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JOHANNESBURG/ Südafrika: CARMEN (17.-27-Juli)

29.07.2025 | Oper international

koi

 Carmen in Johannesburg Juli 2025

Nix fuer Vegane,Tierschuetzer, Nichtraucher und sonstige politisch Korrekte ..

 

Und das ist auch gut so! Man stelle sich eine politisch korrekte , “woke’ Carmen vor. Natuerlich alle vegan lebend, Carmen eine Sinti & Roma die sich in einer vom Steuerzahler finanzierten NGO gegen den Rassismus engagiert, Don Jose  ein Oberinspektor der WHO der eine Maskenpflicht verhaengen will , Micaela eine, am gruen-alternativen Ponyhof sozialisierte hoehere Tochter, Escamillo ein radikaler Tierschuetzer von den “4 Pfoten’und die Schmugglerbande eine NGO , die die “Glimakrise”bekaempft . Grauslich, zum Schbeiben! So haben wir rassige Zigeunermaedchen, Duelle bis aufs Messer, Stierkaempfe, heisse Liebeschwuere und einen Mord aus Eifersucht. Recht so!  Dasz alle Spanier  in dieser Oper franzoesisch zu singen haben kann ja nur als Tragoedie enden.   Die Handlung von Carmen ist bekannt; leider wird  die Oper musikalisch oft  auf die Habanera und  das Auftrittslied des Escamillo reduziert was sehr schade ist denn George Bizet  sind gerade   in der Liebes-und Verfuehrungsszene im 2 .Akt  sowie im 3. und 4.Akt wunderbare , herrlich romantische Melodien eingefallen.

Wie es meiner Art entspricht will ich Schritt fuer Schritt auf   alle, die zu dieser Produktion beigetragen haben, eingehen. Alle  namentlich zu nennen ist leider nicht moeglich, da ansonsten der Rahmen der Besprechung und Kunstbetrachtung  gesprengt wird aber es faengt an mit dem sehr freundlichen Personal  an den Kassen und bei den Eingaengen. Man fuehlt sich als Besucher willkommen. Stellvertretend fuer Alle, die hinter der Buehne, vor der Auffuehrung , waehrend der Auffuehrung technisch, handwerklich oder kuenstlerisch arbeiten und gar keinen so geringen Anteil am Gelingen einer Auffuehrung haben und oft im Schatten verharren  sei Lindy Grindlay genannt , die fuer die Kostume verantwortlich war und im Grossen und Ganzen – kleine Einwaende siehe weiter unten – gute Arbeit leistete. Besonders schoenund stilvoll  waren die Kostueme der Carmen und der Micaela.

Das aesthetisch sehr gelungene Plakat und das ganz ausgezeichnete, sehr informative ,umfangreiche Programmheft seien besonders belobt.  Vorbildlich!

Das Buehnenbild in allen vier Akten ueberzeugte – mit kleinen Einschraenkungen  (siehe weiter unten) – und zeigte  eine romantische, schoene Kulisse.Besonders die Taverne im 2.Akt war schoen gelungen aber viel zu sauber fuer eine spanische Taberna.Kein Vorwurf; ist halt so in den romanischen Laendern.Die haben nicht unseren Sauberkeitsfimmel  …  der Silbermond im 3.Akt (“luna argente”)   war herrlich kitschig und der 4.Akt erfreute mit schoenen Stierkampfplakaten.

Der Kinderchor von Johannesburg war entzueckend und sehr gut choreographiert. Man merkte, die Kinder hatten Spasz! Gut so…

Gillian Bonego und die Bonego Spanish Dance company ueberzeugten und wurden die Faecher von den Damen wirklich richtig eingesetzt .Das ist in Spanien eine Art von Kunst und molto tipico!

 Der Herren und Damenchor ueberzeugte vollends, war stimmlich praezise und wohltoenend  und wurde von Kobus Buys offenbar bestens eingeschult.

Das MUSAE Orchester war  sehr gut disponiert. Mir erschien es wahrscheinlich aus Kostengruenden nicht wirklich ueberbesetzt. Dazu eine Anmerkung: Man merkte manchmal bei dieser Produktion, dasz das Budget offenbar begrenzt war aber das wurde gut ueberwunden. Ein Schande – nicht fuer die Auffuehrenden – ist es trotzdem. Nichts gegen minimalistische Inszenierungen  – weniger ist manchmal wirklich mehr –  aber an der Anzahl der Instrumentalisten und Choristen  , gerade in dieser Oper, sollte man nicht sparen muessen.

