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KAPSTADT/ Südafrika: DIE HOCHZEIT DES FIGARO – SI DNM review Cape  Town Opera production 2022   last performance

16.07.2022 | Oper international

SI DNM review Cape  Town Opera production 2022   last performance 15.7.22

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 Die Hochzeit des Figaro – ein toller Tag & eine tolle Inszenzierung

 Die pralle Lebenslust des Barocks und die verfeinerte Erotik des Rokoko sind uns leider in, den Eros verpornographiert habenden Zeiten kaum mehr nachvollziehbar; auch nicht in Zeiten in denen alles moegliche “problematisiert’wird; vor allem  der leichte, heitere Umgang mit  dem ‘Menschlichem, Allzumenschlichem’. Sicherlich war der “Tolle Tag”des Beaumarchais ein in der Krise einer Feudalgesellschaft entstandenes, eingezwaengt zwischen philosophischer Aufklaerung, morschen Strukturen und beginnender industrieller Entwicklung angesiedeltes, hochpolitisches Stueck und sicherlich wurde diese politische Botschaft durch da Ponte und Mozart verduennt aber vor allem deswegen, weil in Oesterreich durch die Maria-Theresianischen und Josephinischen Reformen berechtigte Forderungen bereits vorweggenommen wurden – Revolutionaere werden in Oesterreich gerne Beamte mit Pensionsberechtigung – und sicherlich gibt es im Corpus Malum Monstrum dessen, was modernes Regietheater heisst, jede Menge psychoanalytischer, klassenkaempferischer und ‘genderfluider’Ueberlegungen,  mit denen man die heiteren Figuren und das froehliche Spiel  des “Nozze di Figaro” in  toedlicher Langweiligkeit spiessiger Korrektheit  verenden lassen oder (auf einem Maulesel denn ein Rassepferd waere zu viel des Niveaus) zu Tode reiten koennte.

Genug Polemik! Die Oper Kapstadt  ging einen anderen Weg; elegant, witzig,  heiter aber dennoch profund.  Richtig erkannt ist “Nozze” die erste ‘musikalische Komoedie’wie Hugo von Hofmannsthal den “Rosenkavalier’nannte. “ Leicht musz man sein, mit leichtem Herz und leichten Haenden halten und nehmen, halten und lassen .. ’wie es uns die Marschallin  sagt und “Nozze’setzt sich fort mit zB ‘Çosi fan tutte’, “Italienerin in Algier”, “Don Pasquale”und eben dem “Rosenkavalier’aber auch mit “Capriccio’oder “Ariadne auf Naxos”.  Und genauso – leicht und heiter – hat Magdalena Minnaar, seit Beginn dieses Jahres kuenstlerische Leiterin der Kapstadtoper,  inszeniert.

Graf und Graefin sind in die Jahre gekommen; leider stellt sich die Frage,wie in so manchen Ehen,  was die junge Rosina denn seinerzeit am feschen Graf Almaviva gefunden hat. Schloss und Gut sind nicht wirklich gut im Schuss  aber wie aus Marzellina’s ueppigem Gewande und Schmuck leicht ableitbar, arbeitet sie fuer die eigene Tasche – wann hat Almaviva das letzte Mal die Abrechnungen geprueft ?-   was auch fuer Dr Bartolo und Basilio offenbar nicht von Schaden ist. Susanne ist die einzige, die noch gesunden Hausverstand hat und diesen gebraucht und daher die Faeden zieht; Figaro war auch schon mal listiger und wendiger.Der Graf ist bequem geworden, ein Hahn im Korb der ohne grosse Muehen zu seinen Hennen kommt.Die Graefin melancholisch und schon fast entsagend und resignierend. Kein Wunder, das unter diesem laxen Regime der Page Cherubino ein Frechdachs und Lauser ist; aber derart liebenswuerdig und charmant , dasz man ihm eigentlich vergeben musz und versteht, dasz er nie aus dem Schloss fliegen wird. Der Musikmeister Basilio weisz, wer ihm das Brot buttert, Dr Bartolo will was Marzellina will und Barberina ist ein froehliches, erotisch waches Maedchen die weisz was sie will –   Spasz in allen Lebenslagen und sozialen Aufstieg –  und der gute Gaertner Antonio tritt immer zur falschen Zeit mit irritierenden  Meldungen auf.

Es wird geflirtet, intrigiert, kombiniert und vor keiner Messaliance zurueckgeschreckt weil es ja keiner so wirklich kleingeistig ernst nimmt. Nur die Graefin ist zu Recht traurig und weisz keinen Ausweg; ist sie nicht  die wirklich ernste Zentralfigur ? Sie ist in  diesem Ensemble  die nobelste Erscheinung die chancenlos zu sein scheint.

