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IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM FEBRUAR 2015

01.02.2015 | Allgemein, In Memoriam

IN MEMORIAM-Geburtstage
 
Berücksichtigt werden runde und halbrunde Geburtstage. Zusammenstellung: Walter Nowotny

1.2. Elisabeth FEZ (österreichische Altistin): 95. Geburtstag

 1.2. Anneke van der GRAAF: 95. Geburtstag

 Sie erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium in Den Haag. 1947 debütierte sie bei einer Aufführung des »Rosenkavaliers« im Kurhaus von Scheveningen in der kleinen Rolle der Modistin. Sie wirkte zunächst als Konzertsängerin und nahm ihre Bühnentätigkeit erst wieder 1951 an der Oper von Utrecht auf, wo sie die Lucy in G.C. Menottis »The Telephone« in der holländischen Erstaufführung sang. Hier trat sie dann bis 1953 als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail« und als Norina im »Don Pasquale« auf. Anschließend sang sie das gleiche Repertoire bis 1954 bei der Nederlandse Reisopera, bis 1955 bei der Zuid Nederlandse Opera, wo sie auch lyrische Partien wie die Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet und die Marguerite im »Faust« von Gounod übernahm. 1955 wurde sie Mitglied der Operngesellschaft Forum in Enschede und blieb deren führende Sopranistin bis zu ihrem Abschied von der Bühne 1971. Sie trat hier in einem sehr umfangreichen Repertoire auf, u.a. als Fiordiligi in »Così fan tutte«, als Donna Elvira im »Don Giovanni«, als Susanna in »Le nozze di Figaro«, als Gilda im »Rigoletto«, als Mimi in »La Bohème«, als Leonore in Verdis »La forza del destino«, als Elisabetta in dessen »Don Carlos«, als Giorgetta in Puccinis »Il Tabarro«, als Butterfly, als Micaela in »Carmen«, als Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, als Katja Kabanowa von Janácek und als Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe«. Sie starb 2009 in Haaksbergen.

Schallplatten: MMS (Querschnitt »Le nozze di Figaro«).

