Absolute Spitzenqualität in Köln
Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Die Heißersehnte Ankunft des Ministers. Foto: Andrea Matzke
Am Vorabend zur Anuga, der weltweit größten Messe der Lebensmittelbranche, die in diesem Jahr von nie dagewesenem Umfang und bisher einzigartiger Ausstellerdichte war, fand in der Kölner Wolkenburg die Verleihung des Premio Mercurio der deutsch-italienischen Wirtschaftsvereinigung an verdiente italienische und deutsche Unternehmen statt, an der neben S. E. dem italienischen Botschafter Armando Varricchio auch der italienische Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida teilnahm. Der Großneffe der kürzlich verstorbenen Schauspielerin, Fotografin und Künstlerin Gina Lollobrigida verfügt über beste Verbindungen zum Kabinett Meloni, denn er ist mit deren älterer Schwester Arianna verheiratet. Allesamt gehören der Regierungspartei Fratelli d‘Italia an.

Der Miinister Francesco Lollobrigida, Preisträger Luca Buonerba, S.E. Botschafter Armando Varricchio. Foto: Andrea Matzker
Der Wirtschaftspreis Mercurio wird seit 1999 jährlich für herausragende Initiativen im Bereich des wirtschaftlichen und kulturellen Austauschs zwischen Italien und Deutschland verliehen. Bis zuletzt war an diesem Abend nicht sicher, ob der Minister rechtzeitig zur Preisverleihung am Flughafen in Köln aus Rom landen würde, doch er kam gerade noch in time an. Der Preisträger 2023 ist die Firma Industrie De Nora als weltweit größter Anbieter von Elektroden für die wichtigsten elektrochemischen Prozesse in der Industrie, von Wasserfiltrations- und Desinfektionstechnologien und damit von innovativen Lösungen im Bereich nachhaltiger Technologie, insbesondere von grünem Wasserstoff.

Minister Francesco Lollobrigida am Buffet italiano der Wolkenburg. Foto: Andrea Matzker

Minister Francesco Lollobrigid. Foto: Andrea Matzker
Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung mit Ansprachen und Preisverleihungen ging es zum italienischen Buffet, das fast über die ganze Terrasse der Wolkenburg aufgebaut war. Der Hausherr Rudolf von Borries hat sich wirklich selbst übertroffen, denn anspruchsvolle italienische Gäste sind nur äußerst selten von italienischer Kost im Ausland begeistert. Sie bedienten sich alle, inklusive dem Minister, mehrfach am Buffet, also: Ein echtes Kompliment für den Hausherrn.

Eröffnung. Foto: Andrea Matzker

Minister Francesco Lollobrigida. Foto: Andrea Matzker
Am Tag darauf fand die Eröffnung der italienischen Stände auf der Messe statt, bei der Minister Lollobrigida eine flammende Rede zum Niveau und der Qualität der Produkte seines Landes hielt. „Unsere Großmütter und Mütter haben uns in dem Bewusstsein dieser Qualität erzogen.“ Von der veganen Bewegung ist er nicht überzeugt, da sie den Untergang unzähliger über Jahrhunderte gewachsener, kleiner Traditionsbetriebe vernichten könne. Auf der Messe besuchte er im Anschluss an die Eröffnung 5 Stunden lang in zügigem Tempo viele der über 1000 Aussteller seines Landes und überreichte ihnen eine Urkunde: „Io amo la cucina italiana candidata a patrimonio unesco“- „Ich liebe die italienische Küche, Kandidatin für das UNESCO-Weltkulturerbe.“ Spanien und Deutschland waren jeweils nur mit ca. 500 Ausstellern vertreten.

inalpi Simone und Chef Gian Piero Vivalda. Fot0: Andrea Matzker
Zwischendurch machte er eine kleine Pause mit seiner Entourage auf dem Stand der Firma Inalpi, bei der der Spitzenkoch Gian Piero Vivalda aus dem Piemont im abgeschiedenen Kämmerlein weitab von den Blicken neugieriger Messebesucher auftischen ließ. Assistenten und Fotografen der Gruppe um den Minister mussten draußen bleiben. Sein Gourmet Restaurant Antica Corona Reale in Cervere bei Cuneo ist mit zwei Sternen im Michelin ausgezeichnet.

-Uovo-in-cocotte-bei-inalpi-Foto-Andrea
Neben anderen Köstlichkeiten wurde eine seiner Spezialitäten serviert: „Uovo in cocotte al tartufo bianco“, was so viel bedeutet wie „Ei im feuerfesten Steinguttopf mit weißem Trüffel“. Dabei handelt es sich um ein – rigoros! – weiches Ei, versunken in einer sämigen Creme aus Raschera, einem ortstypischen Schnittkäse aus mindestens 900 m Höhe mit Stempel „R – Denominazione di Origine Controllata“, überstreut mit Parmesan aus dem Ofen, über das am Ende großzügig frischer Trüffel gehobelt wird, der kurz vor dem Verspeisen in das warme Gericht untergerührt werden sollte, damit er seinen Geschmack voll entwickeln kann.

-Bonet-bei-inalpi-Foto-Andrea-Matzker-P5420823.jpg
Simone aus der Profi-Equipe des Sternekochs wickelte die kostbaren Erdgewächse nach dem Gebrauch wieder vorsichtig und sanft in weiches Papier ein, bevor sie wieder in die Kühlung kamen. Danach befragt, wieviel denn davon für die Schalen des Ministers und seiner Leute verbraucht wurden, antwortete er: „4 etti“, also 400 g, d. h. Trüffel im Wert der Kleinigkeit von ca. 4000 €. Zum bereits vorbereiteten, zwölffachen Nachtisch blieb „Lollo“, wie Premierministerin Giorgia Meloni ihren Schwager nennt, nicht mehr, aber über den freuten sich dann die anderen Gäste des Standes, denn es handelte sich dabei um das berühmte und legendäre piemontesische Schokoladendessert „Bonèt“, das bereits nachweislich seit dem 13. Jahrhundert existiert.

Minister-Francesco-Lollobrigida-bei-inalpi-Bedauernd-verzichtet-er-auf-den-Bonet-Foto-Andrea

