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INNSBRUCK/ Tiroler Landestheater: MISSING IN CANTU (Eure Paläste sind leer) von Johannes Maria Staud

08.06.2026 | Oper in Österreich

INNSBRUCK/ TIROLER LANDESTHEATER: MISSING IN CANTU (Eure Paläste sind leer) von Johannes Maria Staud

am 5.6.2026

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Eure Paläste sind leer. Foto: Marcella Ruiz-Cruz

Johannes Maria Stauds jüngste Oper „missing in cantu (Eure Paläste sind leer)“ ist nach ihrer Uraufführung in Weimar jetzt (in einer neuen Inszenierung) am Tiroler Landestheater zu sehen.

Das komplexe Werk (nach einem Libretto von Thomas Köck) versucht drei Handlungsstränge ineinander zu verweben: die Suche der Conquistadores nach Eldorado, die Opiatskrise der 80er Jahre in amerikanischen Vororten und die Zustände

In industriellen Schlachthöfen, das alles retrospektiv kommentiert von einem „Seher“, der sich vorwirft, alles vorgesehen, aber nichts verhindert zu haben.

Betina Bruinier hat eine faszinierende Inszenierung geschaffen, auch dank des enorm wandlungsfähigen Bühnenbilds von Volker Thiele und den nicht anders als genialisch zu nennenden Kostümen von Chani Lehmann.

Stauds Musik schwankt zwischen einer Parodie auf die Nachkriegsopern im Donaueschinger Style (Eldorado), Elementen von Big Band Jazz (Amerika) und lupenreinem Musical (Schlachthof). Soviel ironische Genre-Kontamination ist nun wirklich rar im Panorama des zeitgenössischen Opernschaffens. Schade nur, dass Staud nicht noch einen Schritt  weitergegangen ist: der Chor der tanzenden und singenden Schweine ist der absolute Showstopper des Abends. Warum also nicht gleich ein Musical PIGS schreiben? Könnte zum Welthit werden…

Großartig auch die Besetzung, hervorgehoben seien Marcel Brunner (Seher), Hazel Neighbour (Echo) und Stefan Riedl (Drogenabhängiger).

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Wo geht es hier nach Eldorado? Foto: Marcella Ruiz-Cruz

Keine Einwände also ? Nun ja, leider schon: die vielen Prosateile halten alles auf und sind teilweise auch von unerträglicher sprachlicher Banalität. Goldgeile spanische hexenverbrennende Eroberer haben wir schon eine Million Male gesehen. Null Erkenntnisgewin. Und auch der gewundene Titel, den keiner versteht und unter dem sich niemand was vorstellen kann,ist nicht gerade einladend. Also: Prosateile streichen, Conquistadores-Szenen kürzen und einen eingängigeren Titel finden …dann ist das Werk gleich viel publikumsfreundlicher !

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Der Chor der singenden Schweine. Foto: Marcella Ruiz-Cruz

Aber ansonsten: herzliche Gratulation dem Tiroler Landestheater zu dieser mutigen und ambitionierten Produktion, die jeder „Großen Oper“ in den Hauptstädten dieser Welt zur Ehre gereichen würde. Champions League !

Robert Quitta, Innsbruck

 

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