Avantgardistischer Künstler-Schmuck
Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Poster zur Ausstellung. Foto: Andrea Matzker
Bis zum 26. April 2026 zeigt das Museum für Angewandte Kunst in Köln, kurz MAKK, avantgardistischen Schmuck von ausschließlich weiblichen bildenden Künstlerinnen der zwanziger Jahre bis heute. Die sehr persönlichen, tragbaren und opulenten Objekte aus vielen verschiedenen Materialien sind zum großen Teil Leihgaben aus Privatbesitz und daher nach der Ausstellung nicht mehr zu sehen. Es handelt sich um 113 Objekte von 45 international bedeutenden Künstlerinnen. Die einfallsreichen Kunstwerke sind nummeriert und anhand eines dementsprechenden Begleitheftes deutlich beschriftet. Selbstverständlich gibt es auch einen Katalog, herausgegeben von Museumsdirektorin Dr. Petra Hesse und der Kuratorin der Ausstellung Lena Hoppe. Mit der Ausstellung „Von Louise Bourgeois bis Yoko Ono“ knüpft das MAKK an den großen Erfolg der Sammlungspräsentation „Faszination Schmuck. 7000 Jahre Schmuck Kunst im MAKK“ an, die erstmals fast 400 Objekte aus der hervorragenden Schmucksammlung des MAKK von der Antike bis heute präsentierte.

Yoko Ono Imagine Peace. Foto: Andrea Matzker
Betritt man die Ausstellung, wird man von einer riesigen Spinne, fotografisch projiziert auf die Wand, begrüßt. Sie ist eines der Markenzeichen von Louise Bourgeois, das auch in kleinerer, aber goldener Ausführung ausgestellt ist. Sehr eindrucksvoll ist der kegelförmig gearbeitete, goldene Ring von Yoko Ono, der wie eine kleine Single anmutet und den bedeutsamen Titel „Imagine Peace“ trägt. Diese beiden Künstlerinnen bilden zum Auftakt der Ausstellung eine Ausnahme in der ansonsten streng alphabetischen Anordnung der Kunstwerke. Man sollte sich unbedingt Zeit nehmen, wenn man die Präsentation besucht, denn es wäre schade, wenn man die hintergründigen, geistreichen und humorvollen Spitzfindigkeiten und Andeutungen der Künstlerinnen in ihren Werken ergründen möchte. Sie drücken ihre Gedanken in den verschiedensten Materialien aus. Schlangen, Hasen, ein Oktopus, Muscheln oder Kartoffeln werden zu bedeutsamen Trägern von Interpretationen.
Es handelt sich übrigens außerdem um eine ausgesprochen „herzliche“ Ausstellung, denn dieses Organ kommt als Symbol und Mythos in den verschiedensten Versionen zum Tragen. In einer Exposition von rein männlichen Künstlern wären eventuell stattdessen eher Stiere, die berühmten Totenköpfe für das Memento Mori oder der Januskopf zu sehen, aber weniger Herzen.

Helen Britton: All The Beautiful Colours I Could Find. Foto: Andrea Matzker

Aube Elleouet Brosche Ammonitenmuschel mit Keramik. Foto: Andrea Matzker

Ruth Francken: Anhaenger Lilith. Foto: Andrea Matzker

Jacqueline de Jong Pomme de Jong. Foto: Andrea Matzker

Alicja Kwade: GoldVolks Libyen. Foto: Andrea Matzker

Niki de Saint Phalle. Brosche und Anhaenger La fleur a la main. Foto: Andrea Matzker

Niki de Saint Phalle Brosche Le Coeur. Foto: Andrea Matzker

Joana Vasconcelos Halsschmuck Vortex. Foto: Andrea Matzker
Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