Daniel Keet fuehrte als Dirigent  das Orchester sicher und souveraen. Die Singer wurden nicht uebertoent  sondern dezent und aufmerksam begleitet.

Gawie de Wet  war fuer die gesamte Produktion   verantwortlich, was  bei dieser Oper nicht so leicht ist, da viele und vieles zu kordinieren ist.Gut gemacht !

Riana van Vollenhoven war der Regisseur . Ich bekenne, ich bin ein Reaktionaer der uebelsten Sorte und komme mit weiblichen Dirigenten und weiblichen Regisseuren nicht so ganz klar (Ausnahme  bis jetzt: Magdalene Minnaar)   Aber Sie hat Ihre Sache sehr gut gemacht .Ihre Regie war einfuehlsam, gut durchdacht, im grossen und ganzen eine gute Personenfuehrung und Charakterisierung  der handelnden Figuren. Offenbar hat sie auch – abgesehen von der Gestik, siehe weiter unten – den Saengernund dem Chor  Gestaltungsfreiheit gelassen was in sich gut ist. Nur ja kein Mikromanagement, die Pest des 21.Jahrhunderts!   Ich reihe ihren Namen – mit Wienerischem Handkuss- unter die Ausnahmen ein und moechte mehr Regiearbeiten von ihr erleben.

Zu den Solisten:

Chris Mostert – ihrem Referenten bereits positiv in Erinnerung – war ein guter, sicherer La Remendado . Nix Grosses aber sehr solide gesungen.Dankeschoen auch einer kleinen Rolle.

Martin Bruwer  war ein sehr solider La Doucaire. Undankbar diese kleinen Rollen sind, aber auch sie muessen gut bewaeltigt ud gesungen werden um zum Gesamterfolg beizutragen und das ist geschehen. Auch Stimmen in kleinen Rollen sollte man sich merken …..

Stephanie-Claire Hansen war eine vollbluetige, rassige Mercedes und Eulandi Venter eine ebenso vollbluetige Frasquita. Beide sehr gute, voluminoese aber dennoch feine Stimmen die zu merken sind.

Karabo Mosweu war ein feiner Morales; auch so eine sehr undankbare Rolle aber gut gemacht und gesungen. Merkenswert.

Ja-Nette Le Kay  war eine glaenzende,wunderbare, sehr beruehrende Micaela – ihr Gebet im 3.Akt war zu Traenen ruehrend-  die man sich unbedingt merken musz. Stimmlich wie  schauspielerisch ausgezeichnet in der Rolle des sehr anstaendigen, und das Gute im Menschen ( jo Schneckn, Madl !) glaubende Bauernmaedchen. Sehr hohes Niveau, zu grossem berufen! 

Thabang Senekal ist ein  exzellenter Bassbariton der mir schon mehrmals angenehmst aufgefallen ist. Ein sicherer, voll und schoen toenender Escamillo dem man den Stier- und Ladykiller stimmlich wie in der Darstellung voll und ganz abnimmt .Erstklassig ohne wenn und aber! Sehr merkenswert.

Stefan Louw ist ein von mir seit vielen Jahren sehr geschaetzter lyrischer , sehr eleganter Tenor. Er war schon international erfolgreich, kehrte nach Suedafrika  zurueck und zog sich aus sehr gewichtigen familiaeren Gruenden zurueck. Nun ist er als Heldentenor in der Rolle des Don Jose zurueck und ich darf sagen, dasz wir ihn freudigst begruessen.  Am Anfang etwas verhalten, steigerte er sich stimmlich von Akt zu Akt, auch schauspielerisch sehr praesent .Eine schoene, romantische, starke aber dennoch fein dosierte Stimme, charaktervoll vor allem im 3. und 4.Akt. Ausgezeichnet!  “Welcome back’und ‘Dankeschoen’ und hoffentlich bald wieder zu hoeren. Nach einer  sehr schwierigen Zeit ein wunderbares ‘come back’. Dankeschoen, lieber Stefan!