Mit feiner Ironie zeichnet die Inszenierung die immer wieder schnell wechselnden Situationen, ironisch der Dank der Dorfbewohner deren Maedchen aber dabei ein bisschen mit Almaviva flirten, nichts wird sehr ernst genommen auch ein Privilegienverzicht nicht. Koestlich wie Figaro den Cherubino – wenn jemals ein Edelknabe nicht Offiziersfaehig war, dann dieser – ueber  sein Kriegerschicksal informiert und Susanne den jungen Krieger provisorisch ausstaffiert, der sich sogar in Liegestuetzen (!) versucht. Wer, wie ihr Rezesent die Ideosynkrasien des Militaers kennt, konnte wissend laecheln und schmunzeln.

Melancholisch beginnt der 2.Akt  aber Cherubino gelingt es Chaos und erotisches Feuer hineinzubringen; man versteht wieso  ein sie so heisz verehrender Page die Graefin beinahe, aber nur beinahe – sie ist eben grande Dame – ins Wanken bringt. Und man versteht dasz nur mehr Susanne genug Hausverstand  hat um all diese Irrungen und Wirrungen zu glaetten und den grossen “Knall’zu verhindern, denn ihr geliebter Figaro  – und sie liebt ihn wirklich – hat schon die Uebersicht verloren. Diese Oper zeigt uns seit mehr als 200 Jahren was Allan + Barbara Pease ( “Why men don’t listen and women can’t read maps”)in ihrem brillianten Buch, 1998 erschienen, uns sagten: Frauen haben in zwischenmenschlichen Beziehungen “Radardedektoren und den sechsten Sinn”. Und genauso entwickelt es sich auf des Grafen Schloss.

Dasz uebrigens, wenn es nach Marzellina ginge, bald ihr gehoerte. In dieser Inszenierung versteht man wieso Marzellina den Figaro heiraten will und sie im Schlussseptett des 2.Aktes genau in der Mitte steht; ihr gerissener Sinn fuers Geld und seine Geschicklichkeit und Wendigkeit waeren  eine perfekter Kombination. In ein paar Jahren haette der Graf nur mehr den Titel …. Aber Erstens kommt es Anders und Zweitens als man denkt ! Dasz ploetzlich Figaro der gemeinsame Sohn der Marzellina und des Dr Bartolo sein soll,  erscheint biologisch – hat irgendjemand bitte die Geburtsjahre aller Personen ueberprueft  ? –  unwahrscheinlich aber es ist eine theatralisch angemessene Loesung, Marzellina hat weiterhin die Talerzeichen in den Pupillen wie Dagobert Duck, erwirbt einen gefuegsamen Ehemann,) einen Sohn und mit Susanna eine Schwiegertochter die nicht ganz wirklich – wir erinnern uns, bei ihr funktioniert der gesunde Menschenverstand – begeistert ist ob dieser Schwiegermama und  ist eine “Frau Doktor” (per connubium wenn nicht durch Studium). Eine gute Bilanz und Bilanzlesen beherrscht sie ja. Mit Susanna  wird sie sich arrangieren  und diese vor allem auf sich und ihren Figaro sehen. Jubel, Trubel, Heiterkeit und Cherubino stolpert als Bauernmaedel kostuemiert linkisch herum , nicht wissend dasz Barbarina schon ihre Klauen nach ihm streckt.  Ja, sie faengt den Brautstrauss Susanna’s und damit ist Cherubinos Schicksal besiegelt. Sie, ohne leichtlebig oder billig  zu sein, ist  ein lebendiges und natuerlich frisches “suesses Maedel” , die nur darauf wartet dasz ihr ein netter junger , eleganter Mann ins Netz geht .Cherubino war –  wahrscheinlich ist es,dasz Barbarina ihm die erste wirklich vollstaendige  erotische Begegnung ermoeglicht,  froehlich frivol  gezeigt in dieser Inszenierung   –  bisher  ein erotischer Maulheld und geht in die Honigfalle; die Frage ist denn, ob Barbarina nicht zu gut fuer diesen Frechdachs ist aber mit ihr ist er in sehr, sehr  festen Haenden ( ein sozialer Aufstieg fuer sie denn ein Page ist weit mehr als eine Gaertnerstochter). Es wird gut gehen, er wird brav werden und viele Kinder mit ihr haben …

