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LECH AM ARLBERG/Konzertsaal Lechwelten: ERÖFFNUNGSGALA Lech Classic Festival

03.08.2026 | Konzert/Liederabende

LECH AM ARLBERG/Konzertsaal Lechwelten: Eröffnungsgala Lech Classic Festival

Am 2. August 2026

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Slávka Zámecníková als verkaufte Braut. Foto: Lech-Zürs Tourismus by Peter Panik

Zum bereits 14. Mal eröffnet das Lech Classic Festival in den Lechwelten, einem modern ausgestatteten, kubischen Holzmassivgebäude mit sehr guter Akustik mit einem vielfältigen Programm und 80 hochklassigen MusikerInnen. An sieben Abenden umschließt das heurige Repertoire unterschiedliches wie ein Haydn-Abend (3.8.) mit Sinfonien, Cello- und Violinkonzerten, Wiener Klassik (4.8.) mit Mozart, Beethoven und Schubert, Rossini-Abenden (5.8. mit Stabat Mater und Ouvertüren und am 8.8. die halbszenische Aufführung von „Il barbiere di Siviglia“), Schubert/Schuhmann und Dvorák (7.8.) und Trompeten-Konzert von Hummel, Mozart und Beethovens 7. Sinfonie am 9.8. – man darf gespannt sein.

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Domen Krizaj bittet seinen Sohn um Rückkehr in die Heimat: Foto: Lech-Zürs Tourismus by Peter Panik

Das Lech Festival Orchester unter dem Lech-erfahrenen, stets ruhig und besonnen agierenden Dirigenten Tetsuro Ban, beginnt als Festival-Auftakt bei Haydns „Menuetto – Trio“ aus der 97. Sinfonie in C-Dur mit feierlichen Klängen und kantablen Charakter. Als erster Solist präsentiert Domen Krizaj seinen eleganten baritono nobile mit Wohlklangstimme und viel Herz als bürgerlicher Vater Germont bei „Di provenza il mar, il suol“ aus Verdis „Traviata“. Edle Tonlagen und tragische Expressivität gelingen auch bei Posas Heldentod aus „Don Carlo“ inklusive Gänsehaut-Gefühle bei seinem äußerst berührenden „O Carlo, ascolta…Io morró“. Valentins Gebet aus Gounods „Faust“ erklingt mit schöngeschwungenen Bögen, aber beim Schluss-Ton ist etwas Anstrengung zu spüren – Verdi liegt dem exzellenten Slowenen besser. Das berühmte „Perlenfischer“-Bariton-Tenor-Duett über die brüderliche Vereinigung bis zum Tod und der schönsten, bezauberndsten Göttin, die sie auch nicht auseinanderbringen soll (es kommt bekanntlich am Opernende alles ganz anders…). An der Seite von Pavel Kolgatin wird mit zarten Querflöte- und Harfenklängen begleitet und Krizajs kraftvolle und euphorische Stimme begeistert ebenso wie das helle Timbre vom Russen, der der Rezensentin sogar besser in der Rolle des Nadir gefällt als Juan Diego Flórez bei der Wiener Staatsopern Premiere im Mai. Der lyrische Tenor schmachtet zusätzlich gekonnt mit ausreichendem Schmelzreichtum und strahlenden Spitzentönen bei Roméos Balkon-Cavatine von Gounods „L´amour!…Ah! Lève-toi, soleil!“.

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Herrliche warme Töne von Pavel Kolgatin. Foto: Lech-Zürs Tourismus by Peter Panik

Nach der Pause führt Štepánka Pučálková im feurig-roten, engen Kleid nach Sevilla zu Bizets Seguidilla der Carmen und spart auch die tiefen Töne nicht aus. Nach einem Flirt mit dem Konzertmeister veranlasst sie das Publikum zum Mitklatschen beim energiegeladenen „Les tringles des sistres tintaient“, wo nicht einmal die Stimmen der Freundinnen Frasquita und Mercédès fehlen. Man spürt die Freude an diesem Auftritt und es kann musikalisch viel Spannung aufgebaut werden. Das Orchester ergänzt den „Carmen“-Ausflug mit dem schön-fließenden Intermezzo vor dem 2. Akt in der Schenke Lilas Pastia und kann auch schwungvolle tschechische Folklore und Dynamik beim „Tanz der Komödianten“ aus Smetanas „Verkauften Braut“ erzeugen. Slávka Zámečníková, Ensemblemitglied an der Wiener Staatsoper, singt auf deutsch (etwas ungewöhnlich) mit glasklaren hohen Tönen über die Enttäuschung und den Verrat des Geliebten ein klagend-verzweifeltes „Ach, welch ein Schmerz…Der Liebestraum, wie schön er war“ und ihre warmen Klangfarben und der leuchtende Sopran erstrahlt auch beim kokett vorgetragenen Musetta-Walzer aus „La Bohème“ von Puccini.

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Dvorák von Dalibor Karvay mit maximaler Ausdruckskraft dargeboten. Foto: Lech-Zürs Tourismus by Peter Panik

Den Abschluss des Eröffnungsabends gestaltet Dalibor Karvay mit Dvoráks Violine-Konzert mit Orchester in a-moll, op. 53. Mit Verve wirft sich der slowakische Stargeiger, gern gesehener Gast beim Lech Classic Festival, in eine kraftvolle, melancholisch verzaubernde Interpretation zwischen lyrisch-warmen Akkorden, feurigen Rhythmen und einem finalen Furiant mit großer Ausdruckskraft. Es ist unfassbar, welche Klänge der Geige zu entzaubern sind und der virtuose Solist zeigt reiche Kontraste ebenso brillant wie zärtliche Kantilenen, idyllische Schönheit wie mitreißenden Charakter mit ausreichendem Temperament am Stückende. Der Dialog mit dem klangschönen Horn im 2. Satz hinterlässt bleibenden Eindruck. Das Publikum ist begeistert, spendet standing ovations und verlangt eine Zugabe, die mit Bachs „Sarabande“ majestätisch und erhaben gebracht wird. Die Vorfreude auf die kommende Woche in Lech/Arlberg ist groß.

Susanne Lukas

 

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