16.,17.,18.10.2026 – Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Pforzheim-Niefern-Öschelbronn und Ötisheim – Baden-Württemberg (Deutschland).
„Verachtet mir die Meister nicht und ehrt mir ihre Kunst!“

Gottlob Frick-Medaille
In Erinnerung an den legendären, weltberühmten Bass Gottlob Frick (1906-1994), der als jüngstes von 13 Kindern in Ölbronn geboren wurde, zum Weltstar avancierte und auf Grund seiner unverwechselbaren, dunklen Timbre-Qualität als einer der bedeutendsten „schwarzen Bässe“ des 20.Jahrhunderts gilt, findet alljährlich das Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in der Heimat des großen Künstlers statt.
Seine besten Freunde Ehrenpräsident Hans A. Hey und Gattin Ingrid pflegen liebevoll das Andenken an den unvergessenen Ausnahmesänger und bewerkstelligen eindrucksvoll, gemeinsam mit ihrem Team, die Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft.
Für die, von weit her angereisten Gäste, wurde bereits am Abend des 16.10.2026 im Best Western Queens Hotel in Niefern-Öschelbronn, in dem alle Teilnehmer des Künstlertreffens wohnten, neben einem gemütlichen Beisammensein, ein unterhaltsames, musikalisches Programm vorbereitet.
Ehrenpräsident Hans A. Hey begrüßte mit einer enthusiastischen, zündenden Rede die anwesenden Künstler sowie Ausführenden des Abends und eröffnete hiermit das diesjährige Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft.
Studierende der Musikschule Gutmann aus Mühlacker, die von Herta Gutmann geleitet wird, präsentierten abwechslungsreiche Darbietungen. Zur Vorspeise war ein ganz spezieller rhythmischer Auftakt mit Julian Faupel, Lasse Wilhelm und Aaron Wenzel unter der Leitung von Arthus Gutmann zu erleben, in dem die jungen Musiker mit Töpfen, Pfannen, Kochlöffel und sonstigem Küchenzubehör unterschiedliche rhythmische Variationen kreierten.
Als kleiner Zwischengang wurde Klaviermusik zu Gehör gebracht.
Zunächst zeigte die siebenjährige Nelia Geissel ihr bereits beachtliches Können am Klavier mit dem traurigen (Leopold Mozart) und dem lustigen Clown. Anschließend beeindruckte die dreizehnjährige Georgierin Lizi Tughushi mit der „Kroatischen Rhapsodie“ von Tonci Huljic. Eine Verbindung von klassischem Klavierspiel und modernen energetischen Pop-Beats.
Zum Abschluß interpretierte die vierzehnjährige Maria Pohlke eindrucksvoll „La Foule“, eines der bekanntesten Chansons von Edith Piaf, am Klavier. Die Melodie ist ein peruanischer, argentinischer Walzer aus dem Jahr 1927 von Angel Cabral.
Ehrenpräsident Hans A. Hey überreichte Herta Gutmann, Irene Stenzel und mir feierlich und liebenswürdig eine Goldene Rose zum Dank für unsere jahrelange Unterstützung der Gottlob-Frick-Gesellschaft.
Der Abend klang harmonisch und freundschaftlich mit guten Gesprächen aus.
Am nächsten Tag waren bis Mittag schließlich alle Teilnehmer am Künstlertreffen eingetroffen wie u.a. KS Renate Behle, Daniel Behle, KS Oskar Hillebrandt, Star-Journalist Thomas Voigt, Christine Cerletti, Lukas Enoch Lemke, Michail Milanov, Irene Stenzel, Cornelius Hauptmann, Clemens Bieber, KS Rüdiger Wohlers, Jeanne Piland, Wolfgang Kärcher, Matthias Ries-Wolff, John Pickering, Marion Seidel, Wilja Ernst-Mosuraitis…

Daniel Behle und seine Mutter KS Renate Behle. Rechts danebent Ehrenpräsident Hans A.Hey . Fotocredit: Gottlob-Frick-Gesellschaft
Der traditionelle Festakt mit dem anschließenden Festkonzert, zu dem alle gemeinsam mit dem Shuttlebus hingebracht wurden, fand in der Erlentalhalle in Ötisheim statt.