Wir haben die symphatischste Person verlassen, die Graefin, frueher die junge Rosina die – so scheint es – die Verliererin sein wird; der Graf wird schon bei Susanna landen, andere Hennen pecken, Cherubino kann man vergessen, Susanna kaempft auch um ihren ehrbaren Status und  um weitaus mehr, als es  Marzellina & Co geht . Im naechtlichen Garten geht es  drunter und drueber oder doch nicht; wir erkennen eine strenge Regie und Logik. Nicht die Unmoral soll siegen aber diejenigen  zusammenfinden, die zusammen gehoeren. Und so geschieht es, Marzellina hat die ungestoerte Schlossverwaltung plus einen harmlosen – ueber Sex ist sie hinaus, das Konto musz stimmen – Ehemann mit akademischem Titel, der nie ihre Buchhaltung ueberpruefen wird; Basilio darf weiter das Spinett spielen, aesthetisieren  und gut verdienen; Barbarina wird Cherubino mehr disziplinieren als die Armee; die Bauernmaedchen haben ihre Ruhe oder koennen sich im Heu mit Bauernbuben vergnuegen,Susanna hat Figaro und mit ihrem gesunden  Menschenverstand und Figaros’s Witz werden sie ein schoenes Leben auf dem Schloss haben. Moralische Siegerin ist die Graefin; fuer Almaviva ein jounee de dupes aber er ist doch ein grand  Seigneur der weisz was er sehen soll und uebersehen kann  und wiederum erkennt, was er an Rosina hat – zum Beispiel aber nicht nur   die Mitgift  – und diese erkaltete Ehe hat an diesem tollen Tag Hitze gewonnnen. Der Graefin, dieser noblen Dame, sei es gegoennt und  dem Grafen schlussendlich auch ; den er ist doch ein Herr der alten Schule  mit oder ohne ius primae noctis.

Nach all dem zu den Akteuren:

Magdalena Minnaar ist es gelungen, ein grossartiges Team zu bilden. Sie hat offenbar entschieden, den Saengern freie Hand zu geben und auf geistreiche Art und Weise, wienerisch  zu ‘bloedeln”und komoediantisch zu sein. Richtig so! Nicht ihre erste Regiearbeit aber ein  erstklassiger Einstand als kuensterische Leiterin der Oper Kapstadt. So schade, dasz sie ihre saengerische Karriere zurueckgestellt hat, auch als lyrischer Sopran ist sie herausragend  aber vielleicht wird es noch etwas als Fiordiligi in unserer (SITTOPERA ™ ) kuenftigen Produktion der “Cosi fan tutte”. Man darf hoffen …

Fuer Bewegung, Gestik & Mimik verantwortlich Fiona du Plooy, elegant, witzig, Ro-ko-ko ohne das outriert wurde. Lichtregie Nicolaas de Jongh  leicht, beschwingt, elegant, Kostueme: Maritha Visagie und Rabia Davids entwarfen elegante Kleider; insbesondere die Galakleider Almavivas und der Graefin und das Kostuem Basilio’s waren tre chic  und Ro-ko-ko! Auch die Kleider der Bauernmaedchen und der Domestken waren fein gestaltet.Kulisse und Moebel: Wiederum Maritha Visagie die mit sparsamen Mitteln ein, ja nicht mehr sehr elegantes, Schloss samt morschem Meublement, dasz der Renovierung dringend beduerfte,  aufbaute und dasz dennoch den Charme der alten Zeit verstroemte; man hat noch immer Stil auch wenn der Besenstil schon sehr kurz ist.”Wir gehen neben die Schuh aber es sind immer noch Maszschuh”wie ein steirischer Standesherr einmal sagte.

 Dirigent war Schalk van der Merwe  der mit sicherer Hand ein sehr gutes Orchester, Sempre Orchestra – ein schoener Klangkoerper –  steuerte, Mozart’s Klang war wunderbar hoerbar und die Saenger wurden nicht uebertoent sondern feinsinnig begleitet.

Der Chor war bestens besetzt, offenkundig – wenn man den reizenden Damenflor betrachtete – hat Graf Almaviva ein bisschen mit ausgewaehlt 🙂  und die Kammerdiener und Domestiken gut besetzt, in der Regie gut gefuehrt  und elegant gewandet. Ich weisz, oft vergisst man die kleinen Rollen und den Chor, Assistenten und Hilfskraefte  aber sie seien alle bestens verdankt. Gut gemacht!

