Die Macht der weiblichen Stimme
Opernkonzert in Suedafrika – Johannesburg, 30.August
Natuerlich ist die weibliche Stimme maechtig; auf der Buehne und ueberhaupt. Da hier in Suedafrika der August als “Monat der Frau” gilt, hat JOZIOPERA – eine ruehrige “Compagnia’unter der Fuehrung von Phenye Modiane, selbst ein beachtenswerter Tenor – ein Opernkonzert mit drei Saengerinnen organisiert. Joziopera’s Konzerte finden in der 1904 vom bekannten Architekten Sir Herbert Baker fuer den Diamantenminenbesitzer John Dale Lance und seine temperamentvolle Frau Jose – also steckt sie hinter dem Bau und er durfte zahlen – geplanten, opulenten Villa namens “Northwards ”samt elegantem, parkartigen Garten , von der man einen schoenen Blick ueber die gruenen “nordlichen Vorstaedte”hat – diese Johannesburger Vorstaedte bilden das groesste kuenstliche Waldgebiet der Welt – statt. Eine schoene Halle fuer Hauskonzerte und intime Musikveranstaltungen mit bester Akustik und einem schoenen Konzertfluegel steht zur Verfuegung. Plutokraten verstehen eben etwas von den Genuessen des Lebens, wie die Panzerknacker ( Dagobert Duck!) so schoen sagen. Elegante Stimmen praesentieren elegante Musik im eleganten Rahmen an einem sonnigen, warmen Sonntagnachmittag. Was will man mehr …
Sinesipho Funo, lyrischer Coloratursopran, Brenda Makgwe, Sopran, Lebogang Polori, Mezzosopran waren das dreiblaettrige Opernkleeblatt und wurden von Kerryn Wisniewski am Klavier begleitet. 16 Stuecke von 12 Komponisten fuehrten das Publikum in die weite Opernwelt ( samt Musical und Operette) ein; ein schoener Ueberblick von der Klassik, Romantik bis zum Verismo. Bekanntes, sehr populaeres aber nichts “abgenutztes” wurden geschmackvoll zu einem Opernkonzert vereint. Gerade der mit Oper noch nicht so vertraute Zuhoerer erhielt einen schoenen, Appetit auf mehr machenden Ein- und Ueberblick.
“Stirb, Ungeheuer “das Terzett der drei Damen aus der Zauberfloete eroeffnete, sodann praesentierte Sinesipho “Vissi d’arte, vissi d’amore “ , wiederum Mozart “Clemencia di Tito”, “Ah, perdona”, Duet Annio und Servilia, praesentiert von Lebogang und Brenda. Sodann Camille Saint-Saens Arie der Dalia aus “Samson und Delia”, vorgetragen von Lebogang. Ein Sprung vom alten Testament nach Mexiko, zu Manuel Ponce’s Lied “Estrellita” vorgetragen von Brenda. Haensel und Gretel ( Sinsesipho und Brenda) teilten uns dann mit, dasz “Abends will ich schlafen gehen” .Kein Anlasz fuer Muedigkeit fuer das Publikum denn in Venedig bei Offenbach’s Hofmann’s Erzaehlungen fahren wir mit der Gondel; “ Belle Nuit”, vorgetragen von allen drei Saengerinnen. Sodann Lauretta’s “O mio Babbino caro’aus Puccini’s “Gianni Schicchi” auch vorgetragen von allen Drei. So angenehm alle Damen als Terzett klangen aber also Solo waere es mir lieber gewesen. Ihr Kunstbetrachter ist halt ein Purist, noch dazu als da alle Stimmen gute Solostimmen sind . Nach einer Pause praesentierte Sinesipho das Lied an den Mond aus Antonin Dvorschak’s Rusalka. Ebenfalls melancholisch ging es mit dem Lied der Bess “Summertime’, gesungen von Lebogang weiter. Das entzueckende Duetino Graefin/Susanna “Sull ‘Aria’aus der ‘Hochzeit des Figaro” folgte (Brenda und Sinesipho) . “Showboat”von Jerome Kern entfuehrte uns mit duerch Brenda gesungenen Arie der Julie “ Can’t help loving that man” – passt zum Frauenmonat – wieder in die USA. Ab nach Indien mit dem offenbar unverzichtbaren Blumenduet aus Lakme; praesentiert von Sinesipho und Lebogang. Nochmals Gianni Schicchi. Das Finale mit Lauretta, Rinuccio und Gianni arrangiert fuer alle drei Damenstimmen. So sehr ihr Kunstbetrachter diese Oper – eine herrlich boshafte italienische Geschichte voll combinazione und umerismo nero- liebt aber es ist eben ein zwei-Herren-und- eine- Dame-Finale. Bin ich eben nebbich ein Purist. Aber das Finale aus dem 2.Akt von “Madame Butterfly”, die Szene Butterfly-Suzuki – ab Sichten des Kriegschiffes – haette sich ( auch zu Dritt) angeboten. Als Abschluss dann Rossini’s “ Voga a Tonio Benedetto” aus seiner kleinen Liedersammlung “La Regata Veneziana “ .Ein witziges Duet, gut gerudert, pardon gut gesungen. von allen drei Saengerinnen. Mit dem Viljalied aus der “Lustigen Witwe” erklang eine verdientermassen gegebene Zugabe.
