Oper Laibach: „Tristan und Isolde“: Premiere (8.2.2026

Eine leere Bühne, Sänger, die wie Pantomimen agieren und sich ausdruckslos wie Puppen um den eigenen Körper drehen.
Was im ersten Akt noch interessant sein mag, wird spätestens im Liebesduett störend, denn eine Interaktion zwischen den Sängern findet kaum statt.
Was Robert Wilson in seiner letzten Arbeit schafft, sind eindrucksvolle Bilder. Grundlage dafür ist eine präzise Lichttechnik, die die Künstler oftmals grell zeichnet oder nur als Schatten erahnen lässt. Im Hintergrund sind in Kontrastfärbung teils geometrische Vierecke zu sehen, besonders beeindruckend ist eine brennende Kerzenwand zu Isoldes Liebestod.
Wenn man sich auf diese minimalistischen Ansätze einlässt, imponiert letztlich eine große visuelle Kraft. Wilson, der 2025 verstorben ist, ist für alle szenischen Bereiche verantwortlich und schafft ein durchaus beeindruckendes Gesamtkunstwerk.
Diese Serie des Wagnerschen Meisterwerks stellt die erste Aufführung am Staatstheater dar und kann auch musikalisch überzeugen: Allen voran überzeugt eine höhensichere Isolde. Die am Konservatorium in Wien ausgebildete Magdalena Anna Hofmann beeindruckt bei ihrem „Liebestod“ mit Innigkeit und mit großem Stimmvolumen. Einen vitalen Tenor lernt man mit Daniel Frank als Tristan kennen. Auch er bewältigt diesen Abend mit einer hellen, höhensicheren Stimme, die durchschlagskräftig ist und im 3. Akt noch Reserven hat. Positiv hervorzuheben sind außerdem Monika Bohinec als kraftvolle Brangäne und Peter Martinčič als präsenter König Marke mit raumfüllendem, rundem Bass. Leider stellt man bei Joze Vidic als Kurwenal zwar eine große Stimme fest, allerdings auch immer wieder Probleme bei der Stimmführung. Rollendeckend agieren Ivan Andres Arnšek als Melot und Robert Brezovar als Steuermann; Matej Vouk fällt in der Rolle des Hirten noch positiv auf.
Das Orchester der Laibacher Oper schafft speziell im zweiten Akt einen stimmungsvollen und nuancenreichen Klangteppich. Hier merkt man die solide Arbeit des Dirigenten Jacek Kaspszyk: Ein Liebesduett mit herrlichen Lyrismen gepaart mit einem vitalen Sängerteam macht diesen Abend zum Ereignis.
Leider wählt er in den beiden anderen Akten aber zeitweise forsche oder sehr schleppende Tempi und spiegelt die Dynamik des Werkes allzu oft in monströser Orchesterlautstärke, sodass man Angst um die Stimmen der Protagonisten bekommt. Letztlich gab es 12 Minuten Applaus und Bravo-Rufe!
Rudolf Smolej