Nun zu den Solorollen: In summa ein grossartiges, erstklassiges Mozart Ensemble und dies ist keine Selbstverstaendlichkeit, Mozart ist nicht ”easy”, hinter heiterer Maske sehr fordernd.  Ladies first, was bei “Nozze’nicht ueberraschen darf 🙂

Brittany Smith als Susanna war erstklassig, nein definitiv “uber drueber’und in Gesang, Spiel, Mimik, Gestik “die’Susanne; vor allem da es ihr gelang, darzustellen, dasz sie die einzig ‘normale’, Vollsinnige an diesem tollen Trotteltag ist.  Wie sie darauf reagierte, Schwiegertochter der Marzellina zu werden, war besonders  witzig und gut gespielt.Wie wir von SITTOPERA ™ vernehmen, tritt sie nunmehr internationale Engagements  an; hoechste Zeit, wohl verdient. Sie ist eine der besten Sopranistinnen Suedafrikas, stimmlich  herausragend, sicher im Spiel, beste Praesenz  und eine klassische Schoenheit.Des Grafen Gelueste sind verstaendlich aber sie kann ebenso raffiniert wie handfest sowohl den Figaro als auch den Grafen glaubhaft um den Finger wickeln.Exzellent und Mozart Spitzenklasse!

Siphamandla Moyake

Eine schwierige Rolle, eine melancholische, entsagende aber doch auch noch eine kaempfende Dame . Vertreterin klassischer ehelicher Liebe; diese Rolle erstklassig erfuellend und darstellend , wunderbar und edel war ihr “Dovo sono…” gesungen .Grossartig in Gesang, Stil und Charakter und man goennt ihr den Triumph am Ende all dieser Verwirrungen.Lyrische  Spitzenklasse ohne wenn und aber !Wir wollen mehr von ihr hoeren, nicht nur von Mozart.

Megan Kahts

Ein wunderbarer Mezzo, international schon bestens etabliert vor allem im Barockfach,  und hierda ein teuflisch guter Cherubino, ein Lauser, ein Frechdachs. Megan, die zwischen ihren Engagements fuer SITTOPERA ™ Ende Juni in Johannesburg in “Baroque and Roll”brillierte, sang und spielte alles an die Wand, ein Wunder , dasz dieser kleiner Teufel nicht vom Grafen an die Wand gestellt wurde. Superb und ganz locker & lustig; grossartige Stimme und Mozart par excellance!

Monica Mhangwana

Seit einigen Jahren begleitet und unterstuetzt SITTOPERA ™ die Karriere  dieses vielversprechenden  Mezzosopranos. Sie wird den Anforderungen immer gerecht und enttaeuscht nie .Sie  besitzt eine erstklassige Stimme und spielt und agiert ganz ausgezeichnet in einer  facettenreichen Rolle. Es war eine Freude, sie zu hoeren und zu sehen.Wir sind sicher dasz sie in Zukunft in prominenten Rollen auftreten wird, auch international. Es waere wohlverdient.

Alida Stoman

Ein sexy  Teufel; eine kleine Rolle aber sie hat alles aus ihr, auch erotisch  herausgeholt.Ebenso schoen in Antlitz und Gestalt ist ihre  Stimme. Eine herrliche Komoediantin die einfach Freude am Leben haben will  .Eine junge Stimme aber bereits sehr sicher. Sie hat Zukunft und wir wollen mehr von ihr zu hoeren und  sehen. Vielversprechend!

Conroy Scott

Ein kraeftiger, dennoch nuancierter Bassbariton, ein manchmals – nicht stimmlich !!!!- leise Resignierender aber dann doch kaempferischer Charakter. Gut im Spiel, elegant, witzig und selbstbewusst . Grosse Mozartstimme, erstklassig! Wir hoffen viel von ihm in Zukunft  zu hoeren (was uebrigens fuer alle Saenger gilt).

William Berger

Keine leichte Rolle da “Almaviva’das Ekel ist – wirklich ?? – oder ist er nur  der  verschlampte, gewichtige  Herr der jeder Schuerze nachlaeuft oder doch (noch) ein grand seigneur ? Er ist es und er machte den “Almaviva’ – eben eine lebhafte Seele – verstaendlich; abgesehen von einer sehr guten, sicheren Stimme sind Spiel und Gestik  bestens gelungen. Ein Graf eben, der am Ende soigniert weisz was sich gehoert und an seiner Rosina hat . Bestes Mozart Material !

Chris Mostert

Basilio ist keine leichte Rolle, er musz intrigieren und  schlussendlich bleibt er allein aber er scheint sich schon  troesten zu koennen, ein  der Aesthetik und sich selbst  ergebener Musikmeister eben. Bestens  gesungen und gespielt. Auch er bestes Mozart Material!