Brenda Makgwe absolvierte an der renommierten Thswane (Pretoria) University of Technology und ist seit vielen jahren als Solistin und Choristin taetig. Sie besitzt eine schoene, volle, elegante lyrische Stimme.Ich haette bei diesem Konzert wirklich gerne mehr soli von ihr gehoert. Lebogang Polori ist ein Koloratur Mezzosopran, die beim Studium in “Potch” (Nordwestuniversitaet) bei Professor Santisa Viljoen in besten Haenden ist. Sie hat schon mehrere Preise gewonnen und ist solistisch und als Choristin taetig. Auch hier eine gute, schoene, sichere und elegante Stimme die man gerne oefters hoert. Sinesipho Funo, ein lyrischer Koloratursopran, hat an der Opernschule der Universitaet Kapstadt studiert und ist ebenfalls international und lokal vor allem als Solistin erfolgreich taetig. Eine Zeitlang bildete sie mit zwei anderen Saengerinnen das Trio “The Probs’, die im crossover brillierten. Diese Gruppe sollte sich wieder zusammenfinden. Eine schoene, glaenzende, kraftvolle aber immer nuancierte Stimme fuer alle klassischen und romantischen Opern. Bereits fuer eine kuenftige Produktion von “Cosi fan tutte”als Despina vorgemerkt, wird sie am 2.Oktober fuer SITTOPERA im Inanda Club in Johannesburg-illovo in einem Solokonzert auftreten. Wieder ein Grund, nach Suedafrika zu fliegen …..
Gemeinsam ist allen drei Saengerinnen, das sie ihr (Stimm)licht nicht unter den Scheffel zu stellen haben und viel mehr Engagements haben sollten. Die klassische Musikszene in Suedafrika ist zwar durchaus vielfaeltig aber kann leider nicht alle der zahlreichen Talente und Begabungen absorbieren. Mehr Engagement von privaten Sponsoren, oeffentlichen Institutionen und Veranstaltern aller Art ist dringend gefragt.
Kerryn Wisniewski war eine gute, einfuehlsame und sichere Begleiterin am Klavier von der sich sicherlich ein jeder Saenger gerne accompanieren liesse.
Das zahlreich erschienene Publikum spendete zu Recht viel Applaus, eine standing ovation und nachher noch ein gemuetliches Beisammensein mit den Kuenstlerinnen . Ein musikalisch gepflegter Nachmittag.
Harald Sitta
The power of a woman’s voice
Operatic concert in South Africa – Johannesburg, 30th of August
Of course the human voice is powerful; on stage and in general. As right here in South Africa August is seen as “women’s month”’JOZIOPERA – a busy “Compagnia’ under the management of Phenye Modiane, himself a tenor of note, did organize an opera concert with three female singers. Joziopera’s conzerts take place at Northwards, an opulent villa designed 1904 by the well known architect Sir Herbert Baker for the diamond mine owner John Dale Lance and his very vivid wife Jose – so she was the mover for this building and he was allowed to pay – including an elegant, park like garden from which one can enjoy a beautiful view over the green ‘Northern suburbs”, the largest artificial forest area in the world. One stylish hall serves house concerts and intimate musical events with a very fine acoustics and a wonderful concert piano. Plutocrats understand how to live joyful as the “beagle Boys” (Uncle Scrooge!) like to say. Elegant voices present elegant music within an elegant frame on a sunny, warm Sunday afternoon. What you can wish more ….
