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INFOS DES TAGES (SONNTAG, 26. APRIL 2026)

26.04.2026 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 26. APIL 2026)

Andreas Schager zu seinem „Ausstieg“ aus dem „Fliegenden Holländer. Jörg Schneider übernimmt die ausstehenden Vorstellungen!

Andreas Schager auf Facebook

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Da bekämpft man seit Jahren Drachen auf der ganzen Welt und dann wird man durch ein paar klitzekleine Pollen unsanft ausgebremst….
Leider muss ich die nächsten beiden Vorstellungen von „Fliegender Holländer“ an meiner geliebten Wiener Staatsoper aufgrund einer lästigen Pollen Allergie und einer dauf folgenden Entzündung des Kehlkopfes, auf Anraten meines Arztes, absagen.
Herzlichen Dank an meinen lieben Kollegen Jörg Schneider, der diese Vorstellungen übernehmen wird.
Toi toi toi an alle Beteiligten!
Ich freue mich jetzt schon auf die letzte Vorstellung der Reihe am 03.05. und dem darauffolgenden Ring am selben Haus.
Herzlichst euer
Andreas ❤️
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Linz: „HEUTE NACHT FRÄULEIN“ – Uraufführung im Musiktheater des Landestheaters Linz, Black Box, 25. 04.2026

Operette in sieben Bildern von Walter Kaufmann

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Saalsituation mit Einführung von Anna Maria Jurisch. Foto: Petra und Helmut Huber

Der 1907 in Karlsbad geborene Dirigent, Komponist und Musikologe Walter Kaufmann gehört zu jenen, deren Karriere durch die Nationalsozialisten zwar gestört, aber nicht zerstört wurde. Denn seine Arbeit in Deutschland und der Tschechoslowakei (diverse Opern- und Operettenhäuser, UFA-Studios, Rundfunk) wurde ab 1933 politisch unsicher bis unmöglich; so wandte er sich seinem Interesse an asiatischer Musik zu, ging 1934 nach Indien und wurde dort bald Musikredakteur von All India Radio. Die von ihm komponierte Senderkennung wurde übrigens 1970 von Carla Bley und Michael Mantler für ihr Free-Jazz opus magnum „Escalator over the Hill“ verwendet. Mit einigen Freunden aus UFA-Zeiten, die sich ebenfalls vor den Nazis in die britische Kronkolonie gerettet hatten, stand er an der Wiege der heute als „Bollywood“ bekannten indischen Filmindustrie. Später führte ihn sein Weg nach Kanada und in die USA an verschiedene Orchesterleiterstellen und Universitäten; er starb 1984 in Bloomington, Indiana.

Unter seinen 16 auf Walter Kaufmann (composer) – Wikipedia gelisteten Musiktheaterwerken findet sich das „Fräulein“ nicht – diese 1937 verfaßte Operette wurde zu Lebzeiten des Komponisten nicht aufgeführt und existiert nur als Klavierfassung, in der sie heute gespielt wird (Eunjung Lee, brillant am Klavier und im Dirigat). Diese Produktion des Opernstudios wurde wie meist von dessen Leiter Gregor Horres inszeniert, Bühne und Kostüme Bianca Sarah Stummer, Choreografie Ilja van den Bosch, Dramaturgie Anna Maria Jurisch. Die unendlich wandelbare Black Box präsentiert sich diesmal mit zwei Haupt- und zwei Nebenbühnen; das Publikum sitzt dazwischen auf einem in Schachbrettmuster „gefliesten“ Boden an Kaffeehaustischen – einige der Aufführungen werden mit einer Speisenfolge, die in den Pausen angeboten wird, garniert sein!