Linette van der Merwe als Carmen musz ich Abbitte leisten und sie wird mir hoffentlich verzeihen. Nach dem 1.Akt sagte ich mir: naja, sicherlich gut, aber ….Nicht dasz ihre Habanera  schwach gewesen waere, aber …  dafuer war ’Pres de ramparts’exzellent. Auch am Beginn des 2.Akts erschien sie mir zu verhalten …. aber dann (!!) entfaltete sie Ihre Stimme, ‘rauchig’und samten, sicher und voll in den Tiefen, sicher und glaenzend in den Hoehen.  Man sollte nie vergessen dasz die Carmen fuer einen Mezzosopran eine ‘teuflische ‘ Rolle ist; eigentlich ist  ein dramatischer Alt  verlangt, von denen es nicht wirklich viele gibt ( um es nett zu sagen)  also darf sich ein Mezzosopran mit “ Tiefenstaerke’mit der Rolle herumschlagen die aber auch in den Hoehen  etwas abverlangt. Hassen die Mezzos eigentlich Bizet dafuer ? Nur so eine Frage …  in summa summarum: gesanglich und im Spiel sehr ueberzeugend  und gerade im 3. und 4.Akt ausdrucksstark und absolut umwerfend. Sehr, sehr merkenswert! Dankeschoen.

Nun zu meinen (kleineren) Einwaenden:

– Im 1.Akt steht ein Blechgestell herum, das wie ein unfertiges Wartehaeuschen der Wiener Strassenbahnen  ausschaut und  anscheinend  das Wachhaus des Militaers sein soll. Das ist nicht geglueckt.

– Die Kostueme der Flaneure und Soldaten  im 1.Akt  wollten zeitlos sein, waren aber im Gegensatz zu den sehr gelungenen Frauenkostuemne nicht geglueckt. ‘Carmen’ ist nicht  zeitlos. Die Handlung gibt eine spezifisch spanische Kultur und Mentalitaet wieder, wie sie bis in die 1960er Jahre hin vorherrschend war. Da hat der Caudillo noch die Fahne der Tradition hochgehalten. Da muessen auch die Kostueme historisches Lokalkolorit haben. Was mit den Frauenkostuemen, gerade  auch im 2.Akt gelungen ist.

– die Uniform des Don Jose erinnerte an eine Bolivianische Admiralsuniform. Graesslich. Basta!

– ganz allgemein fand ich die, den Gesang begleitenden   Handbewegungen  nur teilweise gelungen. Ich weisz, das ist heutzutage schwer da wir uns alle mit unseren Haenden und Fingern ans“Haendy” klammern  und kultivierte Gestik verlernt haben. Schwierig fuer einen Regisseur; wir sollten nachdenken …

– Nennen Sie ihren Endesgefertigten einen Beckmesser aber das spanische Wort ‘cigarillo’bedeutet  ‘kleine Zigarre’und ist keine Zigarette, die die Arbeiterinnen der Tabaktarfik auf der Buehne (vorgaben zu ) rauchen.  Aber immerhin wurde dem Tabak gefroent, auch das ist etwas …..

– Im 2.Akt  traegt Escamillo einen schwarzen Ledermantel als Kostuem. Nicht wirklich bitte. Stierkaempfer in Spanien sind auch ausser Dienst elegant gekleidet wie auch ueber die Rollenverteilung im Kampf Stier gegen Torero grosse Missverstaendnisse bestehen.  Der unter anderem auf dem antiken Mitraskult beruhende Stierkampf gibt ( unter anderem) den Geschlechterkampf zwischen Mann und Frau wieder  wobei der Stier das maennliche Prinzip verkoerpert. Es ist kein Zufall, das die Kleidung des Torero ( el Matador) und seiner Gehilfen (Picadores und Bandilleros )  farbenpraechtig und feminin sind. Auch sind Stierkaempfer  zwar sehr athletisch aber schlank und gerade eben  nicht ‘bullig’in ihrer Erscheinung.

– dasz Escamillo einem Maedchen  die (rote) Schuerze wegnimmt um sie als muleta zu verwenden war zwar eine witzige Idee aber sein Herumfuchteln mit der Schuerze hatte gar nichts, aber wirklich nix  mit dem gepflegten Einsatz einer muleta im tercio de muerte zu tun. Bitte beim naechsten Male  sich auf www. youtube.com   Filme ueber  gepflegte Corridas  sich anzuschauen die die herrliche,grossartige  Aesthetik ( die Tierschuetzer werden jetzt schaeumen, soll sein …) des Stierkampfes wiedergeben.

