernsteins („West Side Story“). Die warmgetönten Blechbläserklänge zu bekannter Musik beendeten den exquisiten Abend und entschädigten schließlich für den Besuchermangel.

 Georgina Szeless
Kulturjournalistin,

 

 

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