KREMS: Kerzenlicht-Konzerte – Premiere in Krems

Staudigl und Pobitschka am Orgelbalkon. Foto: H.S.
Zahlreiche Besucher folgten der Ankündigung des ersten „Kerzenlicht-Konzertes“, das seit Bestehen der Konzertreihe erstmals in Krems an der Donau durchgeführt wurde und füllten am Samstag, dem 22. August den Dom der Wachau (Kirche St. Veit) im Zentrum der Stadt. Das Programm des Abends bestritt der Trompeter Freddy Staudigl gemeinsam mit Robert Pobitschka an der Orgel, beide führten die Zuhörer mit einem Programm, das Telemann, Händel, Bach, Frescobaldi, Viviani, Leopold Mozart, Faure und Zeitgenössisches umspannte, durch mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte.
Frddy Staudigl zählt zu den bekannten Größen seines Instrumentes und konnte in den vergangenen Jahrzehnten solistisch und kammermusikalisch – etwa mit dem von ihm gegründeten Ensemble Brassissimo Vienna – ein weltweites Publikum ansprechen. Mit festlich strahlendem Ton intonierte er gleich zu Beginn des Abends das berühmte Prelude aus Marc Antoine Charpentiers Te Dum. Würdevoll erklang sein Instrument bei Chorälen von Johann Sebastian Bach im Arrangement für Trompete und Orgel, frisch, heiter und leicht in Giovanni Batistta Vivianis Suite in C-Dur. Dass seine Palette auch über das romantische Tembre verfügt, stellt er in Gabriel Faures „Aprés un Rêve“ unter Beweis.
Robert Pobitschka sekundierte an der Orgel als einfühlsamer Partner. In drei Solostücken von Bach, Frescobaldi und Froberger stellte er unter Beweis, dass er auch komplexe polyphone Strukturen und große Klangfülle auf der Orgel meistert. Einer der Höhepunkte des Abends war die Aufführung seiner eigenen Komposition „Kyrie eleison – gewidmet der Natur“. Das beim Weltwassertag der Vereinten Nationen 1999 in Wien uraufgeführte Werk erklang beim Konzert in Krems erstmals in einem Arrangement für Trompete und Orgel. Das Hauptthema ist an archaischen Quinten und Oktaven angelegt, verdunkelt sich aber dazwischen harmonisch – wohl um an die Gefährdung der Natur zu erinnern. Der Mittelteil bringt eine weit ausholende Cantillene. Staudigl gelang es trotz enorm hoher Lage, diese Cantillene auf seiner Trompete gesanglich und berührend auszugestalten.

Staudigl und Pobitschka. Foto: H.S.
Für den anhaltenden Applaus dankten die Künstler mit einer Zugabe
Mag, Isolde Cupak