Für den musikalischen Beginn des Festakts zeichnete das Klaviertrio „Reminiscenza“ verantwortlich – Sofia Páez Prat (Violine), Clara Millet Gomis (Cello), Ihor Panchenko (Klavier). Das hochkarätige Trio beeindruckte mit dem 1.Satz des berühmten Klaviertrios in G-Dur, Hob. XV:25, von Joseph Haydn.

Feierliche Überreichung der Gottlob Frick-Medaille an Nils Wanderer. Foto: Frick-Gesellschaft
Der Präsident der Gottlob-Frick-Gesellschaft, Thomas Kleinheinz hielt eine mitreißende Begrüßungsrede und bedankte sich ebenfalls namentlich bei uns für unsere jahrelange Unterstützung. Im Zuge seiner dynamischen Rede kündigte er den hervorragenden Countertenor Nils Wanderer an, der aus der Oper „Rinaldo“ von Georg Friedrich Händel die berühmte Arie „Lascia ch‘io pianga“ zum Besten gab. Erfüllt von hochmusikalischer Intensität, wohldosierter, hingebungsvoller Stimmführung und hinreißendem Legato faszinierte Nils Wanderer mit seiner exzeptionellen Darbietung.
Cornelius Hauptmann betonte in seiner berührenden Laudatio auf Nils Wanderer, nachdem er dessen beeindruckenden Werdegang dem Publikum näherbrachte, die außergewöhnliche Persönlichkeit und das überragende Talent des jungen Ausnahmeinterpreten. Am 14. Mai 2026 feierte Nils Wanderer sein erfolgreiches Debüt an der Metropolitan Opera in New York in der Rolle des Leonardo in der Met-Premiere der zeitgenössischen Oper „El último sueño de Frida y Diego“ von Gabriela Lena Frank unter der musikalischen Leitung von Yannik Nézet-Séguin.
Thomas Kleinheinz und Cornelius Hauptmann überreichten feierlich die Gottlob-Frick-Medaille an Nils Wanderer.
In seiner packenden Festrede befaßte sich Thomas Kleinheinz eingehend mit dem Phänomen „Tenor“. Er versuchte anekdotenreich und akribisch in seinen umfangreichen Ausführungen der enormen Bewunderung, Popularität und Faszination dieses raren Stimmfachs auf den Grund zu gehen.
Nach einer kurzen Pause nahm das Festkonzert unter dem Titel „Vorhang auf!“ seinen eindrucksvollen Anfang.
„Reminiscenza“ faszinierte mit dem Klaviertrio G-Dur, Hob. XV:25 von Joseph Haydn (1732-1809)
2. Satz: Poco adagio. Cantabile
3. Satz: Rondo all‘Ongarese. Presto
Mit bestrickender Homogenität, hochmusikalischer Verve und pointierter Akkuratesse bewiesen die drei jungen Musiker ihre interpretatorische Ausgereiftheit und Professionalität.
Aus der Oper „L‘elisir d‘amore“, dem Melodramma giocoso in zwei Akten von Gaetano Donizetti (1797-1848) war zunächst die Cavatina des Belcore „Come Paride vezzoso“ (1. Akt) zu hören.
Der hochbegabte, vielfach ausgezeichnete Bariton Ljubomir Milanovic, der im Masterstudiengang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim studiert und u.a. beim Anneliese-Rothenberger-Wettbewerb 2025 mit dem Gottlob-Frick-Sonderpreis ausgezeichnet wurde, beeindruckte mit seiner edeltimbrierten, durchschlagskräftigen Stimme und imposanten Bühnenpräsenz.

Daniel Behle. Foto: Marco Borggreve
Der renommierte deutsche Tenor und Komponist, Daniel Behle, zählt zu den vielseitigsten deutschen Sängern seiner Generation. Der hochdekorierte Weltstar fesselte mit der Romanze des Nemorino „Una furtiva lagrima“ (2. Akt).
Erfüllt von hochmusikalischer Innigkeit, exzellenter Stimmführung, höchster tenoraler Qualität dominiert von betörenden Legatobögen zog er das faszinierte Publikum in seinen Bann.
