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LECH AM ARLBERG/Konzertsaal Lechwelten: „Joseph Haydn – Genie mit Frohnatur“ beim Lech Classic Festival

04.08.2026 | Konzert/Liederabende

LECH AM ARLBERG/Konzertsaal Lechwelten: „Joseph Haydn – Genie mit Frohnatur“ beim Lech Classic Festival

  1. August 2026

Der zweite Lech Classic Festival – Abend steht ganz im Zeichen von Joseph Haydn, der über eine liebenswürdige und positiv denkende Persönlichkeit verfügte – mit Sinn für Humor und der respektvolle Herzlichkeit gegenüber anderen Musikern pflegte.

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Sebastian Bru. Foto: Lech/ Zürs-Tourismus, Peter Panik

Das Lech Festival Orchester (bis auf Cellisten und Bässen stehend) beginnt unter dem Konzertmeister Sebastian Casleanu aus Münster mit den ersten beiden Sätzen der Sinfonie Nr. 38 in C-Dur „Echo“ mit kräftigem Eröffnungs-Tutti, rhythmischen Paukenschlägen und besonders festlichen Klängen, die zum Feiern einladen. Beim folgenden „Hornsignal“ in Allegro aus der 31. Sinfonie in D-Dur treten die Streicher anfangs sehr zurückhaltend auf, vollkommen im Hintergrund agierend und die zwei Hörner können strahlende Jagdsignale senden, die wie eine freundliche Einladung ertönen. Das Adagio gelingt sensibel und feinfühlig mit fließendem Dialog zwischen Violine, Cello und Hörnern, wobei die Querflöte auch dominante Akzente setzen kann. Es folgt ein temperamentvoller, klar-erklingender Finalsatz „Presto“ der Sinfonie Nr. 73 „La chasse“, sehr sauber und doch energiegeladen dargeboten. Das furiose Finale – aus der Oper „La fedeltà premiata“ aus 1780 – verklingt schön im fast zärtlichen pianissimo. Zuletzt geleitet Cellovirtuose Sebastian Bru mit dem Violoncello-Konzert Nr. 2 in D-Dur in die Pause. Haydns Meisterwerk der Wiener Klassik wurde erst 1962 gefunden und erfordert höchste technische Brillanz und der Stimmführer der Cellogruppe der Wiener Philharmoniker erfüllt die hohen Anforderungen mit Bravour, gewohnter Souveränität und ohne Notenblätter. Feinsinnige Dialoge zwischen dem Soloinstrument und dem Orchester führen durch die drei Sätze: in Allegro moderato führt das Cello nach langem, erhabenem Beginn der Orchestermusiker in lyrisch-warme Tessitura und präsentiert im nächsten Satz Adagio einen von besonderer Innigkeit getragenen, grandiosen Soloteil. Tiefe Berührung und große Ausdrucksstärke bewirken Zwischenapplaus des begeisterten Publikums. Der Schluss-Satz Rondo.Allegro zeigt erneut das gute Zusammenspiel und Bru beweist mit hingebungsvollem Einsatz tänzerische Leichtigkeit und verströmt gekonnt Fröhlichkeit und Freude.

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Damien Muller. Foto: Lech/ Zürs-Tourismus, Peter Panik

Beim Hornkonzert Nr. 1 in D-Dur (nur zwei Konzerte für Blasinstrumente von Haydn sind derzeit bekannt) gibt es einen kurzfristigen Solistenwechsel, da Eva Lilla Fröschl erkrankt ist.  Zum Glück können die Veranstalter auf renommierte Musiker blitzschnell zurückgreifen und Einspringer Damien Muller kann in den Ecksätzen in Allegro helle Freundlichkeit und positive Energie vermitteln. Auf dem Naturhorn spielend schafft der junge Luxemburger die schwierig zu spielenden großen Oktavsprünge und die hohen Anforderungen im Mittelsatz Adagio mit Eleganz und wunderbar tiefem Register.

Am Veranstaltungsende erlebt man Fedor Rudin in Haydns Konzert für Violine und Orchester in A-Dur, das nur eines von drei Violinkonzerten des Komponisten ist. Der in Moskau geborene, 2019-21 als Konzertmeister der Wiener Philharmoniker tätige, Geiger besticht mit virtuosem Können, stets stilistisch fein und vor allem der 3. Satz Allegro wird mit fröhlicher, leichter Art gebracht. Am Cembalo begleitet wundervoll Kamila Akhmedjanova und setzt klangvolle Akzente. Wenn Rudin gerade nicht auf seinem Instrument brilliert, dirigiert er leidenschaftlich und gibt präzise Einsätze vor. Bravo-Rufe folgen, sodass noch eine Zugabe – Fritz Kreislers Recitativo und Scherzo-Caprice – folgt.

Susanne Lukas

 

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