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KÖLN: Jubiläumstournee „50 Jahre Circus-Theater Roncalli“ in Köln

25.03.2026 | Feuilleton

Jubiläumstournee „50 Jahre Circus-Theater Roncalli“ in Köln

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

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Die Litfaßsäule am Eingang der Ausstellung. Foto: Andrea Matzker

Vom 24. März bis zum 13. April 2026 ist während der Öffnungszeiten der Kreissparkasse in deren Kassenhalle am Kölner Neumarkt eine zauberhafte, informative und übersichtliche Ausstellung zum 50. Jubiläum des Circus-Theaters Roncalli zu sehen. Sie zeigt die Liebe zur Nostalgie und den Mut zur Innovation des Unternehmens. Zur Eröffnung der Ausstellung kam der Wiener Zirkusdirektor Bernhard Paul mit seiner Bilderbuch-Familie und erzählte angeregt über den Werdegang seines Unternehmens.

Eine historische Litfaßsäule und zwei über 80 Jahre alte, handbemalte Holzpferde begrüßen die Besucher der Ausstellung. Ein einladender Weg führt durch die bewegte Geschichte des Circus-Theaters anhand von Originalrequisiten, Kostümen, Modellen und umfangreichem Archivmaterial. Ein nostalgischer Balkonwagen aus der Sammlung Bernhard Pauls sowie Büsten der Clown-Legenden Enrico Rastelli, Charlie Rivel und Grock ergänzen die Ausstellung.

Die typische Roncalli-Atmosphäre setzt sich zusammen aus 80 historischen Wagen, nostalgischen Foodtrucks und 150 Mitarbeitern, bestehend aus Artisten, Musikern und Künstlern. 1316 Personen passen in das Zelt. Seit 2018 ist das Circus-Theater Roncalli tierfrei und hat sich darüber hinaus von Plastikverpackungen und Plastikbesteck verabschiedet. Über 10.000 aufwendig konstruierte LED-Glühbirnen und Messinglampen tauchen die gesamte Roncalli-Stadt in romantisches Licht. Der Circus reist, Natur und Energie schonend, auf Schienen.

Das Kölner Programm zum 50. Jubiläum bietet gleich einen gesamten Terminkalender. Die Aufbauarbeiten am Neumarkt beginnen ab dem 2. April. Am 10. April ist die feierliche Premiere, und die Aufführungen laufen bis zum 25. Mai. Der 18. Mai, der veritable Tag des 50. Jubiläums mit dem ersten Auftritt auf der Hofgartenwiese in Bonn am 18. Mai 1976, ist eigentlich ein spielfreier Montag. Aber Bernhard Paul würde gerne ein besonderes Fest mit alten Weggefährten, wie zum Beispiel Emil Steinberger und den Ur-Höhnern, an diesem Tag gestalten.

Doch nicht genug damit: Am 20. April wird eine Roncalli-Briefmarke zum Jubiläum veröffentlicht, und Bernhard Paul hat sich eine große Glocke gießen lassen, die voraussichtlich Mitte Mai fertiggestellt sein wird und dann jede Aufführung einläuten kann. Neben seinen diversen Weihnachtsmärkten, die er schon immer gerne auch in Köln ausrichten wollte, hegt er nach wie vor den Traum vom eigenen Museum in Köln.

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Eliana, Bernhard, Lili, Vivian, Adrian Paul. Foto: Andrea Matzker

Bernhard Paul über das Programm: „Es wird keine Best-of-Show. Es wird eine Oper fürs Auge und eine Collage von Emotionen und optischen Eindrücken. Wir haben uns mit allem gesteigert und ich bin jeden Tag wieder völlig neu überrascht. Im kommenden Jahr werde ich 80 Jahre alt und bin begeisterter als jemals zuvor.“ Über 45 Millionen Zuschauer waren seit 1976 seine Gäste. Tochter Lili Paul-Roncalli ist auch dieses Mal wieder dabei und widmet mit einer virtuosen Verbindung von Tanz und Kontorsion eine ganz spezielle Hommage an die artistischen Anfänge ihres Vaters.

Die Ausstellungseröffnung und gleichzeitige Vorstellung des Festprogramms wurde mit einem wahren Kunstwerk eingeleitet, das sich am Ende sogar überraschenderweise auch noch als essbar entpuppte. Eine spektakuläre Miniaturnachbildung des Circus-Zeltes samt Heißluftballon zierte den Tisch der Pressekonferenz neben der Familie Paul-Roncalli. Erst als nach der Programmvorstellung kleine Teller und Gäbelchen gereicht wurden, begriff man, dass das Modell essbar sei.

Eine ganze Woche lang hatte die Konditormeisterin Sandra Wörder mit ihrem Team von dem berühmten Kölner Café Wahlen daran gearbeitet. Zunächst mussten die Zuckerblumen gebildet werden, da sie ja trocknen sollten, um am Ende zu einer krokanten Delikatesse werden zu können. Das untere Zelt war gefüllt mit französischer Nougat-Buttercreme, und das obere Zelt mit der gleichen Basis aber zusätzlich abgebundenen Sauerkirschen, da es ja nicht so viel an Gewicht aushalten musste wie das untere Zelt. Als es dann zum kunstvollen Fondant kam, machte sich das Team besonders viel Mühe, den genauen Farbton von Weiß zu treffen, der in dem Roncalli-Emblem und dem Heißluftballon zu finden ist. Oft sind solch herrliche Torten ja nicht unbedingt so köstlich, aber diese war es und machte Lust auf mehr, ebenso wie die gesamte Veranstaltung!

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Anschnitt der Jubiläumstorte. Foto: Andrea Matzker

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Die Jubilämstorte zum Empfang der Roncalli-Familie. Foto: Andrea Matzker

Andrea Matzker/ Dr. Egon Schlesinger

 

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