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KLOSTERNEUBURG/operklosterneuburg: SAMSON UND DALILA – Neuinszenierung

23.07.2026 | Oper in Österreich

KLOSTERNEUBURG/operklosterneuburg: SAMSON UND DALILA – NI am 21. Juli 2026

 Sensationelle Dalila!

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Ballett Bacchanalszene. Copyright: Schark.jpg

Jedes Jahr veranstaltet die operklosterneuburg, heuer in der zweiten Saison unter ihrem neuen Intendanten Peter Edelmann, eine Oper des Mainstreams im prachtvollen Kaiserhof des Stiftes Klosterneuburg vor den Toren Wiens. Das gehaltvolle Festival ist seit langem ein Pfeiler der sommerlichen Opern- und sonstigen Festivals in Niederösterreich. In diesem Jahr entschied man sich für „Samson und Dalila“ von Camille Saint-Saëns. Peter Edelmann startete letztes Jahr sehr erfolgreich in die neue Intendanz und sprach in einer flammenden Begrüßungsrede das vollzählig erschienene Publikum dieser siebten Reprise nach der Premiere am 4. Juli an. Er macht das sehr gut, mit viel Herz und sehr persönlich. Die Leute fühlen sich offenbar sehr wohl hier.

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Dalila (Margarita Gritskova), Abimelech (Ivo Kovrigar). Copyright: Schark jpg

Sie erlebten im Grunde auch eine sehr gute Inszenierung, obwohl diese Oper nicht so viel hergibt wie manch andere, die man hier aufgeführt hat und sicher noch aufführen wird.

Thomas Rösner, Gründer und künstlerischer Leiter der Beethoven Philharmonie Baden und bereits bei operklosterneuburg in vier Produktionen am Pult, hatte die musikalische Leitung an diesem Abend. Heuer bekommt die operklosterneuburg ihr eigenes Orchester, das Orchester der operklosterneuburg ENS. Es geht aus dem Ensemble Neue Streicher hervor, das bereits 1983 gegründet wurde. Das in Klosterneuburg beheimatete Ensemble legte seinen künstlerischen Schwerpunkt bisher auf Werke der Kammermusik-Literatur und in Vergessenheit geratene Werke, wirkte aber auch schon bei großen Orchsterproduktionen mit. Als Opernorchester saß das Ensemble Neue Streicher nun erstmals im Orchestergraben der operklosterneuburg – ein bedeutendes Datum in diesem Jahr!

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Dalila (Margarita_Gritskova), Samson (Kristian Benedikt). Copyright: Schark

Mario Pavle del Monaco, ein Neffe des renommierten Regisseurs Giancarlo del Monaco, führte bei diesem „Samson” Regie. Die Choreografie, da man das große Ballett hier ganz bewusst am Ende des 1. Akts sehr wirksam eingebaut hatte, lag in den Händen von Desi Bonato. Der Österreicher Hans Kudlich, Bühnenbildner des äußerst sehenswerten zweiten „Ring des Nibelungen“ von 2023 an der Sofia Oper in Bulgarien, schuf das Bühnenbild.

Zu Beginn des 1. Akts – es war noch recht hell – wirkte es noch nicht ganz überzeugend. Mehrere rechteckige große Steinblöcke mussten von den Hebräern – natürlich unter dem Zwang der Philister – bewegt werden, etwas banal. Es wurde aber viel interessanter im 2. und 3. Akt, als auch die Dunkelheit kam mit dann sehr guter Beleuchtungstechnik von Lukas Siman. Hier gab es auch eine sehr überzeugende Verführungsszene des Samson durch Dalila, auch musikalisch. Das Orchester der operklosterneuburg ENS spielte ausgezeichnet und vermittelte die schwüle verführerische Erotik, die Dalila auf Samson ausstrahlt. Dabei verfügt der Kaiserhof auch über eine sehr gute Akustik.

Der Schluss war dann nicht so ganz überzeugend, wobei anzumerken ist, dass der Einsturz eines großen Tempels auf einer Bühne nicht leicht zu bewerkstelligen ist. Regisseure von Richard Wagners „Götterdämmerung“ können ein Lied davon singen. Die großen Felsplatten aus dem 1. Akt waren also hintereinander aufgestellt und fielen durch Samsons Kraft dominosteinartig der Reihe nach zu Boden. Das hätte man mit Licht vielleicht besser machen können. Der Mittelakt überstrahlte somit den ganzen Abend, nicht zuletzt durch eine phantastische Darstellung der Dalila durch Margarita Gritskova bei ihrem Rollendebut.

Sie sang die phantastische Arie, das vokale Prunkstück der Oper, mit traumhaft schönem Mezzo, der ebenso geheimnisvoll dunkle Töne wie beeindruckende Höhe offenbarte. Dazu kam das sehr intensive Spiel der Verführerin mit der entsprechenden Mimik, der Samson nachvollziehbar nicht wiederstehen konnte. Außerdem ist Gritskova auch sehr hübsch – also schlicht und einfach eine perfekte Besetzung! Christian Benedikt als Samson fehlte dann doch ein bisschen der tenorale Glanz, und er wirkte auch darstellerisch nicht allzu sehr überzeugend. Serban Vasile war als Oberpriester des Dagon ein sehr guter Tenor für eine doch relativ kleine Rolle. Die weiteren Nebenrollen waren gut besetzt.

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Samson Kristian_Benedikt), Tempelsturz . Copyright: Schark.jpg

Hervorzuheben ist das sehr phantasievoll choreografierte und agierende Ballett Masterclass der Dance Factory Klosterneuburg und M.ART. in productions, welches in sehr ansprechenden rot-schwarzen Kostümen von Anna-Sophie Lienbacher eine sehr unterhaltsame Show bot. Last but no least waren der Chor und die Chorakademie der operklosterneuburg unter der Leitung von Brigitte Wurzer große Pfeiler des Abends mit kraftvollem und differenziertem Gesang.

Es war also ein weiterer erlebnisreicher Abend im Kaiserhof des Stiftes Klosterneuburg. Im kommenden Jahr soll etwas lustiger werden….                                                  

Klaus Billand

 

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