Daniel Verster/Berislav Yerkovic

Bartolo, Bartolo, Bartolo….eine kleinere Bassrolle und aus dem Libretto heraus nicht leicht zu gestalten, er steht doch im Schatten aber die Saenger machten das Beste daraus. Solide, elegant, humorvoll  gespielt und gute Mitglieder des Ensembles. 

Rouel Beukes

Der Gaertner Antonio , der immer zur falschen Zeit mit der falschen Botschaft erscheint; respektabel,fein und elegant gesungen, witzig gespielt   und wir hoffen, dasz er noch viele Blumen pflanzen darf.

Resumee: Eine grossartige, elegante und  witzige  Inszenierung, ein wunderbares Mozart Ensemble wurde zusammengestellt. Zurueck zum Buehnenbild:der 4. Akt  mit einem im milden Mondschein elegant erscheinenden , obwohl etwas vernachlaessigten Barockgarten, Ro-ko-ko aber doch nicht so 🙂 war aesthetische Spitzenklasse. Besonders witzig war es, dasz am Ende der Oper Bilderrahmen herabgesenkt werden , die die jeweiligen Paare einrahmen; Marzellina und Bartolo; Barbarina und Cherubino; Graf und Graefin; Figaro und Susanna. Nur  Basilio beibt solo. Er wird sich aesthetisch troesten. Ein excellenter, witziger, brillianter Schlusz!

Nur ein paar kurze Einwaende… ich bin kein “Beckmesser ‘aber es gab keine Baerte im Rokoko; Cherubino mit Bartansatz ( der Page is bestenfalls 17!!) ist verfehlt und sein Pagenrock in Schlammgruen ist keine Ro-ko-ko Farbe; Malve oder Tuerkis oder blassblau waeren angemessen! Beim Umkleiden des Cherubino packt nur Susanne an, nicht die Graefin, grundsaetzlich nicht und Cherubino soll sich ja nicht falsche Hoffnungen machen.   Auch der Gaertner Antonio  klopft dem Grafen aber garantiert nicht (im 4. Akt) auf den Hintern. Dasz ist ein striktes  “no  no” ! Schade dasz die schoene Basilio Arie im vierten Akt, wie es allgemein Unsitte ist, gestrichen wurde. Basilios Aesthetismus ist ein wichtiger Teil der ganzen Allotria.

Aber das sind korrigierbare Kleinigkeiten. Zu 99 Prozent in allen Bereichen eine erstklassige Auffuehrung. Als geborener Wiener frage ich mich: Kann  man in Wien eine derartig witzige und  glaenzende Inszenierung auf die Beine stellen ? Ich hoffe doch: jedenfalls diese “Nozze’war und ist Spitzenklasse und setzt einen Standard. So geht’s in aller Leichtigkeit! Die Marschallin laesst gruessen und da Ponte und Mozart waeren sehr amuesiert.

Dem Roodepoort Theater sei fuer eine erstklassige Organisation gedankt. Auch das Programmheft war graphisch und inhaltlich erstklassig aufbereitet.

Ein volles Haus, verdienter Jubel, viele Vorhaenge und Bravorufe.

Ebenfalls bestens zu verdanken ist der Vielzahl von Sponsoren, an der Spitze JUDITH NEILSON PROJECTS mit deren Unterstuetzung eine derartig reiche Produktion moeglich wurde.

 

Dr Harald Sitta

Visit our Facebook page at http://www.facebook.com/SITTOPERA

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The marriage of Figaro – a terrific day and a terrific production

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 The full lust of live in Baroque style and the refined erotic of  the Rococo area are for us in times dirtying  eros by pornography  only difficult to comprehend; also not in times in which all is ‘problematised”; especially the easy, cheerful way of dealing with the “ human, only very human”. Surely, the “foolish day’ by Beaumarchais was a highly political play placed within the crisis of feudal society, cornered by philosophical enlightment, rotten structures and beginning industrial revolution und surely this political message was thinned out by da Ponte and Mozart but for the reason that in Austria by the  Maria-Theresianic and Josephinistic reforms reasonable claims had already been covered  – revolutionaries in Austria like to become well established civil servants with pension rights — and surely there exists in this Corpus Malum Monstrum called modern direction of theatre psychanalytical, class -struggle and ‘genderderfluid’ considerations in abundance with which you can kill the merry figures and the cheerful play of Nozze di Figaro”  with a deadly boredom of stuffy correctness or ride it to death ( on a donkey as a race horese would be too much of quality).

