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Innsbruck / „Vier und einzig“ KONZERT  DER „AKADEMIE ST. BLASIUS“  9.11.2025

10.11.2025 | Konzert/Liederabende

Innsbruck / „Vier und einzig“

KONZERT  DER „AKADEMIE ST. BLASIUS“  9.11.2025

Das im Jahr 1998 gegründete Orchester „Akademie St. Blasius“ (Leiter Karlheinz Siessl) lädt mehrmals im Jahr aufgeschlossene Musikfreunde ein, sich auf die Suche nach Neuem und Seltenem  zu machen. Neben regelmäßigen Uraufführungen von Werken heimischer Tonsetzer der Gegenwart wie Elias Praxmarer, Franz Baur und Michael F. P. Huber rücken immer wieder Schätze von Tiroler Komponisten, die in der (Früh)Romantik auch international reüssieren konnten (genannt seien Josef Netzer, Johann Rufinatscha oder Johann Gänsbacher), danach aber in die Fast-Vergessenheit gerieten, in den Fokus der Programmgestaltung. Auch geistliche Musik vom Barock bis hin zur Klassik aus den Archiven des Stiftes Stams werden gerne und vor allem um die Weihnachtszeit aufgeführt. An die 40 CD-Einspielungen legen ein beredtes Zeugnis der Qualität und Wertschätzung des Orchesters ab.

Im 4. Abokonzert der Saison 2025 standen Arthur Honeggers „SINFONIE NR.2 für KAMMERORCHESTER und TROMPETE“ sowie Dmitri Schostakowitschs „14. SINFONIE“ auf dem Programm. Beide Werke entstanden unter lebensbedrohenden Bedingungen – das eine (Honegger) inmitten von Krieg und Besatzung von Paris im Jahre 1941, das andere im Angesicht von Krankheit und Vergänglichkeit. Honeggers 25minütiges Opus beeindruckt durch eine beklemmende Klangfarbe, besonders der 2. Satz (adagio mesto) drückt die angespannte Atmosphäre aus.

Schostakowitschs 14. Sinfonie, Benjamin Britten gewidmet, für Sopran, Bass und Orchester entstand während einen Krankenhausaufenthaltes in den Monaten Jänner – Februar 1969 in Moskau. Bereits am 2.3.1969 war die Endfassung in Schostakowitschs Wohnung zu hören. Vor geladenem Publikum fand dann eine Aufführung am 21.6.1969 statt.

Das knapp einstündige Werk besteht aus elf beinahe arienhaft anmutenden Stücken, die das Thema „Tod“ zum Inhalt haben – der Komponist wählte dazu Gedichte von Rainer Maria Rilke, Federico Garcia Lorca und Guillaume Apollinaire. Sopran und Bass haben je 4 Soli zu singen, in drei Stücken vereinen sich ihre Stimmen. Für die äußerst anspruchsvollen Gesänge wurden junge, aufstrebende Künstler aus der Schweiz engagiert,  die diese „harten Brocken“ souverän und aufwühlend zu Gehör brachten. Léonie Renauds lyrischer, herrlich aufblühender Sopran und Jonas Juds nachtschwarzer, viriler Bass begeisterten das atemlos lauschende Publikum. Der bestens spielende Klangkörper der „Akademie St. Blasius“  unter Leitung des ausgezeichneten Gastdirigenten Michael Raeber-Köck sorgten für eine höchst beeindruckende Wiedergabe dieser beiden außergewöhnlichen Werke. Ein Konzertabend, der lange nachwirken wird und vom Publikum begeistert akklamiert wurde.

  Dietmar Plattner

 

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