Sinesipho Funo, a lyric coloratura soprano , Brenda Makgwe, soprano, Lebogang Polori, mezzosoprano had been the three-in-one opera team and had been accompanied by Kerryn Wisniewski on the piano. 16 pieces by 12 composers guided the audience into the wide world of opera ( plus operetta and musical) ; a fine overview from classic, romantic to verismo. Well known, popular tunes but nothing “overused” had been tastefully combined to one opera concert. Especially one not really experienced with opera received a beautiful overview which should create appetite for more.
With “Stirb, Ungeheuer “ the trio of the three ladies from the magic Flute the concert started, then Sinesiphom presented “Vissi d’arte, vissi d’amore “ , again Mozart with “Clemencia di Tito”, “Ah, perdona”,the duet by Annio and Servilia, presented by Lebogang and Brenda. Then Camille Saint-Saens aria of Dalia from “Samson and Delia”, performed by Lebogang. Jumping from the Old Testament to Mexiko with Manuel Ponce’s song “Estrellita” performed by Brenda. Haensel und Gretel ( Sinsesipho und Brenda) then infomed us that it is evening and they like to go asleep “Abends will ich schlafen gehen” . No reason for dizzyness right here for the audience as we go by gondola in Venice with Offenbach’s “Tales of Hofmann” duet “ Belle Nuit”, presented by all three singers. Then Lauretta’s “O mio Babbino caro’ from Puccini’s “Gianni Schicchi” also performed by all three ladies. As pleasant all three sounded as a trio arrangement but as a solo I would have preferred this aria . your art reviewer is puristic especially as all these voices had been good solo voices. After a break Sinesipho performed the ‘song to the moon’ from Dvorschak’s Rusalka. Equally melancholic we proceeded with the lullaby song by Bess “Summertime’, presented by Lebogang .The most lovely little duet Countess/Susanna “Sull ‘Aria’ from “Figaro’s marriage”followed (Brenda und Sinesipho) . “Showboat” by Jerome Kern guided us with the aria of Julie, performed by Brenda, “ Can’t help loving that man” – fitting to women month – again to the US. In a rush to india with the seemingly indispensable “Flower duet’ from Lakme; presented by Sinesipho and Lebogang. Once again Gianni Schicchi. The final with Lauretta, Rinuccio and Gianni arranged for all three female voices. As much yours truly loves this opera – a gloriously malicious very Italian story full of combinazione and umerismo nero – but the final sing two gentlemen and one lady. Full stop. Then I am nebbish puristic. On the other side the final from the 2nd act from “Madame Butterfly”, the scene Butterfly-Suzuki – from viewing the warship on – would have offered itself ( also as a trio).As a closing Rossini’s “ Voga a Tonio Benedetto” from his charming collection of songs “La Regata Veneziana “ . A witty duet, well rowed, pardon me, well sung by all three singers. The Vilja-song from “ The merry widow” served as a well earned encore.
Brenda Makgwe graduated at the renowned (Pretoria) University of Technology and is since many years as soloist and chorister. She possessesm a fine,full, elgant lyric voice. At this concert I really would have liked to her more solos from her. Lebogang Polori is a coloratura mezzo-soprano who is in her studies at “Potch” (North West University) with professor Santisa Viljoen in best hands. She already gained some prices and is active as soloist and chorister. Also with her we find a good, fine, secure and elegant voice which one likes to hear more often. Sinesipho Funo, one lyric coloratura soprano did study at the opera school of the University of Cape Town and is also internationally as nationally successfully active mainly as a soloist. For some she formed together with two other female singers a trio called “The Probs’,who did shine out in crossover performances. That group should again find together. One beautiful, outstanding, powerful but always nuanced voice for all classic and romantic operas. Already marked for a future production of “Cosi fan tutte”as Despina . She will appear on the 2nd of October in a solo concert for SITTOPERA at the Inanda Club in Johannesburg-illovo. Again a reason to fly to South Africa …..
It is common to all three singers that they must not hide their voices and should receive much more engagements. The classical music scene in South Africa is quite multiform and active but unfortunately cannot absorb all the numerous talents and achievers. More engagement by private sponsors, public institutions and event organizers of all kind is urgently necessary.
Kerryn Wisniewski was a fine, sensitive and secure accompanist on the piano.Surely every singer would like to experience to be accompanied by her.
The numerous audience rightfully gave a lot of applause, on standing ovation and afterwards we saw a nice mix & mingle with the performers. A musically cultivated afternoon.
Harald Sitta

