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KÖLN/ Opernhaus: DER ROSENKAVALIER. Premiere zur Wiedereröffnung

28.09.2026 | Oper international

Köln, Strauss: Der Rosenkavalier,  Premiere 27.9.2026

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Foto: Oper Köln/ Jung

 Kurzkritik: Größer kann ein Flop nicht sein. Da warten die Kölner 14 Jahre auf die Wiedereröffnung ihres wunderbaren Opernhauses und dann wird diese Eröffnungspremiere ein halbes Desaster : und zwar leider szenisch wie musikalisch.

MARIE-ÈVE SIGNEYROLE zeichnet als Regisseurin und kommt auf die nun so oft schon abgenutzte Idee, alles an einem Filmset spielen zu lassen. Wieso, was ist der Mehrwert, darf man sich hi9nterher fragen. So sieht man auf der Leinwand Details, die man gar nicht sehen möchte und immer lenkt das vergrößerte Bild von den Protagonisten ab. Viel  falscher Aktionismus, oberflächliche und derbe Spielweisen und vor allem : kein Charme, keine Poesie.

 Dabei gibt es einige Hoffnungen in der Besetzung, die allerdings auch nicht aus dem Kölner Ensemble stammen. Wieso setzt man eine Oper an, und bezieht nur Comprimari des eigenen Ensembles ein, anstatt ein Werk für das Ensemble zu suchen ?

 MADGALENA HINTERDOBLER  muss als erste genannt werden. Musikalisch und stimmlich ist sie eine hervorragende Marschallin, der allerdings szenisch viel genommen ist. Auch BIANCA ANDREW singt einen feinen Oktavian, auch überzeugt sie als Figur- auch auch ihr fehlen szenisch Möglichkeiten, gerade in der Wirtshausszene, wirklich eine komplettes Rollenportrait zu zeichnen. GIULIA MONTANARI wird leider oft übertönt und kann als zarte Sophie nur manchmal leuchten.

PATRICK ZIELKE, der in Mannheim schon ein sehr guter Ochs war, bringt alles für die Rolle mit. Aber er überzeichnet leider stimmilich wie gestisch an einigen Stellen und nimmt sich so alle Delikatesse.

CHRISTIAN MIEDL ist ein solider Faninal. DALIA SCHAECHTER gibt mit MARTIN KOCH ein stimmiges, abgefeimtes, hauseigenes Intrigantenpaar ab.

 Die große Enttäuschung ist aber auch der Zugriff, den Dirigent ANDRES OROZCO. ESTRADA hat. Da fehlen so viele Feinheiten und Nuancen der Paritur. Das Gürzenich-Orchester spielt vorlaut und oft grob.

 Sehr schade, aber vielleicht ist es wie bei der Deutschen Fussball- Nationalmannschaft an diesem Wochenende. Ein Wiederbeginn geht erstmal gründlich schief – auch gab es die letzte Woche noch viele technische Probleme. Bald kommt hoffentlich ein Umschwung, den die Stadt Köln für das Opernhaus dringend braucht.  Zu lange schon führte man ein Schattendasein im auf der anderen Rheinseite gelegenen Staatenhaus. Beim DFB wurde der Trainer ausgewechselt, aber auch das garantiert nicht unbedingt den Erfolg.

 Christian Konz

 

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