LINZ/ Landestheater: DIE TOTE STADT von Erich Wolfgang Korngold am 7.10.2022
Glücklich, wer derzeit sein Opernheil abseits des niveaulosen Hickhacks um den Musikdirektor der Wiener Staatsoper suchen kann. Im Landestheater Linz beispielsweise prüft man nach Großtaten wie Heiner Müllers Sicht auf Wagners Tristan und Isolde und Richard Strauss’ Die Frau ohne Schatten, was Erich Wolfgang Korngolds bekanntester Oper abzulauschen wäre.
Das Ergebnis überrascht; in mancherlei Hinsicht.
Zeit und Ort der Entstehung verlocken zu an Sigmund Freuds Psychoanalyse angelehnter Deutung: in Wien einst Willi Decker, in Linz nun Andreas Baesler mit Tanja Hofmann (Kostüme) und Harald B. Thor (Bühne). Gewählte Zeit: nicht das Ende des 19. Jahrhunderts, sondern die Entstehungszeit des Werkes.
Nicht alle Ideen der Inszenierung überzeugen: Wenn Marietta zu Glück, das mir verblieb
eine Grammophonplatte auflegt, Paul derweilen zum Klang aus dem Graben die Laute streichelt, begibt man sich der Gelegenheit, die Sopranistin beim bekanntesten Stück der Oper vokal glänzen zu lassen.

» Die tote Stadt «: Erica Eloff als Marie/Marietta und Andreas Hermann als Paul. Foto: Philipp Brunader
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Thomas Prochazka, www.dermerker.com