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KLOSTERNEUBURG/ NÖ/ operklosterneuburg: „SAMSON UND DALILA“ – für laue Sommernächte 

08.07.2026 | Oper in Österreich

„Operklosterneuburg“: Ein kleinwenig schaurig – „Samson und Dalila“ für laue Sommernächte  (7.7.2026)

samso
Foto: operklosterneuburg/ Schark

Die biblische Geschichte von Samson und Dalila ist keine beglückende. Philister unterwerfen Juden. Alles gnadenlos, ein Morden damals so wie heute. Dalila verführt Samson mit betörenden Liebesschwüren … Camille Saint-Saens bekannteste  Oper mit ihren vielen melodischen Feinheiten ist in diesem Jahr im Kaiserhof des Stiftes Klosterneuburg bis 1. August zu sehen. Beglücken kann sie nicht, diese Story mit ihren fortwährend vorgeführten Gewaltexzessen. Das Geschen der Spiels: Vor über zweitausend Jahren im heute total verwüstetem Gaza. An einem lauen Sommerabend vermag diese nicht allzu oft gespielte Grand Opéra, 1877 in Weimar uraufgeführt, doch durchaus mit musikalischen Überraschungen und beeindruckenden Arien und so einiger Sentimentalität mitzuerleben sein.

Im Klosterneuburger Stift ist am berühmten Verduner Altar aus dem 12. Jahrhundert parallel zum Neuen Testament mit Szenen aus dem Leben von Christus die Geburt und die Beschneidung des Samson als Beispiel des Alten Testamentes zu sehen. Somit: die Chorherren haben zur Ansetzung dieser Oper ihr o.k. gegeben. Sangesgröße Peter Edelmann, Intendant von Operklosterneuburg mit Herz für ein stimmiges Opernerlebnis ohne die heutigen modischen Regieexzesse, sieht die schaurige Geschichte wie ein mythologisches Märchen an. Doch bitte …. Regisseur Mario Pavle del Monaco setzte auf der beengten schrägen Open Air-Bühne mit einfachen Mitteln den Konflikt der so hasserfüllt verfeindeten Volksgruppen eher drastisch in Szene. Dabei völlig ohne Zeitgeist- oder Zeitbezug-Zutaten. In den fordernden Titelrollen haben Margarita Gritskova und Kristian Benedikt ihre berührenden Momente. Dirigent Thomas Rösner lenkt das Orchester und den Chor sicher durch die anspruchsvolle Partitur. Hochromantik mit all ihren klanglichen Schönheit. Und zum berühmten Bacchanale wie  zum Tanz der der Philister-Priesterinnen hat die ambitionierte Dancefactory Klosterneuburg keine weite Anreise. 

Peter Edelmann wirbt für ein stimmige Opernerlebnis. Wirbt für die vom Land Niederösterreich wie der Stadtgemeinde Klosterneuburg zur Hälfte finanzierte operklosterneuburg GmbH. Die zweite Hälfte muss durch den Kartenverkauf wie durch Sponsoring finanziert werden. Der Bund steht abseits. An diesem Abend hat sich ein um einiges feiner gestimmtes Publikum als die zur Zeit die Wiener Theaterszene Besuchenden eingefunden. Edelmann wendet sich gegen die heute von der originale Story so abweichenden Mode-Inszenierungen, wünscht sich wieder wie es vor Jahren in der heimischen Opernszene empfunden wurde: „Eine eigene Geschichte spielt sich beim Opernbesuch in Hirn und Seele ab – man geht mit Musik erfüllt nach Hause“. Bei solch einem Samson-Schicksal lässt sich allerdings das heutige Geschehen in dieser Region nicht so ganz verdrängen.

Meinhard Rüdenauer

 

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