Zum Bericht von Petra und Helmut Huber
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Staatskapelle Berlin: Drei Konzerte in Wien/ stehende Ovationen

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Christian Thielemann: Foto: Youtube

Mit überwältigendem, minutenlangem Applaus ging am 19. April 2026 das Gastspiel der Staatskapelle Berlin und ihres Generalmusikdirektors Christian Thielemann in Wien zu Ende. Die insgesamt drei Konzerte der Tournee in der Isarphilharmonie München und im Großen Saal des Wiener Musikvereins wurden mit tosendem Beifall und Bravorufen bedacht.
Auf dem Programm standen Orchesterlieder von Richard Strauss mit den Solist:innen Julia Kleiter und Konstantin Krimmel sowie Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 (Pastorale) und seine Ouvertüre zu Egmont op. 84.
„Rosen werden Orchester und Dirigent anlässlich ihrer Tournee dieser Tage gewiss gestreut.“ (Der Standard)

Bereits im Mai können Sie sich beim Symphoniekonzert VII wieder in der Staatsoper Unter den Linden und in der Berliner Philharmonie von Generalmusikdirektor Christian Thielemann und der Staatskapelle Berlin verzaubern lassen. Es erwartet Sie Ausnahmepianist Igor Levit mit Hans Pfitzners Klavierkonzert Es-Dur op. 31. Außerdem stehen Symphonische Dichtungen von Franz Liszts  auf dem Programm. 

Termine & Tickets

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Die großzügigen Bayreuth-Spender

Das Richard-Wagner-Museum in Bayreuth erhielt von dem New Yorker Ehepaar Jeffrey und Nadežda Brinck ein großzügiges Geschenk: Nachdem das Ehepaar dem Nationalarchiv bereits 2011 insgesamt 42 Briefhandschriften aus ihrer Wagner-Sammlung überlies, erhielten Museum und Archiv nun das gesamte Vermögen der beiden Wagner-Fans.

Am 17. April wurde hierfür eine Stiftung mit dem Namen „J & N Brinck-Foundation“ gegründet. Der Wert der gestifteten Sammlung bewegt sich im mittleren siebenstelligen Bereich.

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Oberösterreichische Stiftskonzerte: Vivaldi in Bewegung

Vivaldi in Hochform

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Haben wir zu viel versprochen? Diese atemberaubende Aufführung von Tanz und Vivaldi können Sie am Samstag, 25. Juli, ab 19.00 Uhr und am Sonntag, 26. Juli, ab 11.00 Uhr im Marmorsaal des Stiftes St. Florian erleben. Das Concert de la Loge und das Ensemble Compagnie Käfig verknüpfen Barock und Gegenwart, die Dynamik von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ und die immensen Ausdrucksmöglichkeiten unserer Körper.
Das sollten Sie sich keinesfalls entgehen lassen. So haben Sie Vivaldi noch nie erlebt.
 
Bereits um 18.00 Uhr lädt Intendant Rico Gulda den Leiter des Concert de la Loge, Julien Chauvin, zu einem Künstlergespräch in den Galerieraum des Stiftes.
 
 -> Programm & Karten 25. Juli
 -> Programm & Karten 26. Juli
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Dok-Film «NZZ Format» Tod am Matterhorn – warum Bergsteiger die Gefahren so oft unterschätzen
 
matt

Zum Video (etwa 50Minuten)

 
Mehr als 600 Tote seit der Erstbesteigung – «NZZ Format» begleitet Bergretter, Hüttenwarte und Bergsteigerinnen und fragt: Warum bleibt der berühmteste Gipfel der Alpen trotz moderner Infrastruktur so gefährlich?
Jetzt lesen
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Schauspiel: Premiere von „Das Opferfest“ von Ibrahim Amir am Stadttheater Gießen

Es ist Sommer und am Feiertag kommt die ganze Familie zum Essen zusammen – das birgt Konfliktpotential! Mit waghalsigem Humor, Mut zum Klischee und ohne Scheu vor Blasphemie findet der Autor Ibrahim Amir die Zutaten für die perfekte Familienkomödie. „Das Opferfest“ ist dabei auch eine Geschichte über eine Gesellschaft der Vielfalt, über Fragen der Herkunft und der kulturellen
Zugehörigkeit und stellt kluge Überlegungen an zur Frage, wer was sagen darf.

Premiere der Inszenierung von Tanju Girişken ist am Samstag, 2. Mai um 19:30 Uhr im Großen Haus des Stadttheaters Gießen.