Enough polemic ! Opera Capetown did choose another way: elegant, witty, cheerful but nevertheless profound. Rightly analyzed “Nozze’ is the first musical comedy as  Hugo von Hofmannsthal called his “Rosenkavalier’. “ Easy you must be, with an easy heart und easy hands keep and take, keep and give …”  ’as the  Marschallin tells us and “Nozze’ continues with f e ‘Çosi fan tutte’, “ The Italian in Algeria”, “Don Pasquale”and of course with “Rosenkavalier’ but also with  “Capriccio’or “Ariadne in  Naxos”.  And eaxtly in this way – easy and cheerful  – Magdalena Minnaar, since beginning of this year artistic director of Capetown Opera did direct.

Count and Countess have come into the years; unfortunately the question arises as in some marriages what  did young Rosina find in the past with the handsome Count Almaviva  . Castle and estate are not really in good shape but as we can conclude from the opulent dress and jewellery of Marzellina she works for her own pocket – when did Almaviva check the accounts for the last time ?-   which obvioulsy is not bad also for  Dr Bartolo and Basilio. Susanne is the only one who keeps her good wits and uses them and therefore is pulling the strings.  Figaro was in the past more clever and street wise. The Count has become idle, a cock in the basket who gets his hens easily. The Countess melancholic and nearly retreating and resigning. No wonder that under this weak regime the page Cherubino is a cheeky boy and  a noisy trifle; but in  such a nice and charming way that nobody really can be cross with him and he can be forgiven and we understand that he will never really be kicked out of the castle.  Basilio, the music director knows on which side the bread is buttered and by whom. Dr Bartolo wants what  Marzellina wants and Barberina is a merry, erotically awake girls who knows what she wants  –  fun in all positions and social climbing  –  and the good gardener always appears at the wrong time with irritating informations.  

They flirt, intrigue, combine and do not stop short of mesalliances because nobody really takes it serious in a petty way. Only the Countes is rightfully sad and does not see light; is she not the one real serious central figure ? In this ensemble she is the most noble appearance and seems to be chanceless.  

With fine irony the production presents the quickly changing situations, full of irony the thank of the villagers whose girls on that occasion flirt a little bit with  Almaviva; nothing is taken very serious even the giving up of privileges. Funny as Figaro infooms Cherubino – if at any times one page was not ready to become an officer then this one  – about his destiny as warrior and Susanna provisionally arms the young warrior who even tries push ups!  Everyone as f e yours truly who knows the idiosyncrazies of the military was able to smile and grin.  

The 2nd act starts melancholically but  Cherubino suceeds in bringingin  chaos and erotic fire; we understand that one page so hotly loving her making the Countess nearlysway and giving her bee-knees but only nearly as she is a noble Lady. And we understand that only Susanna with her common sense is able to iron out all these follies and errors  and to avoid a big crunch and bang as her beloved Figaro – and she really loves him –  already lost overwiew. This opera shows us since more than 200 years what Allan + Barbara Pease tell us in their brliiant book, publsihed 1998  ( “Why men don’t listen and women can’t read maps”): Women posses in human relations “ radar dedectors and the 6th sense”. And exactly in this way things develop at the Count’s castle.  

That by the way, if it would work Marzellina’s way, would soon be possessed by her. In this production you understand why Marzellina wants to marry Figaro and why  she is placed exactly in the middle of the final septett of the 2nd act. Her clever sense for money and his  skillful and adroit way would be a perfect combination. Within a few years the Count only would have the title left  …. But first it comes different and second not as you think! That  Figaro finally shall be the common son of  this Marzellina und of that Dr Bartolo seems biologically – has anyone checked the birthdays of all those persons ? – unrealistic but is a  solution making sense in theater.  Marzellina will go on having the Dollar symbols in her pupills like Uncle Scrooge, gets a submissive husband, a son and with Susanna a daughter -in-law who is not overly excited  with that kind of mother-in-law , we remember  her common sense is working,and in addition she becomes a “Frau Doktor” (by  connubium if not by study). A fine balance and in reading the balance sheets she is good with. With  Susanna  she will find a way and Susanne will look after herself and her Figaro. Rejoice, merryness and general fun and  Cherubino stumbles foolishly around dressed as farmer girl not being aware that Barbarina already has set firm eyes on him. Yes, she catches the bridal bunch of flowers and Cherubinos destiny is sealed with that .She, without being frivolous or cheap is a vivid and naturally fresh “ sweet girl” just waiting that  a nice, elegant young man is catched in her net. Cherubino was until now an erotic bigmouth and marches straight into the honey trap. Quite probable it is that Barberina gave him the first full erotic treatment, funny  and frivolous shown in this production. The question remains if Barberina is not to good for this cheecky boy but with her he is in very firm hands and for her it is a social ascent as a page is much more than a gardeners daughter. It will go fine, he will well behave and have a lot of children with her …….