– Beim Lied auf die “liberte’ wurden geballte Faeuste gezeigt und rote Faehnchen geschwungen. Nein, bitte nicht. Hier wird dem anarchischem  Freiheitsgefuehl   der Iberer gehuldigt, die jeden ( vor allem staatlichen) Zwang ablehnen was sich auch in der Staerke der anarchistischen Bewegung im 19.Jahrhundert bis in die 1930er Jahre manifestierte.  Das war “libertaerer Kommunismus’der aber mit der sehr traurigen und blutigen Erscheinung der Leninisten,Stalinisten e tutti quanti gar nix zu tun hatte.

– dasz die Rolle des Zuniga, des kommandierenden Offiziers des Don Jose gestrichen wurde verstehe ich nicht; kein grosser Mangel  aber wieso ? Gut, wir koennen den Handlungsablauf auch so nachvollziehen , aber dennoch. …. Budget??

– Ab dem 3.Akt : keine Einwaende mehr. Nur eines: Escamillo war im 4.Akt vor dem Stierkampf voellig falsch gekleidet. Also ein properes Kostuem musz doch moeglich sein wo doch zwei Banderilleros korrekt gekleidet waren..

Aber diese Einwaende koennen den sehr guten Gesamteindruck der gesamten Inszenierung und Auffuehrung nicht wirklich schmaehlern. Ich bitte um Nachsicht wenn ich als ein “I-Tuepferlreiter’erscheine aber gerade bei einer im grossen und ganzen sehr gelungenen Produktion fallen auch kleine Fehler mir eben auf.  

Mit einem Wort: Eine sehr gute, gelunge Inszenierung die auch offenkundige Grenzen des Budgets gut bewaeltigte  und vor allem stimmlich ueberzeugte. Sehenswert & Merkenswert !

Abschliessend eine kleine Publikumsbeschimpfung: Die Auffuehrung war  zwar fuer eine Mittwochvorstellung gut besucht aber in einer Millionenstadt wie Johannesburg samt Grossraum Gauteng mit ca 15 Millionen Einwohnern sollte sich ein Theater mit ca 1,300 Sitzen  aber im Handumdrehen fuellen lassen. Pfui! Ihr Endesgefertigter erschien im hellgrauen “Eszterhazy”  samt Kravatte und Stecktuch  und  war ‘overdressed’ was es nicht ist, da “eigentlich’Smoking oder dunkler Anzug angesagt sein muessten (Abendkleid oder zumindestens ‘kleines Schwarzes ”bei den Damen) .  Zwar sah man durchaus gepflegte Kleidung  aber manche  Leute …..  eine Schande!

Noch eine Nachbemerkung: es wurde nur ein Vorhang gegeben.Das Publikum war zu Recht (!!) in Applaudierlaune aber das wurde  abgewuergt. Das ist nicht anstaendig gegenueber den Kuenstlern die gutes und hervorrragendes gegeben hatten und mit viel Applaus belohnt werden sollten. Auch dasz es – ich predige dies seit einiger Zeit – keine Moeglichkeit gibt, nach der Vorstellung die Kuenstler zu Treffen – “meet & greet ’ist mein Konzept  – ist verfehlt und zerstoert gerade nach einer gelungen Auffuehrung eine gehobene, wunderbare Atmosphaere.  Eine bescheidene Bitte: Aendern!!!

Harald Sitta

Carmen in Johannesburg, July 2025

Nothing for  vegans, animal rights activists, non-smokers or the overly politically correct

 

And that’s perfectly fine! Picture a “woke” Carmen: everyone’s vegan, Carmen is a Sinti and Roma activist at a taxpayer-funded NGO fighting racism, Don José is a WHO inspector pushing mask mandates, Micaëla is a privileged daughter steeped in green-alternative ideals, Escamillo is a radical animal rights advocate from “Four Paws,” and the smugglers are an NGO tackling the “climate crisis.” Horrendous—enough to turn your stomach! Instead, we get spirited gypsy girls, deadly duels, bullfights, passionate love declarations, and a murder motivated by jealousy. That’s the way it should be! The irony that all the Spaniards in this opera sing in French sets the stage for tragedy. Carmen’s story is familiar, but it’s a pity the opera is often reduced to the Habanera and Escamillo’s entrance song. Georges Bizet composed beautifully romantic melodies, particularly in the love and seduction scenes of Acts 2, 3, and 4.

