LECH AM ARLBERG/Konzertsaal Lechwelten: „Stimmungsbilder der Wiener Klassik“ beim Lech Classic Festival
Lech, 4. August 2026

Acht Bläser spielen Mozart mit Klangschönheit: Julia Zulus, Artemii Cholokian, Johannes Kafka, Christian Walcher, Manuel Egger, Daniel Schimmer, Julius Ockert, Franz-Joseph Labmayr. Foto: Lech/Zürs Toursismus by Peter Panik
Im Angesicht des Bildes vom mächtigen, imposanten Lecher Berg Omeshorn am Bühnenhintergrund, wird der Abend mit Mozarts Oboen-Quartett in F-Dur eröffnet. Die Solisten Nataliia Kuleba (Viola) Julia Zulus (Oboe), Sebastian Bru (Violoncello) und Fedor Rudin (Violine) prägen das wahrscheinlich bekannteste Kammermusikwerk für Oboe und Streichorchester mit absoluter Gleichwertigkeit der vier Stimmen und perfektem Zusammenspiel, wobei die drei Letztgenannten über gemeinsame Erfahrung bei den Wiener Philharmonikern verfügen. Im lebendigen 1. Satz Allegro spielt die Oboe mit spielerischer Brillanz und fügt sich sehr gut in einen gleichberechtigten Dialog mit den Streichern ein. Auch im langsameren Mittelsatz Adagio wird sentimental-tiefer Ausdruck vermittelt. Der Schlusssatz Rondeau.Allegro vermittelt mit gekonnt schlankem Klang die amüsante Grundstimmung. Das folgende „Adagio“ aus der 10. Serenade in B-Dur wird in einer Bearbeitung für acht Blasinstrumente besonders erhaben und sehnsuchtsvoll gebracht (statt der bekannten Fassung für zwölf): Julia Zulus (Oboe), Artmii Cholokian (Oboe), Julius Ockert (Klarinette), Franz-Joseph Labmayr (Klarinette), Manuel Egger (Horn), Einspringer Daniel Schimmer (Horn), Christian Walcher (Fagott) und Johannes Kafka (Fagott).
Vor der Pause zeigt ein weiteres Blasmusik-Ensemble – wieder stehend – vergnügliche und effektvolle Charakterbilder ihrer Instrumente. Mit verspielter Leichtigkeit wird mit denselben, zuletzt genannten Solisten (außer den beiden Oboen) bei Beethovens Sextett Es-Dur für jeweils zwei Klarinetten, Fagotte und Hörnern schöne Farbenvielfalt erzeugt. Dieses Stück passt in den Augen der Rezensentin mit Klang und Ausdruck besonders gut in das atemberaubende Panorama der Lecher Bergwelt und Beethoven empfand ebenfalls in der Natur die Wälder und Felsen als göttliches Echo, um seinen Seelenfrieden zu finden.

Schuberts Trio: Fedor Rudin (Violine), Kateryna Titova (Klavier) und Sebastian Bru (Violoncello)- Foto: Lech/Zürs Tourismus by Peter Panik
Mit dem Trio in Es-Dur für Klavier, Violine und Violoncello steht auch Franz Schubert am Programm. Die ausgezeichneten Streicher Fedor Rudin und Sebastian Bru werden von der blutjungen, talentierten Pianistin Kateryna Titova mit feinfühligem Spiel am Steinway-Flügel begleitet. Die elegante Interpretation mit gut herausgearbeiteten fließenden, aber auch rhythmischen Elementen kann mit großer Steigerung zum heftigen Ausbruch gesteigert werden, bevor piano-Sanftheit einen zärtlichen Ausklang finden. Im Schlusssatz schwillt besonders schnelles, flinkes Spiel gekonnt an und man darf über die weitere Entwicklung der Klaviervirtuosin gespannt sein, wenn sie Persönlichkeit und Charakter noch besser mit technischer Brillanz vereinigen kann.
Susanne Lukas