We have left the most sympatic person, the Countes, formerly young Rosina who – so it seems to appear – will be the looser; the Count will go down on Susanna and also pick other hens, you can forget Cherubino, Susanna fights for her honour and much more than the issues of Marzellina & Companie   . In the night at the garden it seems to be chaotic or not so; we recognize a strict ruling and logic. Not immorality shall win but whose shall find each other who belong to each other. And so it happens. Marzellina gets the undisturbed management of the castle plus a harmless – she is already beyond sex, the accounts must be overflowing – husband with an academic title who will never check her book keeping; Basilio may go on with playing the piano, being aesthetic and earning well; Barbarina will discipline  Cherubino much more than an army ; the peasant girls will not be  molested and may have her fun with the boys in the hay ,Susanna secures Figaro and with her common sense and his cleverness they will have a good live at the castle. Moral victor is the Countess; for Almaviva  it is a  jounee de dupes but he is despite all one  grand  Seigneur who knows what to recognise and what to overlook and reestablishes what he has gained with Rosina  – f e the dowry but not only ! – and this cold marriage has gained fire on this day. It shall be generously allowed to the Countess, this noble lady and finally also to the Count  as he is an old school  gentlemen with or without this  ius primae noctis.

After all that we may speak about the acting artists:  

Magdalena Minnaar succeeded in forming a great team. Obvioulsy she decided to give the singers a free hand and allow them to fool araound “Viennese style’ in a witty way and to be comedians. Right so !  Not her first direction but a first class start as artistic director of the Opera in Capetown. A real pity that she scaled back her singing career beeing also excellent as lyric Soprano but maybe her singing Fiordiligi in our  (SITTOPERA) future production of  “Cosi fan tutte” might be possible. Well, you may hope  …

Responsible for movement, gestic  & mimic Fiona du Plooy, elegant, witty, Ro-co-co without overstating. Direction of light  Nicolaas de Jongh  easy, swinging, elegant. Costumes: Maritha Visagie and Rabia Davids designed elegant dresses, especially tre chic amnd Ro-co-co the gala dresses of  Almaviva and the Countess and Basilio’s dress. Also the dresses of the peasant girls mand the domestiques had been well designed .Stage and furniture: again  Maritha Visagie who with economy built up  one, well not so elegant castle including outdated  meublement, that urgenbtly needs renovation but still emitts the charme of ancient times, they still possess style even if in need and short .”We walk beneath our shoes but at least they are still tailored” as one Styrian grandee once said.

   Schalk van der Merwe  was conducting who with secure hand steered and guided a good orchestra, Sempre Orchestra – a fine body of sounds.Mozart’s sound was wonderfully to hear and the singers have not been noisily overtuned but accompanied in a fine-tuned way.

The  Choire was selected fine, obviously – if you look at the graceful flor of ladies – Count Almaviva had a hand in the selection process :-)-  and the servants and domestics well selected, well guided and elegantly dressed. I know, often small roles, choire, assistants and helping hands are forgotten but they shall all  earn their praise. Well done !  

Now let us turn to the solo roles : In summa a great, first class Mozart ensemble and that is not so obvious.  Mozart is not  ”easy”, behind a merry mask very demanding.  Ladies first as this should not surprise with “ Nozze’ 🙂

Brittany Smith as Susanna was first class, more, definitely “over the top” and in singing, play , mimic and movements “the’ Susanna, especially as she succeeded in presenting herself as the one normal and  with all her wits on this terrific fool’s day. The way she reacted in becoming daughter-in-law to Marzellina was played especially  and witty. As we from  SITTOPERA ™ heard she now starts international engagements; high on time and well deserved.  She is one of the best sopranos of South Africa, excellent in voice, secure in playing, first class presence and a classic beauty. The Counts aims are understandable but she by cunning and by energy can manipulate both  Count and Figaro.Excellent and Mozarttop class!

Siphamandla Moyake

A difficult role, a melancholic, resigning but yet fighting Lady, representing classic married love; this role filling and presenting she did in a great way way,  wunderfully and noble her  “Dovo sono…” sung. Great in singing, style and character and her triumph in the end of all those troubles is well deserved. A lyric soprano top of class without if and when’s and we want to hear more from hear not “ only’ Mozart!