As is my custom, I’ll acknowledge those who contributed to this production. Naming everyone is impossible without overstepping the bounds of this review, but it starts with the wonderfully welcoming staff at the ticket counters and entrances. Representing all the unsung heroes—technicians, artisans, and artists working behind the scenes who play a vital role in the production’s success—I’d like to single out Lindy Grindlay, who handled the costumes. Overall, she did an excellent job (with minor critiques below), with Carmen and Micaëla’s costumes standing out as beautiful and stylish.

The visually striking poster and the exceptional, highly informative program booklet deserve special commendation—truly exemplary!

The set design was impressive across all four acts, with a few reservations (noted below), creating a romantic and captivating backdrop. The tavern in Act 2 was exceptionally well-designed, though far too pristine for a Spanish taberna—no fault, just a reflection of Mediterranean sensibilities, which don’t share our obsession with cleanliness. The silvery moon (“luna argente”) in Act 3 was charmingly kitschy, and vibrant bullfight posters enlivened Act 4.

The Johannesburg children’s choir was delightful and superbly choreographed. You could see the children were having a blast—fantastic!

Gillian Bonegio and the Bonegio Spanish Dance Company were outstanding, with the women wielding their fans with authentic artistry, as is customary in Spain—molto tipico!

The men’s and women’s choruses were exceptional, delivering precise and harmonious vocals, clearly well-rehearsed under Kobus Buys’ guidance.

The MUSAE Orchestra was in top form, though it seemed slightly understaffed, likely due to budget constraints—a pity. The production operated on a limited budget, but this was cleverly managed. Still, it’s a shame—not for the performers—that funding was tight. While minimalist stagings can be effective (less is sometimes more), skimping on instrumentalists and choir members in an opera like Carmen is unfortunate. South Africa’s classical and operatic talent deserves far more support—can anyone hear me?

Conductor Daniel Keet led the orchestra with assurance and finesse, accompanying the singers thoughtfully without overpowering them.

Gawie de Wet, overseeing the entire production, did an admirable job coordinating the many elements of this complex opera—bravo!

Director Riana van Vollenhoven shone brightly. As a confessed reactionary, I’ve had reservations about female conductors and directors (with Magdalene Minnaar as my sole exception until now). But she proved me wrong. Her direction was insightful, well-crafted, and showcased excellent character development and staging. She granted the singers and choir considerable artistic freedom, which is commendable—no micromanagement, the bane of the 21st century! With a Viennese hand-kiss, I add her to my list of exceptions and eagerly await her future work.

The Soloists

Chris Mostert, fondly remembered by this reviewer, was a reliable and solid Le Remendado. It’s a small role, but he confidently sang it—thank you!

Martin Bruwer was a steadfast Le Dancaïre. These minor roles are thankless but must be performed well to contribute to the production’s success, and he delivered. Such voices are worth remembering.

Stephanie-Claire Hansen was a lively, spirited Mercedes, and Eulandri Venter an equally vibrant Frasquita. Both have powerful yet refined voices that deserve attention.

Karabo Mosweu performed satisfactorily as Morales, another thankless role, but well-sung and executed. Noteworthy.

Ja-Nette Le Kay was a brilliant, profoundly moving Micaëla—her prayer in Act 3 brought tears to the eyes. She excelled vocally and dramatically as the virtuous farm girl who believes in human goodness (oh, sweet girl!). Her performance was of the highest calibre, destined for greatness.

Thabang Senekal, an outstanding bass-baritone who has consistently impressed me, was a commanding Escamillo. His rich, resonant voice and convincing portrayal as both bullfighter and charmer were impeccable—first class, no question. Truly remarkable.

Stefan Louw, a lyrical and elegant tenor I’ve admired for years, returned triumphantly as Don José. After international success, he stepped back for compelling family reasons but is now back as a heroic tenor. Initially reserved, he grew in vocal and dramatic intensity with each act, delivering a beautiful, romantic, and well-nuanced performance, especially in Acts 3 and 4. Outstanding! Welcome back, Stefan, and thank you—here’s to hearing you again soon!