Mit der Opera seria in zwei Akten „I Capuleti e i Montecchi“ von Vincenzo Bellini (1801-1835) wurde das außergewöhnliche Konzert fortgesetzt. Die Szene und Arie der Giulietta „Eccomi in lieta vesta… oh! quante volte, oh! quante“ (1. Akt) wurde von der ukrainischen Sopranistin Aleksandra Domashchuk, die sich derzeit im Masterstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart befindet, technisch pointiert mit belcantesker Feinheit, souveräner Virtuosität und eindrucksvoller Attacke präsentiert.
Daniel Behle brillierte mit der Blumenarie des Don José „La fleur que tu m‘avais jetée“ (2. Akt) aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet (1838-1875). Hochprofessionelle Akzentuiertheit in hinreißender Verbindung mit wohldosierter Empathie und fulminante Spitzentöne, führten zu einer Darbietung von herausragender Exzellenz!
Den glänzenden Schlußpunkt des ersten Konzertteils setzte aus Bizets dreiaktiger Oper „Les pêcheurs de perles“ das Duett Nadir / Zurga „Au fond du temple saint“ (1. Akt).
Daniel Behle und Ljubomir Milanovic interpretierten überwältigend das berühmte Duett aus der Feder von Georges Bizet.
Die hochkarätigen Solisten wurden stets einfühlsam, professionell und aufmerksam von dem italienischen Meisterpianisten Matteo Pirola am Klavier begleitet.
Der zweite Teil dieses exzeptionellen Konzerts begann mit dem Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 32
1. Satz: Allegro moderato von Anton Arensky (1851-1906). „Reminiscenza“ – Sofia Páez Prat (Violine), Clara Millet Gomis (Cello) und Ihor Panchenko (Klavier) zeigten erneut ihre überragende Virtuosität, hervorragende musikalische Komplexizität und ihr herausragendes Interpretationsprofil.
Mit der Arie des Lyonel „Ach so fromm, ach so traut“ (3. Akt) aus der romantisch-komischen Oper in vier Akten „Martha“ von Friedrich von Flotow (1812-1883) präsentierte Daniel Behle abermals eine grandiose Interpretation und ein enormes Spektrum seines überragenden Könnens.
Das Lied der Martha „Letzte Rose“ (2. Akt) wurde von Aleksandra Domashchuk hingebungsvoll, empathisch mit einnehmendem lyrischem Impetus beeindruckend dargebracht.
Aus der Operette in drei Akten „Gasparone“ von Carl Millöcker (1842-1899) reüssierte Ljubomir Milanovic mit dem Lied des Erminio „Dunkelrote Rosen bring‘ ich, schöne Frau“ (3. Akt). Schönstimmig mit galant verführerischer Attitüde wußte er gekonnt zu beeindrucken.
Mit der Operette in drei Akten „Der Vetter aus Dingsda“ von Eduard Künneke (1885-1953) wurde das phänomenale Konzert fortgesetzt. Das Lied der Julia „Strahlender Mond“ (1. Akt) wurde von Aleksandra Domashchuk mit souveräner, lyrischer Emphase, inniger Musikalität und vokaler Präzision gekonnt in Szene gesetzt.
Das Lied des Fremden „Ich bin nur ein armer Wandergesell“ (1. Akt) durchlebte Daniel Behle mit brillanter Authentizität, interpretatorischer Wahrhaftigkeit und stimmlicher Brillanz.
Aus der Operette in zwei Akten „Der Bettelstudent“ von Carl Millöcker (1842-1899) fesselte Ljubomir Milanovic mit dem Auftrittslied des Ollendorf „Ach, ich hab‘ sie ja nur auf die Schulter geküsst“ (1. Akt). Gefühlvoll, mit humoresker Attitude und profunder vokaler Eleganz repräsentierte er sein ureigenstes Profil.
„Die lustige Witwe“ Operette in drei Akten von Franz Lehár (1870-1948) war der nächste Programmpunkt dieses exzellenten Konzertabends. Das Duett Hanna / Danilo „Lippen schweigen“ (3. Akt) wurde von Aleksandra Domashchuk und Ljubomir Milanovic hochemotional, geprägt von musikalischer Sensitivität und inniger Empathie mitreißend gestaltet.
Meisterpianist Matteo Pirola begleitete das ganze Konzert hochprofessionell und empathisch am Klavier.
Den krönenden Abschluß dieses sensationellen Konzerts bildete Daniel Behle mit der Arie des Sou Chong „Dein ist mein ganzes Herz“ (3. Akt) aus der romantischen Operette in drei Akten „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehár.