Megan Kahts

A wonderfull Mezzo, internationally already firmly estabished  espedcially in the realm of baroque music … and here and now a devilish fine  Cherubino, one cheeky boy through and through. Megan, who in between her  engagements appeared brilliantly for SITTOPERA ™ end of June in Johannesburg in “Baroque and Roll” most eminently singing and playing, a wonder she was not put to the wall for by the Count for being so cheeky. Superb and easy & funny; a great voice and  Mozart par excellence!

Monica Mangwhana

Since some years SITTOPERA ™  is accompanying and supporting the career of this very promising Mezzosoprano .She always meets the demands, Mozart and more& beyond –  and she did never disappoint.She possesses  a  first class voice adding a first class  acting in a tricky role. It was a joy to see and hear her. We are sure that she will appear in prominent roles in future, also internationally. It would be well deserved.

Alida Stoman

One sexy devil; a small role but she made everything  including the erotics out of it. As beautiful as her countenance and her figur is her voice. A wonderful comedian who just likes to have fun in live. A young voice but already very secure. She has a future and we want to see and hear more of her.She promised a lot !

Conroy Scott

A powerful yet nuanced bassbariton, sometimes – not in the voice – silently resigning but then a fighting character. Fine in playing, witty and self confident. A great Mozart voice and we hope to hear more from him in future ( that by the way is valid for all singers, all of them fine with Mozart but not limited to).

William Berger

Not an easy role as  “Almaviva’ is the scoundrel – really ?? – or is he just the gone sloppy, weighty gentleman running after every skirt or still a  grand seigneur ? He is the latter  and he makes this “Almaviva’ – a vivid soul – understandable. Beside a very good, secure voice his play and movements had been very well done. Definitely a count who knows in the end what is proper and what he possesses with Rosina. First class Mozart voice!  

Chris Mostert

Basilio is not an easy role, he has to intrigue and finally he stays solo but he appears to be able to comfort himself, one music director serving aesthetics and himself.Sung and played in the best way. Also a great  Mozart voice.  

Daniel Verster/Berislav Yerkovic

Bartolo, Bartolo, Bartolo….a smaller basso role not easy  due to the libretto,  he stands in the shadow but the singers made the best out of  it. Solid and elegant,  Good members of the team. 

Rouel Beukes

The gardener Antonio , who always appears at the wrong time with the wrong message; respectable, fine and elegantly sung and played with wit and we hope that he may plant in future a lot of flowers.  

Resume: A wonderful, elegant and witty production, a wonderful ensemble of Mozart singers had been combined.  Back to the stage setting in the 4th act: the setting with one, appearing elegantly in the mild light of the moon, slightly sloppy baroque garden – Ro-co-co but not really so – was aesthetically top. Especially witty it was that at the end of the opera frames go down ‘framing’ the relevant  couple ; Marzellina und Bartolo; Barbarina und Cherubino; Count and Countess; Figaro und Susanna. Only Basilio remains alone but he will aesthetically comfort himself. An excellent, witty and brillant closing!

Only a few objections I am not overcritical but no mustaches and beards in Rococo times. Cherubino with a hint of mustache ( this page is seventeen at most!!) is just wrong and his page coat coloured in mud green is not a Ro-co-co colour; Malve or tourquoise or pale blue would be suitable! Whilst changing dress of Cherubino only Susanne does the hand work not the Countess, first out of principle and second Cherubino shall make himselve no wrong hopes.   And the gardener Antonio  under guarantee does not kick the backside of the Count ( in the 4th act).That is a strict “no  no” ! A pity that the beautiful aria of Basilio in the 4th act was eliminated according to a general (wrong) conception. Basilio’s aestheticism  is an important part of this whole folly.  

But that are correctable details. To 99 percent in all fields a first class production. As a born Viennese I ask myself: Can they realize in Vienna such a witty, glamorous production?  I hope so: in  any way this  “Nozze’was and is top-notch and sets a standard. This way it goes in all easyness! The Marschallin is greeting and da Ponte and Mozart would be pretty amused.  

 Roodepoort Theater may be thanked for a first class organisation.  The program was designed in graphic and content.

Also to be thanked the multitude of sponsors, on top JUDITH NEILSON PROJECTS with whose support  such an opulent production was possible.

Full house, well deserved joyful applaus, lot of ‘curtains’ and shouts of bravo.

 

Dr Harald Sitta

 

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