Große Stimmen am „Ort der Begegnung“ bei den Elisabethinen Linz
Ursula Langmayr und Johanna Krokovay im vollen Festsaal begeistert aufgenommen
Ein exquisites, mehrsprachig gesungenes Programm servierten die beiden Sängerinnen aus der Wiener Musikuniversität Ursula Langmayr (Sopran) und Johanna Krokovay (Mezzosopran) im Rahmen des seit langem errichteten Kulturtreffpunkts der Elisabethinen im Festsaal mit restlos besetztem Stammpublikum. Mit „Ein Herz, das liebt“ haben sie das schönste Motto für einen Konzertabend gewählt, bei dem es den beiden Künstlerinnen um die feinsinnige Darstellung der Liebesthemen mit allen Gefühlsregungen und facettenreichen Beziehungen in allen ging. Aber so ernst musste man den Inhalt der Texte nicht immer nehmen, die überwiegend französisch vorgestellt, erst durch Erklärungen und Erläuterungen verständlich gemacht wurden. Die Damen hatten auch einen Riesenspaß bei ihrem ausgefallenen Konzept und flochten gerne ungeniert mimische Akzente in ihren Vortrag, als hätten sie ihre großen Stimmen auf einer dramatischen Opernbühne einzusetzen. Charme und Liebe zur Musik entschädigten für manche unerfüllte Erwartungen. Erlaubt seien gerade deswegen einige Einwände gegen den relativ kleinen Raum mit seiner akustisch für Liederabende kaum geeigneten Ort, der den Rahmen für die persönlich intimste Pflege der Musik leider sprengte. Für die vielfältige Programmwahl sprachen eine umfassende musikalische Ausbildung der beiden, heute nicht nur pädagogisch tätigen, Sängerinnen, sondern auch die ständige Zusammenarbeit und der Musiziergeist mit internationalen Größen namhafter Dirigenten und Orchester. Insgesamt waren es elf Komponisten, deren Liedstücke aus kräftiger Kehle mit stimmlicher Großzügigkeit klanglich überzogen den Hörer erreichten. Zur Verstärkung der gestalterischen Ausdrucksmittel diente dies ebenso wenig wie der Umgang mit dynamischen Feinheiten. Aber die eher seltenen Namen in einem Liedprogramm wie Ernest Chausson, Charles Gounod, Camille Saint-Saens, Jules Massenet oder Gabriel Faure, umgeben von Mendelssohn-Bartholdy, Brahms, Leonard Bernstein, dem einzigen Barockmeister Henry Purcell, Rossini oder Jaques Offenbach bereiteten einen vergnüglichen Abend, den zwei Zugaben beendeten, und den Clemens Zeilinger als der wahrscheinlich anpassungsfähigste Sängerbegleiter am Flügel auch mit witzigen Kommentaren zu den Textinhalten zu einem Ereignis machte. Viel Beifall für den perfekt ausgedachten Duett-Genuss, von dem es im Opernfach so manches gegeben hätte.
Georgina Szeless
Kulturjournalistin

