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LINZ/ Landestheater: TITANIC. Musical von Maury Yeston

20.05.2022 | Operette/Musical

 LINZ/ Landestheater: TITANIC. Musical von Maury Yeston

am 20.5.2022

Landestheater Linz detail
Foto: Barbara Palffy

 Die Musicalsparte des Landestheaters Linz hat sich unter seinem Leiter Mathias Davids einen ausgezeichneten Ruf weit über die Landesgrenzen hinaus erworben. Außer an der immer hochstehenden Qualität der Produktionen liegt das vor allem auch daran, das Davids Titel auswählt, die in Österreich nicht oder nicht ganz so bekannt sind wie z.B.: Chess, Ragtime oder Bodyguard u.v.a.m.

Seit Februar feiert nun ein weiteres „nicht so bekanntes“ Musical in Linz wahre – und wohlverdiente – Triumphe : TITANIC. Erwähnenswert dabei, dass das Werk schon 1997 – v o r dem weltberühmten Cameron-Film am Broadway herauskam und durchaus aus eigenem Recht schon damals große Erfolge einheimste (darunter etliche Tony-Awards).

Es ist übrigens auch nicht wirklich ein Musical, zumindest keines wovor sich Musicalsnichtsosehrmöger (um nicht zu sagen: Musicalhater) so sehr fürchten: das Orchester spielt nicht dauernd auf doppelter Lautstärke, die Sänger schreien nicht, sondern singen, und man versteht durchaus auch was. Es ist irgendwie eine eigenständige Mischung aus Melodram, Oratorium und amerikanischer Oper, und das ist sehr gut so.

Die Produktion ist rundum gelungen: die Bühne des Musiktheaters darf endlich einmal zeigen, welche Stückln sie alle spielen kann (ohne damit aber unnötig aufzutrumpfen) , das rieeesige Ensemble ist bis in die kleinste Nebenfigur rollendeckend besetzt, und die Kostüme von Aleš Valásek (der zum Studium dafür extra das Titanic-Museum in Belfast besucht hat) sind zweieinhalb Stunden eine einzige Augenweide.

Kritik – "Titanic" als Musical in Linz: Bombastik verdrängt Details |  BR-KLASSIK | BR-KLASSIK | Bayerischer Rundfunk
Foto: Barbara Palffy

Am Ende stimmt ein einzelner Geiger „Nearer, my God, to Thee“ an, jene christliche Hymne, die die Titanic-Band bekanntlich noch während des Untergangs spielte. Und wer nicht spätestens dann zumindest heimlich eine Träne verdrückt…

Ein absolut sehenswerter Abend.

 Robert Quitta, Linz

 

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