LINZ: SILVESTERKONZERT am 31.12.25.: Die Sträusse regierten wieder im Brucknerhaus
Was soll derTitel „Erstes und letztes Strauß-Konzert“ im Programm des „Großen Silvesterkonzertes“ im Brucknerhaus zum letzten Jahrestag ? Ganz einfach, es sollte zum Finale des Strauß-Jahres 2025 eine Rückbesinnung auf die berühmteste Ära von Wiens Unterhaltungsmusik andeuten und als ein festlicher Aufbruch in das fulminante Finale der Gegenwart hinüberführen. Da gab es noch andere feierwürdige Anlässe. Das Brucknerhaus beging seinen ersten Jahreswechsel unter der neuen Leitung und die Pultbesetzung mit dem beliebten Dirigenten Josef Sabaini und seinen Philharmonices Mundi versprach schon eine Feier für sich. Es bescherte ein prallvolles Haus von alteingesessenen Musikkennern, die weither zu der Silvesterfeier angereist waren. Sie wussten, wer diese Aufmerksamkeit verdient hatte. Maestro Sabaini, aus Wien gebürtig, ist eigentlich ein Halblinzer, im Herzen Linz schon in der Studienzeit und später dem stolzen Konzerthaus besonders verbunden, die in Wien und im Ausland fortgesetzt und erst vor wenigen Jahren in der Bruckner Uni als Musikprofessor beendet wurden. Seine Aktivitäten vor, nachher und bis heute eigentlich endlos umfassen aber viel mehr. Sabaini kennt sowohl die harten als auch schönen Zeiten, das Schicksal des Musikbetriebes in seiner Wahlheimat, das den einstigen Konzertmeister des Bruckner Orchesters nicht verwöhnt hat.
Die Gründung seiner Philharmonices Mundi, mit welchem Ensemble er inzwischen auch Reisen unternahm, stieg seine Karriereleiter im Dienste der Musik fortan weiter. Nach sechs Jahren Pultabstinenz im Brucknerhaus war die Erwartung auf Sabaini groß. Kurzum er ist so etwas wie eine Linzer Institution geworden. Das ausgefeilte Programm aus lauter Glanzstücken von Strauß Co. und den Zeitgenossen war Sabaini auf den Leib geschneidert. Als hätten sich die Komponisten gegenseitig Konkurrenz machen wollen mit ihrer Musik, wie es für die Strauß-Brüder mit dem strengen Urhebervater dann zum Glück anders wurde. Sie sonnten sich alle in ihren persönlichen Erfolgen. Neben Vater und Sohn Strauß gab es am Abend einen Rossini zu hören, einen Joseph Lanner, einen Daniel Auber, einen Joseph Hellmesberger jun. oder etwa eine Rarität von Josef Strauß. Ob Polkas, Walzer Märsche, Sabaini war mit Herzblut in seinem Element. Seine energiegeladenen Gesten bis zu den Fingerspitzen dienen der gestalterischen Vielfalt mit feiner Beachtung von Präzision und rhythmischen Finessen. Genau das bedarf bei dieser Musik besonders solcher Hinwendung, was nur auch von wenigen Spezialisten realisiert wird. Das Publikum reagierte darauf mitfühlend, mittaktierend und spendete starken euphorischen Beifall, der sich mit drei Zugaben nach der „Fledermaus“-Ouvertüre erst recht zuspitzte, als am Schluss ein golden-silbernes Raumfeuerwerk den Saal erhellte.
Die „Weltphilharmoniker“ Sabainis waren genau die richtige Wahl für das Linzer Große Silvesterkonzert. Gratulation !
Georgina Szeless
Kulturjournalistin