„Das Opferfest“ von Ibrahim Amir feierte 2021 seine Uraufführung am Schauspiel Köln. Darin entsteht die Komik immer wieder aus verblüffenden Erkenntnis-Momenten. Gleichzeitig reflektiert Amir die emotionalen Widersprüche eines Lebens in neuer Heimat, zwischen Bewahrung von Tradition, Lebensträumen und innerem Aufstiegszwang. Das Stadttheater Gießen ist nach der UA das erste Haus, das das Stück nachspielt. Damit kehrt ein Autor zurück auf die Bühne, um den es eine Weile still war.

Für sein erstes Theaterstück „Habe die Ehre“ wurde Amir 2013 mit dem Nestroy-Preis ausgezeichnet. Es folgten Nominierungen für den Mülheimer Dramatikerpreis und ein weiteres Mal für den Nestroy-Preis.
In „Das Opferfest“ erleben wir ein modellhaftes, klassisches Familienbild. Rashid und Sara wollen im Garten ihres Reihenhauses mit ihren drei erwachsenen Kindern das Opferfest feiern. Getrübt wird die Stimmung schnell: Sohn Walid, mit der Vehemenz eines 20-Jährigen gesegnet, findet, sein Vater sei ein „halbherziger Freizeit-Moslem“. Umgekehrt nervt es Rashid, dass sein Jüngster zwar ständig den Koran zitiert, es mit den Bemühungen um eine Lehrstelle aber weniger genau nimmt. Als der älteste Sohn Hasan zwar mit Kind, aber ohne seine Frau dazukommt, findet er seine Ehe-Pause und die Beschneidung seines Sohnes schnell von der halben Familie verhandelt. Damit nicht genug, will Tochter Ranya allen ihren neuen Freund vorstellen: Maximilian – hölzern,
humorlos, altklug. Und dann mischt sich auch noch Nachbar Jörg ein, der aus der NS- Vergangenheit seiner Familie kühne Parallelen zu heutigen Fluchtbiografien zieht.

Schnelle Dialoge, Tempo und Witz sorgen bei diesem großen Ensemblestück für beste Unterhaltung. Und während man im Widererkennen der Marotten der eigenen Familie beherzt mitlachen kann, stellen sich beiläufig und dennoch tiefgründig die Fragen: Was bedeutet Heimat? Wie ist es, anzukommen? Wer gehört dazu, wer bleibt außen vor und wer darf was sagen und wer nicht?
Regisseur Tanju Girişken ist in der Türkei als Schauspieler bekannt. Inzwischen ist er ins Regiefach gewechselt und hat nach seinem Abschluss 2023 an der Theaterakademie August Everding in München mit ersten eindrucksvollen Arbeiten überzeugt. Dabei hat er sein Händchen für Komödien bewiesen (Deutsches Theater Göttingen, „Leonce und Lena“ von Georg Büchner), sein Gespür für Tempo, Timing und Sprache („Null Zucker“ am Schauspiel Dortmund).

Das Stadttheater Gießen zeigt das Stück „Das Opferfest“ in deutscher Sprache mit arabischen Übertiteln. Damit unterstreicht das Haus ausdrücklich die Einladung an Menschen aus einem nicht deutschsprachigen Umfeld. Das Opferfest ist das höchste islamische Fest, doch die Geschichte im Stück zeichnet ein universelles Familienbild mit Figuren, die alle ihr Fett wegkriegen und in der es herrlich menschelt.

Das Operfest
Schauspiel von Ibrahim Amir
Mit arabischen Übertiteln
Premiere am Samstag, 2. Mai 2026, 19:30 Uhr | Großes Haus
19:00 Einführung im Foyer

Weitere Vorstellung am 10.5., 15.5., 25.5., 29.5., 20.6.
Regie Tanju Girişken
Bühne Turgut Kocaman
Kostüme Lisa Chiara Kohler
Musik Hans Könnecke
Dramaturgie Tim Kahn

Rashid Roman Kurtz
Sara Carolin Weber
Hasan Ben Janssen
Walid Levent Kelleli
Ranya Izabella Radić
Max Max Koltai
Jörg Pascal Thomas
Ali, Esra, Laiss Dara Lalo

Infos & Tickets unter www.stadttheater-giessen.de
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