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KÖLN: AUF DEN SPUREN DES TRIFOLIUMS

10.02.2020 | Feuilleton

KÖLN: Auf den Spuren des Trifoliums

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger


Das Kölner Dreigestirn ist stolz auf das Geschenk vom Dombaumeister. Foto: Andrea Matzker. 

In der närrischen Jahreszeit, in Köln auch die fünfte Jahreszeit genannt, gilt das Dreigestirn als die höchste Repräsentanz der Stadt Köln und macht vielen Institutionen seine Aufwartung. Neben vielen sozialen Einrichtungen und Firmen gehören dazu auch traditionsgemäß ein Kaffeestündchen mit dem Kardinal und ein Besuch in der Kölner Dombauhütte. Für viele Kölner und Köln-Besucher ist es ein Traum, diese Werkstätten zu besuchen. So fühlte sich auch das Kölner Trifolium ganz besonders geehrt, als es vom Dombaumeister und seinen Mitarbeitern aus diesem Anlass aufs Herzlichste begrüßt wurde.


Köln Dombauhütte: Das in Stein gemeißelte Kölner Wappen als Geschenk für das Dreigestirn. Foto: Andrea Matzker. 

Als dieser dann aber nach verschiedenen Ansprachen eine unerwartete Überraschung enthüllte, war es um die Fassung des Dreigestirns geschehen. So sehr gerührt waren sie über das Geschenk. Dombaumeister Peter Füssenich hatte mit seinen Mitarbeitern ein Kölner Wappen mit den Drei Heiligen Königen und den 11.000 Jungfrauen in den für den Dom typischen Stein arbeiten lassen. Mit solch einem Geschenk hatte das Dreigestirn nicht gerechnet. Da es zu schwer zum Tragen ist, bleibt es vorerst in der Dombauhütte. Sinn dieses Geschenks ist, dass das Kunstwerk zugunsten eines Herzensprojektes des Kölner Dreigestirns versteigert und so dem guten Zweck zugeführt wird. Das diesjährige Trifolium hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, die gesammelten Spendengelder dieser Session dem Bau eines Rosenmontagszugwagens zukommen zu lassen, der ausschließlich für Menschen mit und ohne Handicap gewidmet ist. Mit dem geplanten Wagen können zehn Menschen mit Beeinträchtigungen am Rosenmontagszug teilnehmen. Damit möchte das Dreigestirn zur Inklusion im Karneval beitragen. Der Wagen ist für den Rosenmontagszug 2021 geplant. Die Mitfahrenden bekommen außerdem Kamelle (zu deutsch: Süßwaren zum Werfen in das Publikum) und Kostüme gestellt. Die Plätze sind bereits für die nächsten zehn Jahre abgesichert. Der Wagen wird ab 2021 ein Teil des regulären Rosenmontagszugs sein. Das Dreigestirn hatte vor lauter Freude Tränen in den Augen ob dieses großartigen Geschenks.


Köln-Dombauhütte: Die numerierten Plaketten zum 100. Jubiläum der Vollendung des Kölner Domes im Jahre 1980. Foto: Andrea Matzker. 

Die Arbeit ist an der Seite verziert mit einer Plakette der Dombauhütte, die eigens im Jahre 1980 geschaffen wurde, um des Jubiläums der 100-jährigen Fertigstellung des Kölner Domes zu gedenken. Im Gegenzug zur Überreichung der eigenen Prinzenspange an die Herrschaften der Dombauhütte erhielt das Dreigestirn diese besondere Plakette.


Dombauhütte: Monsignore Robert Kleine, Jungfrau Griet, Prinz Christian II., Dombaumeister Peter Füssenich, Bauer Frank, Domprobst Gerhard Bachner vor einem musizierenden Engel. Foto: Andrea Matzker. 

Die Hausherren führten die Gäste durch die verschiedenen Arbeitsräume und den Hof der Dombauhütte und zeigten ihnen verschiedene Schritte in der Bearbeitung des Steins. Unter anderem bewunderten sie einen musizierenden Engel, der in Bälde in 80 m Höhe auf dem Nordturm des Kölner Domes thronen wird. Auch zeigten ihnen die Steinmetze, was nach monatelanger Arbeit am Stein passieren kann: Nämlich, dass kleine Muschelversteinerungen mitten im Gestein auftauchen können und so gewaltig die auf Millimeter vorgeplante Arbeit erschweren können.


Dombauhüttenmeister Uwe Schäfer, Jungfrau Griet, Dombaumeister Peter Füssenich, Prinz Christian II., Bauer Fran, Stellvertretender Dombaumeister Albert Distelrath hinter einem kunstvollen Baldachin. Foto: Andrea Matzker.

Gerne wäre das Dreigestirn noch länger geblieben, vor allem, um auch in gemütlicher Runde noch etwas zu „müffele und zu süffele“ (zu deutsch: zu essen und zu trinken) aber leider ließ dies ihr Zeitplan nicht zu. Wie viele andere aus ihrem Gefolge waren sie zum ersten Mal in der Dombauhütte, waren völlig begeistert und möchten unbedingt wiederkommen.

 

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