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LINZ/ Musiktheater des Landestheaters: Doppeltanzabend von TANZ LINZ . Mit frischem Elan in die neue Saison gestartet

27.09.2026 | Ballett/Performance

Doppeltanzabend von TANZ LINZ  im Musiktheater Linz am Samstag, 26. September 2026 im Musiktheater Linz am Samstag, 26. September 2026

Mit frischem Elan in die neue Saison gestartet

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„Worship“. Foto: Philip Brunnader

Unter „Divine Matter“ eröffnete die Compagnie TANZ LINZ ihr Saisonprogramm mit einem Doppelabend und stellte damit zwei choreografische Persönlichkeiten gegenüber. In beiden Werken kreist das Thema um Schöpfung, Transformation und die zyklische Natur des Werdens. Dies jedoch in einer unterschiedlichen Weise behandelt. Im ersten Teil des Abends wurde als Uraufführung „Worship“ der US-amerikanischen Choreografin Drew Jacoby gezeigt. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht das Divine Feminine, was als Hingabe an eine widerholte Haltung, Offenheit, zwischen dem menschlichen Körper und der Natur als Resonanz zu verstehen ist. Dem Publikum steht eine intuitive Deutung völlig frei. Im Wesentlich geht es Frau Jacoby um die Suche nach deutlichen Ausdrucksformen der Tänzer. Um die Reise in ein unbekanntes Terrain der Zuschauer sowie um die Beziehung zu archetypischen Frauenfiguren. Gerade dieser Aspekt konnte mit einer adäquaten Darstellung punkten und als ein Riesenerfolg gefeiert werden. Es erwies sich nämlich als eine blendende Idee, den Verlauf der Reise in neun Szenen verfolgen zu können. Diese trugen Namen wie etwa „Frühlingsritus“, „Lust/Begierde/Genusssucht/Laster“ oder „Christusbewußtsein / Heilige Mutter“. Die spannungsgeladenen Titel sorgten zusätzlich für kurzweilige Abläufe von der willkommenen Erschaffung bis zum Tod als Wiedergeburt & Verschmelzung von Anima / Animus. Die von der Komponistin Christine Hinterkörner zusammengestellten Musikstücke ergänzten das Tanzstück auf eindringliche Weise. Hinterkörne gelang eine gute Mischung aus Klassik und Jazzklängen. Zärtlich und intim bis kraftvoll und aggressiv tönt es stellenweise im Soundtrack, einzelne Stimmen im Chor steigern sich bis zur geballten Kraft von Pauken, Blechbläsern und Streichern, ergeben einen kontrapunktischen Orchestersatz, einen wunderbaren Klangkosmos, der die Tänzer als Inspiration beflügelt. „Es ist wie ein Herzschlag“ schreibt dazu Tanzchefin Roma Janus, die ihre Compagnie mit ihren genialen Gedanken wieder einmal auf Hochform bringt. Für Bühne und Kostüme in ihrer Anpassung zeichnet Gabriela Neubauer mit erfinderischem Geist und Fachwissen.

Zu meinem Bedauern war die nach der Pause folgende Europäische Erstaufführung „Auto Cannibal“ der Australierin Stephanie Lake mit dem Tanzstück „Worship“ nicht vergleichbar, was allerdings nur der wesentlich schwächeren Qualität der Komposition geschuldet ist. Sehr erstaunlich, handelt es sich doch um eine internatiional gefeierte Arbeit. Das Stück führt das Thema der Transformation auf eine völlig andere Weise weiter, der kreative Prozess wird hier zum Gegenstand der Betrachtung. Eine Hauptrolle spielt die Erfahrung, dass es ohne Idee keine Isolation geben kann. „Manchmal fürchte ich, mich zu wiederholen oder mein eigenes Werk zu kannibalisieren“, sagt die Autorin, womit sie feststellt, dass in der Kunst, der Technologie oder der Ideologie keine Idee im luftleeren Raum entsteht. Mit dieser Einstellung oder eben Erfahrung ließe sich aber bei den musikalisch eintönigen Klopfschlägen im Tanzstück die Umsetzung auf leerer Bühne  ohne Kostüme schwer nachvollziehen. Der Rhythmus allein macht in solcher Unnachgiebigkeit das tänzerische Großformat allein kaum wett.

Das Haus mit Besuchern meist aus dem Premierenabopublikum war auch nicht voll besetzt. Umso stärker klangen zum Abendfinale die Schreiausbrüche von den Reihen. Es sei den Tanzkünstlern gegönnt, die Einstudierung der Produktion kann nicht genug gelobt werden-

Georgina Szeless

 

 

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