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KÖLN/ Konzertsaal des Kölner Stadtgartens: Weltklassekonzert als Geburtstagsgala für Manfred Schoof

20.04.2026 | Konzert/Liederabende

Köln/ Konzertsaal des Kölner Stadtgartens: Weltklassekonzert als Geburtstagsgala für Manfred Schoof

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

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Manfred Schoof begrüßt seine Gäste im Konzertsaal des Kölner Stadtgartens. . Foto: Andrea Matzker

Freunde, Kollegen, Schüler und Wegbegleiter richteten zum 90. Geburtstag des legendären Musikers und Komponisten Prof. Manfred Schoof ein „Familienfest“ im komplett ausverkauften und folglich gut überfüllten Konzertsaal des Kölner Stadtgartens aus. Nachdem die letzten runden Geburtstage in der Kölner Philharmonie oder im Bismarcksaal des Westdeutschen Rundfunks feierlich begangen wurden, sollte es diesmal etwas familiärer zugehen. Manfred Schoof, der am vergangenen Ostermontag seinen runden Geburtstag feierte, ist spätestens durch seine legendären Kompositionen zu bekannten Fernsehsendungen allen Deutschen im In- und Ausland seit vielen Jahren bekannt und vertraut. Ob es nun das „Morgenmagazin“, die „Sendung mit der Maus“, „Geld oder Liebe“, „Boulevard Bio“ oder viele anderen langjährigen, äußerst erfolgreichen Formate sind, immer entstammten die Musik und die ad hoc wieder erkennbare Titelmelodie seiner Feder. Weltweit gilt er als geschätzter Musiker, Komponist und Musikprofessor und empfahl auch, mindestens zweimal im Jahr einen Aufenthalt in New York, um als Musiker zu wissen, wo man steht.

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Manfred Schoof, Markus Stockhausen und Andy Haderer. Foto: Andrea Matzker

Als deutscher Jazztrompeter, der auch Flügelhorn und Kornett spielt, gilt er als „der große Romantiker unter den in Deutschland wirkenden Jazz-Avantgardisten“ (Hans Kumpf). Er gründete und leitete unzählige Orchester und Formationen und reiste zum Beispiel mit der Allstarformation Old Friends und seinem Kollegen Klaus Doldinger durch die ganze Welt. Der Jubilar führte zum Teil selbst durch das Programm der Geburtstagsgala, jugendlich, sportlich, spitzbübisch und immer einen humorvollen Spruch auf den Lippen. Er schaut genauso aus wie das wunderschöne Foto auf der Leinwand zu seinem Geburtstag, das sicherlich schon vor einigen Jahren aufgenommen worden war. Ihm zu Ehren hatte sich eine Gruppe Musiker zusammengetan, um ihm diverse Ständchen zu bringen. Zu dieser absoluten Crème de la crème gehörten Andy Haderer (tp), Markus Stockhausen (tp), Mike Herting (keys), Jiggs Wigham (pos), Paul Shigihara (git), Heiner Wiberny (sax), Jochen Schmidt (bass), Terrence Ngassa (tp, voc) und Willy Ketzer (drums). Zum Teil waren sie von weit her angereist, um an dieser Ehrung teilnehmen zu können. Das war ihr spezielles Geburtstagsgeschenk.

Zur Setlist dieses einzigartigen Galakonzerts (zu dem der Jubilar von seinen Freunden und Kollegen quasi überrumpelt werden musste) von Spitzenmusikern einer Weltklasseband, die eigentlich gar nicht existiert, gehörten die Titel:

„For You“ von Paul Shigihara,

„Ulla in Afrika“ von Heiner Wiberny,

„Pennies From Heaven“ mit Terrence Ngassa,

„Amour éternel“ von Mike Herting,

„Roter Salon“ mit dem Solo von Willy Ketzer, und

„Suggestion“ von Manfred Schoof.

Viele Kollegen des Westdeutschen Rundfunks waren gekommen und erzählten aus ihrer jahrelangen Zusammenarbeit mit Manfred Schoof. Dabei sind ihm alle als Freunde eng verbunden geblieben. Dazu gehören Armin Maiwald, bekannt durch die „Sendung mit der Maus“, Autor, Regisseur und Darsteller Christoph Biemann, Filmproduzent Gerhard Schmidt oder Gert Kaspar Müntefering, der verantwortlich für das Kinderprogramm des Westdeutschen Rundfunks war. Letzterer war der Einzige im Publikum, der sich outete, älter als der Jubilar zu sein. Er sollte damals für das Kinderprogramm „Kölsche Töne“ finden, aber bitte aus Swing und Jazz (und nicht aus Karneval!), so Müntefering. Er hatte dem Jubilar seine eingerahmte Eintrittskarte vom Konzert zum dessen 80. Geburtstag mitgebracht und kündigte an, dass er zum 100. Geburtstag wiederkommen werde mit einer Eintrittskarte zum diesjährigen Konzert.

Manfred Schoof wurde nicht entlassen, bevor er öffentlich auf der Bühne all seinen Freunden, Kollegen und vor allem seiner gesamten Familie, allen voran seiner zauberhaften Frau Marianne, versprochen hatte, noch lange gesund weiter zu leben und zu wirken. Nach den stehenden Ovationen beim „Happy Birthday“ des gesamten Publikums zu Beginn des Konzerts erntete er zum Schluss der herzlichen Geburtstagsfeier minutenlangen Beifall. Nach einer Zugabe mit dem Titel „Like Don“ (Don Cherry gewidmet) bedankte er sich lachend bei den Musikern: „Ihr habt sehr schön gespielt, aber es ist jetzt zu Ende.“

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Manfred und Marianne Schoof. am 20.4. im Kölner Stadtgarten. Foto: Andrea Matzker

Andrea Matzker/ Dr. Egon Schlesinger

 

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