I owe an apology to Linette van der Merwe as Carmen, and I hope she’ll forgive me. After Act 1, I thought, “Good, but…” Her Habanera was solid, but her “Près des remparts de Seville” was exceptional. Early in Act 2, she seemed restrained, but then her voice unfolded—smoky, velvety, secure in the lower register, and radiant in the higher notes. Carmen is a fiendishly demanding role for a mezzo-soprano, originally written for a dramatic contralto (a rare voice type). A mezzo with strength in the lower register must navigate lows and highs, a challenge she met superbly. Do Mezzos secretly resent Bizet for this? Just a thought. Overall, her singing and acting were captivating, particularly in Acts 3 and 4, where she was expressive and utterly spellbinding. Absolutely remarkable—thank you!

My (Minor) Critiques

  • In Act 1, a metal frame representing the soldiers’ guardhouse looked like an unfinished Viennese tram stop—a misstep.
  • The costumes for the flaneurs and soldiers in Act 1 aimed for a timeless aesthetic but fell short compared to the superb women’s costumes. Carmen is not timeless; it reflects a specific Spanish culture and mentality prevalent until the 1960s, upheld by the Caudillo. Costumes should capture this historical and local essence, as the women’s costumes did successfully, especially in Act 2.
  • Don José’s uniform resembled a Bolivian admiral’s – dreadful. Enough said!
  • The gestures accompanying the singing were only partially effective. In an age where we’re tethered to our cell phones, refined gestures are a lost art, posing a challenge for directors—something to ponder.
  • Call me pedantic, but the Spanish word “cigarillo” means “small cigar,” not a cigarette, which the tobacco factory workers were pretending to smoke. At least tobacco was acknowledged, and that’s something.
  • In Act 2, Escamillo’s black leather coat was a poor choice. Bullfighters in Spain, even off-duty, dress elegantly. The bullfight, partly rooted in the ancient Mithraic cult, symbolizes the struggle between the sexes, with the bull embodying the masculine principle. The matador and his team (picadores and banderilleros) wear vibrant, feminine attire and are athletic but slender, not bulky.
  • Escamillo taking a girl’s red apron as a muleta was a clever touch, but his waving it around had little to do with the refined technique of the tercio de muerte. Next time, watch YouTube videos of proper corridas to capture the stunning aesthetic of bullfighting (animal rights activists may protest, so be it).
  • During the song “liberté,” clenched fists and red flags were displayed. Please, no. This celebrates the anarchic Iberian spirit of freedom, rejecting all (especially state) coercion, as seen in the robust anarchist movements of the 19th century through the 1930s. This “libertarian communism” has nothing to do with the grim legacy of Leninists, Stalinists, and their ilk.
  • Cutting Zuniga, Don José’s commanding officer, was perplexing. Not a significant issue, but why? Budget constraints?
  • From Act 3 onward, I have no further complaints, except one: Escamillo’s costume in Act 4 before the bullfight was entirely wrong. A proper costume should be feasible, especially since two banderilleros were correctly dressed.

These critiques don’t significantly diminish the production’s overall excellence. Forgive me if I seem overly critical. In a largely successful production, minor flaws stand out.

In a word: a terrific, well-executed production that skillfully navigated budget limitations and excelled vocally. Worth seeing and remembering!

A final word to the audience: For a Wednesday performance, attendance was respectable, but in a metropolis like Johannesburg, with Greater Gauteng’s 15 million residents, a 1,300-seat theatre should fill instantly. Shame on you! I arrived in a light grey “ Prince Edward” suit, tie, and pocket square, and was considered “overdressed”—but it’s not, as black tie or a dark suit (or evening gown or little black dress for the ladies) should be the norm. In comparison, some were well-dressed, others appalling.

A postscript: Only one curtain call was given, despite the audience’s rightful enthusiasm for more applause. Not giving a curtain call for each main character was unfair to the artists, who delivered exceptional performances and deserved greater recognition. Additionally, the absence of a post-performance “meet and greet” with the artists—a concept I’ve long championed—misses a chance to sustain the wonderful atmosphere of a successful show. A humble request: please change this!

Harald Sitta

 

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