Atemberaubend, mit phänomenalem, tenoralem Biss, exzellenten Spitzentönen und höchstqualitativer Weltstimme präsentierte Star-Tenor Daniel Behle die legendäre Tenor-Arie.
Das vor Begeisterung jubelnde Publikum in der ausverkauften Erlentalhalle in Ötisheim erklatschte sich zwei Zugaben.
Daniel Behle interpretierte mit grandioser Virtuosität, hinreißendem Humor und seiner bewährten stimmlichen Exzellenz das „Couplet Fußball“. Seine eigene Komposition über den, in seiner Geburtsstadt Hamburg befindlichen, FC – St. Pauli. Eine köstliche, meisterhafte Visitenkarte seiner kompositorischen Brillanz.

Die ausführenden Künstler des Festkonzerts, Foto: Frick-Gesellschaft
Alle Protagonisten dieses fantastischen Konzerts verabschiedeten sich mit dem, von ihnen brillant dargebotenen, „Feuerstrom der Reben“ aus „Die Fledermaus“ von Johann Strauss (1825-1899).
Anschließend wurde den Künstlern feierlich die Gottlob-Frick-Medaille überreicht.
Im Anschluß an das exquisite Festmenü im Best Western Queens Hotel in Niefern-Öschelbronn hatte ich die große Ehre und Freude, gemeinsam mit dem Ehrenpräsidenten der Gottlob-Frick-Gesellschaft, Hans A. Hey, ein packendes Interview mit Weltstar Daniel Behle führen zu können.
Traditionsgemäß fand am nächsten Tag die Matinee mit Star-Journalist Thomas Voigt und einem weiteren berühmten Tenor, Kammersänger Rüdiger Wohlers, im Best Western Queens Hotel statt.

KS. Rüdiger Wohlers im Gespräch mit Renate Behle. Im Hintergrund Marisa Altmann-Althausen Foto: privat
Die Matinee begann mit der legendären Tonaufnahme von der „Entführung aus dem Serail“ von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem Jahre 1966. Zu hören war das berühmte Duett „Vivat, Bacchus! Bacchus lebe!“ (2. Akt) mit Gottlob Frick (Osmin) und Gerhard Unger (Pedrillo) mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Josef Krips.
Thomas Voigt moderierte mit der ihm eigenen Fachkompetenz und interviewte KS Rüdiger Wohlers über sein künstlerisches Leben.
Wohlers, der in den 1970er- und 1980er- Jahren als einer der führenden lyrischen Tenöre im deutschsprachigen Raum galt und besondere Maßstäbe mit seinen Mozart-Partien setzte, betonte, dass er noch mit Gottlob Frick auf der Bühne gestanden sei und zwar in der legendären Aufführung der „Entführung aus dem Serail“ bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen. Gottlob Frick war damals bereits in fortgeschrittenem Alter und gab noch einmal einen fulminanten Osmin und der bereits gefeierte lyrische Mozart-Tenor Rüdiger Wohlers brillierte in der Rolle des Belmonte.
Als nächste Tonaufnahme war die erste Aufnahme von Rüdiger Wohlers im Alter von 22 Jahren aus dem Jahre 1967 zu hören, auf der er „La donna è mobile“ mit Klavier sang. Eine wahrlich historische Aufnahme, die bereits sein überragendes Talent erkennen ließ.

Thomas Voigt im Gespräch mit Daniel Behle. Foto: Frick-Gesellschaft
Auf die Frage von Thomas Voigt nach den Anfängen in seiner Karriere hob Rüdiger Wohlers hervor, dass die Anfänge in diesem Beruf, die ersten Vorsingen und Engagements sehr schwer und deprimierend für ihn waren.
An der Hochschule und der Opernschule lief noch alles wie „geschmiert“, aber die ersten beruflichen Gehversuche waren mit großen Schwierigkeiten verbunden.
Aufwärts ging es für ihn erst als er an das Staatstheater Darmstadt engagiert wurde und er dort „peu à peu“ die richtigen Rollen zu singen bekam. Durch sein Engagement an das Opernhaus Zürich avancierte er zum gefeierten Mozart-Tenor seiner Generation.
