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LINZ/ Brucknerhaus: Abendkonzert des Brucknerfestes 2026 am 13. September 2026 um 18.00 Uhr

14.09.2026 | Konzert/Liederabende

Der wahre Beethoven von Markus Poschner und der Esprit der französischen Musik

Das Linzer Brucknerfest nimmt volle Fahrt auf

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Foto: Huber

Verlief schon der Vormittag des am 13. September eröffneten Brucknerfestes 2026 in Linz unter den besten Vorzeichen für den Erfolg des Festivals, so wurde auch das Abendkonzert enthusiastisch gefeiert. Das Interesse galt entsprechend dem neu konzipierten Fest der Programmlinie einer speziell für den Anlass zusammengestellte Werkauslese. Keinerlei Risiko war zu bedenken, Markus Poschner besetzte die Chefdirigentenstelle am Pult seines Bruckner Orchesters aus voller Überzeugung und der nötigen Leidenschaft, mit der er jede Musik, welchen Stils auch immer, er bis zur letzten Note in seine gestisch himmlischen Arme nimmt. Das war gleich zu Beginn gar nicht so unwesentlich, wie man meinen möchte. Die Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 von Beethoven haben viele Dirigenten authentisch zu deuten versucht, dabei aber den wirklichen Intentionen des Komponisten nur selten nachgespürt. Am Titel „Pastorale“ orientiert man sich meistens in Richtung einer reinen „Natursymphonie“. Aber eine solche wollte Beethoven eben nicht sowie auch keine Parallelen zu seiner gleichzeitig entstehenden Fünften. Ist auch mit der Sechsten die Entwicklung der Programm-Musik, besonders dem Typus der sinfonischen Dichtung, berührt worden. Poschner weicht jedem Vergleich aus und setzt auf mehr Ausdruck als Tonmalerei und ein auflehnendes Innehalten der Musik einer Konzentration auf sich selbst. So, als wollte er seine schöpferische Kraft auf andere Weise ausprobieren. Poschner verließ sich auf sein Verstehen von Beethovens Gedankenwelt. Man konnte dies auch an seinen Tempi demonstrieren. Sein pastoraler Rundgang hat keine Eile im zweiten Satz, zum Mittelpunkt werden die emotionalen Mittelsätze, und der Schluss darf die motivisch-thematische Dichte des Werkes noch lange durch den pausenlosen Anschluss eines fünften Satzes zwischen Scherzo und Finale mit Poschner durchfühlen. Soviel Klangmagie brauchte von ihm dann der französische Teil des Programmes. Francis Poulenc weckte mit seinem Cembalokonzert das Interesse an der Wiederbelebung der Musik alter Meister, sollte sich aber zuerst an andere Vorgaben gewöhnen. Der weltbekannte französische Cembalist Jean Rondeau, in gewöhnungsbedürftiger Aufmachung für ein Festkonzert auf der Bühne, spielte bei den Soli auf einem extra umgebauten Cembalo seine Virtuosität so großartig aus, dass das Publikum mit seiner Begeisterung nicht sparen konnte. Die neue Bekanntschaft mit einem unaufgeregten Musiker wurde zweifellos zu einem besonderen Festereignis, sonst wäre Rondeau nicht zu einer Zugabe zu verleiten gewesen. In der heutzutage historisch vielfach gepflegten Aufführungspraxis, als Wanda Landowska als erster Star der Alten Musik galt, sei noch erwähnt, dass die Künstlerin im Jahre 1929 das Concert Champêtre von Poulenc zur Uraufführung brachte und bewies, welche Anziehungskraft in den Jahren darauf das dreisätzige Werk ausgeübt hat. Poulenc schrieb sonst wenig Solokonzerte und ist mehr von der Orgel her eine bekannte Größe.

Eine fast logische Konsequenz musste das Programmende Claude Debussy sein, und noch einmal die Natur in der Musik erklingen. Sein La Mer, Drei Symphonische Skizzen für Orchester L.109, bietet bei der Aufführung viele Ausdrucksmöglichkeiten der französischen Stilrichtung des Impressionismus und gab dem überzeugenden Bruckner Orchester auch genug Gelegenheit, bei den solistisch geforderten Musikern Bestleitungen zu beweisen. Poschner sorgte für den Einstieg in einen wahren Pianissimo-Zauber und führte die Szenen musikalisch farbig mit

Klangexperimenten im spielenden Umgang durch natürlich entwickelte Kontraste zu einem der frühen Höhepunkte des Brucknerfestes.

 Georgina Szeless
Kulturjournalistin

 

 

 

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