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KLAGENFURT/Burghof: MICHAEL SCHADE AND FRIENDS . Klassik im Burghof

24.08.2026 | Konzert/Liederabende

22.8.2026: KLASSIK IM BURGHOF (Klagenfurt) – MICHAEL SCHADE AND FRIENDS

Michael Schade in Klagenfurt – zurecht enthusiastisch bejubelt

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Michael Schade© Maria Körber

„Michael Schade and Friends“ – so hieß es diesmal bei „Klassik im Burghof“ in Klagenfurt, die allerdings aufgrund der instabilen Wetterprognose kurzfristig zu „Klassik im Konzerthaus“ umfunktioniert werden musste – was der Wirkung der Werke, die sich der Kanadische Tenor für sein Recital ausgewählt hatte, durchaus zu Gute kam: blieb das Konzert dadurch doch von mittäglicher Sirenenprobe, Autoalarmen und Martinshörnern verschont, die sonst allenthalben den Musikgenuss im offenen Arkadenhof in der Klagenfurter Burg beeinträchtigen.

„Michael Schade and Friends“ – das bedeutete an diesem Vormittag konkret die Mitwirkung zweier junger hoch musikalischer Instrumentalisten, des Pianisten Maximilian Kromer und des Geigers Johannes Fleischmann, die mit Schade gemeinsam auch andernorts international Konzerte bestreiten und dem Sänger nicht nur durch eingestreute Instrumental-Einlagen verdiente Pausen verschaffen, sondern in ihrer Zusammensetzung auch die Programmierung von seltenen, höchst originellen und kaum gespielten Stücken ermöglichen.

Zunächst eröffnete aber Schade – begleitet am Klavier – mit der „Bildnisarie“ aus Mozarts Zauberflöte und zeigte an, was das Auditorium in den kommenden zwei Stunden erwarten würde: die Begegnung mit der beeindruckenden Musikalität und technischen Intelligenz eines internationalen Stars, dessen Stimme natürlich metallischer geworden ist und gelegentlich auch widerspenstiger in einem fast vierzigjährigen Sängerleben. Der sich aber in der Erfahrung, die ihm die lange Karriere geschenkt hat, die Werke, die er interpretiert, in einer Weise zueigen (das Wort ist mit Bedacht zu wählen) gemacht hat, dass er nicht nur mit den Figuren und Situationen, von denen er singt, verschmilzt, sondern auch die Zuhörer den objektiven Abstand zwischen sich und dem „Dargebotenen“ vergessen lässt und sie in ein authentisches Erleben des Gehörten zieht.

Somit hieß „Michael Schade and Friends“ spätestens ab seiner Moderation nach dem Eröffnungsstück (und mit jedem weiteren Programmpunkt und jeder weiteren Moderation) einen gegenseitigen Austausch an Sympathie zwischen dem Künstler und den anwesenden Musikfreunden, einen Austausch, der im zweiten Teil in einem à la Sing Along gemeinsam a capella intonierten (und durchaus gelungenen) „Der Mond ist aufgegangen“ gipfelte, mit dem Schade ein musikalisches Zeichen für Frieden und Geschwisterlichkeit setzen wollte (und von der bereitwilligen Beteiligung der Anwesenden sichtlich bewegt war).

Unter den anderen Stücken, die Schade für die Matinee am Wörthersee ausgewählt hatte und die insgesamt einen intelligenten Bogen aus der späten Klassik über die Romantik bis an die Schwelle der Unterhaltungsmusik am Beginn des 20. Jahrhunderts spannten, ragten, wenn sich solches überhaupt sagen lässt, im ersten Teil noch einmal ein pointiert vorgetragener „Kuss“ op. 128 von Beethoven, ein in Zerbrechlichkeit und Selbstzweifel erschütternder „Neugieriger“ D795/6 aus Schuberts „Müllerin“ sowie das Strauss’sche „Morgen“ hervor, mit dessen ins Atemlose verschwebender Stille Schade die Zuhörer in die Pause entließ. Sowie drei der selten aufgeführten, überaus gefühlsbetonten Werke, die sich der Zusammenarbeit des legendären Geigers Fritz Kreisler mit dem irischen Tenors John McCormack verdanken, und in denen das Trio seine pure Freude am Musizieren ausspielen konnte. Zu diesem Zeitpunkt im zweiten Teil hatte Schade sein Publikum emotional bereits fest in der Hand und bescherte ihm zwischen der melancholischen Gratwanderung „Es war das letzte Mal, als wir uns sahen“ und dem lebensfrohen „Carmé“ ein Wechselbad der Gefühle. Der frenetische Applaus am Ende erzwang Schuberts „Ständchen“ aus dem „Schwanengesang“, war aber vor allem Ausdruck der in den zurückliegenden zwei Stunden mit den Mitteln der Kunst aufgebauten Beziehung zwischen Michael Schade und seinen vielen anwesenden „Friends“.

Valentino Hribernig-Körber

 

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