Als nächste Tonaufnahmen von Rüdiger Wohlers waren zu hören die Traumerzählung des Chevalier des Grieux „Ich schloss die Augen“, eine der berühmtesten Tenor-Arien aus der Oper „Manon“ von Jules Massenet (2. Akt), die von Wohlers überwältigend gesungen wurde und „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“ (Tamino) aus „Die Zauberflöte“ an der Bayerischen Staatsoper. Rüdiger Wohlers beeindruckte mit enormer Wortdeutlichkeit da, wie er betonte, die Sprache in seinem Leben eine sehr wichtige Rolle spielt und mit herrlichen Legatobögen.
Sehr viel arbeitete Wohlers mit Karl Böhm wie zum Beispiel an der Deutschen Oper Berlin, der Wiener Staatsoper und dem Royal Opera House Covent Garden in London.
Durch seine großen Bühnenerfolge, die er als berühmter Mozart-Tenor weltweit feierte, wurde er auch wiederholt zu Fernsehsendungen eingeladen wie zum Beispiel zum „Blauen Bock“, „Einer wird gewinnen“ oder „Dalli Dalli“…
Aus der Fernsehsendung „Zum Blauen Bock“ war die Tonaufnahme „O sole mio“ in der mitreißenden Interpretation von Rüdiger Wohlers zu hören. Er hob hervor, dass zur damaligen Zeit in den Fernsehsendungen primär live gesungen wurde. Weiters wurde die Fernsehaufnahme „Dein ist mein ganzes Herz“, die Arie des Sou Chong aus „Das Land des Lächlens“ von Franz Lehár beeindruckend zu Gehör gebracht.
Rüdiger Wohlers erzählte weiter über seine aktive Zeit als gefeierter Sänger, in der auch mit Sir Georg Solti und Kurt Masur gearbeitet und Aufnahmen gemacht habe. Außerdem mit Harry Kupfer an der Staatsoper Stuttgart in „Idomeneo“ zusammengearbeitet habe und an der Mailänder Scala mit Riccardo Muti und Michael Hampe in „Cosi fan tutte“.
Anschließend war die Aufnahme von Rüdiger Wohlers als Don Ottavio in Mozarts „Don Giovanni“ – „Dalla sua pace“ – zu erleben. Die Aufnahme gilt als historisches Dokument der Münchner Operngeschichte. Aufgenommen am 31. Juli 1976 vom Bayerischen Rundfunk aus der Bayerischen Staatsoper in München unter der Leitung von Wolfgang Sawallisch. Rüdiger Wohlers‘ Don Ottavio zeichnete sich durch außergewöhnliche Kultiviertheit, ein makelloses Legato und eine hochelegante Phrasierung aus.
Auf die Frage von Thomas Voigt, ob er auch als Lehrer tätig sei, erklärte er, dass er jahrelang den Konzertchor in Zürich unterrichtend begleitete und bis zu 40 Gesangsschüler gehabt habe.
Seinem Stimmfach entsprechend widmete er sich natürlich auch dem Liedgesang und gab Liederabende wie zum Beispiel mit „Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert.
Als Lieddokument von Rüdiger Wohlers war die Tonaufnahme der „Cäcilie“ (op. 27 Nr. 2) von Richard Strauss eindrucksvoll zu hören.
In den frühen 1980er- Jahren entstand die Aufnahme der Orchesterfassung des Liedes mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter der Leitung von Kurt Masur.
Zum Abschluss dieser ergreifenden Matinee war ein wunderbares Tondokument aus dem Jahre 1982 zu erleben, auf welcher sich Rüdiger Wohlers mit der Arie des Rodolfo „Che gelida manina“ aus dem 1. Akt der Oper „La Boheme“ von Giacomo Puccini im italienischen Fach exzellent profilierte. Seine Partnerin auf dieser Aufnahme war die US-amerikanische Sopranistin Jeanette Scovotti in der Rolle der Mimi.
Dieses historische Tondokument zeigte eindrucksvoll Rüdiger Wohlers‘ Vielseitigkeit, lyrische Strahlkraft und seine stilsichere Interpretation der italienischen Romantik.
Ein phänomenales Ende der traditionellen Matinee und des diesjährigen Künstlertreffens der Gottlob-Frick-Gesellschaft, das erneut von außergewöhnlicher Exzellenz und exzeptioneller Brillanz geprägt war!!!
Marisa Altmann-Althausen