 1.2. Germaine LUBIN: 125. Geburtstag

Germaine_Lubin_als_Isolde_in_Bayreuth
Als Isolde in Bayreuth

 Sie besuchte das Collège Sévigné in Paris und wollte ursprünglich Medizin studieren. Sie ließ dann aber 1909-12 am Conservatoire National in Paris ihre Stimme durch Isnardon und Martini ausbilden. Sie wurde auch durch die berühmte Felia Litvinne und Lilli Lehmann unterrichtet. 1912 erfolgte ihr Debüt an der Pariser Opéra-Comique als Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«. Sie trat hier auch als Ariadne in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Pénélope in der gleichnamigen Oper von Gabriel Fauré, als Charlotte im »Werther« von Massenet, als »Louise« von Charpentier und als Camille in »Zampa« von Hérold auf. Sie kreierte hier 1913 »Le Pays« von Guy Ropartz für Paris (nach der Uraufführung 1912 in Nancy). 1916 wurde sie an die Grand Opéra Paris berufen, deren Mitglied sie nun in den folgenden dreißig Jahren blieb. Sie sang hier zunächst lyrische Partien wie die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Juliette in dessen »Roméo et Juliette«, die Thais von Massenet, die Aida, die Margherita in »Mefistofele« von Boito und die Titelpartie in »Salammbô« von Reyer, dan übernahm sie dort in einem zweiten Abschnitt ihrer Karriere ihre großen dramatischen und Wagner-Rollen. 1918 und 1927 sang sie dort die Télaire in »Castor et Pollux« von Rameau. 1927 hatte sie dort einen besonderen Erfolg als Octavian in der Premiere des »Rosenkavaliers« von R. Strauss. Sie wirkte an der Grand Opéra in den Uraufführungen der Opern »La Légende de St. Christophe« von Vincent d’Indy (6.6.1920), »Maximilien« von Darius Milhaud (5.1.1932) und »La Chartreuse de Parme« von Henri Sauguet (16.3.1939) mit. 1930 bewunderte man an der Grand Opéra ihre Leonore im »Fidelio« unter Bruno Walter, 1928 ihre Cassandre in »Les Troyens« von Berlioz. An der Oper von Monte Carlo sang sie 1919 die Thaïs, 1926 und 1933 den Octavian, in Amsterdam 1930 die Titelrolle in Glucks »Iphigénie en Tauride« und 1936 die Ariane in »Ariane et Barbe-Bleue« von Dukas. Gastspiele trugen ihr große internationale Erfolge ein. So sang sie 1931 bei den Festspielen von Salzburg die Donna Anna im »Don Giovanni«, an der Covent Garden Oper London 1937 die Alceste von Gluck, eine ihrer größten Kreationen, und die Ariane in »Ariane et Barbe-bleue«, 1938 die Kundry im »Parsifal«. Bei den Festspielen von Bayreuth hörte man sie 1938 als Kundry, 1939 als Isolde in »Tristan und Isolde«. Sie sang an der Oper von Monte Carlo 1933 den Octavian, beim Maggio Musicale von Florenz 1935 in »Castor et Pollux« von Rameau. Sie trat als Gast 1924-25 an der Staatsoper von Wien (als Elsa im »Lohengrin« und als Ariadne in »Ariadne auf Naxos«), 1939 am Opernhaus (Stadttheater) von Zürich auf. Sie war in Berlin, in Prag und Brüssel zu Gast. Einem Ruf an die Metropolitan Oper New York konnte sie wegen der Ereignisse des Zweiten Weltkrieges nicht Folge leisten. 1942 sang sie bei der Jahrhundertfeier für Jules Massenet in Paris die Charlotte in dessen Oper »Werther«. Weitere Bühnenpartien der Sängerin waren: die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Sieglinde in der »Walküre«, die Agathe im »Freischütz«, die Elektra von R. Strauss, die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Tosca, die Marina im »Boris Godunow«, die Marguerite in »La damnation de Faust« von Berlioz, die Dolores in »Patrie!« von Paladilhe und die Vita in »L‘ Etranger« von d’Indy. 1944 wurde sie wegen des Verdachts der Kollaboration mit der deutschen Besatzungsmacht verhaftet, in dem nachfolgenden Prozess jedoch völlig rehabilitiert. Sie lebte seitdem zurückgezogen in Paris, wo sie im pädagogischen Bereich arbeitete. 1950 gab sie ein letztes Konzert in der Pariser Salle Gaveau. Schüler der großen Sängerin waren so bedeutende Sängerinnen und Sänger wie Régine Crespin, Udo Reinemann, Nadine Denize, Émile Belcourt, Pierre Fleta und Rachel Yakar. Germaine Lubin starb 1979 in Paris. – Durch die Dichte und Tonfülle ihres Stimmaterials und durch die Ausdruckskraft ihres Vortrages gehört sie zu den bedeutendsten dramatischen und Wagner-Sängerinnen, die Frankreich im 20. Jahrhundert hervorgebracht hat.

Lit: N. Casanova: »Isolde 39 (G. Lubin)« (Paris, 1974); Germaine Lubin (in »Recorded Sound«, 1967); M. de Schauensee: Lubin Revisited (in »Opera News«, 1965-66).

Relativ wenige Schallplattenaufnahmen auf Odeon.

 1.2. Francesco Maria VERACINI: 325. Geburtstag

 Er war Sohn eines Apothekers und erlernte das Violinspiel bei seinem Onkel Antonio Veracini, mit dem er häufig Konzerte gab. 1711 komponierte Veracini ein von Oboen, Trompeten und Streichern begleitetes Violinkonzert, das beim Krönungsfest zu Ehren Kaiser Karls VI. in der Frari-Kirche aufgeführt wurde. Der junge Giuseppe Tartini hörte 1712 Veracinis Spiel zum ersten Mal und war so sehr beeindruckt, dass er sich für eine gewisse Zeit aus dem aktiven Musikleben zurückzog, um sich der Verbesserung seines eigenen Geigenspiels, insbesondere der sauberen Bogenführung zu widmen, bevor er wieder öffentlich auftrat. 1714 wohnte Veracini eine Zeit lang in London, wo er im King’s Theatre Violinsoli als Zwischenspiele in diversen Opern darbot, wobei er u. a. auch Georg Friedrich Händel kennengelernt haben dürfte. 1715 verbrachte er einige Zeit in Düsseldorf im Dienste des Kurfürsten Johann Wilhelm und kehrte 1716 zurück nach Venedig. Hier entstanden seine sechs orchestral üppig ausgestatteten und harmonisch kühn konzipierten Ouvertüren, die seinen Ruf als Komponist nochmals sehr erhöhten, und hier widmete er ein Violinsonatenopus dem Kronprinzen Friedrich August, Sohn des Königs von Sachsen. 1721 widmete er dem Prinzen ein weiteres Sonatenopus. Der Prinz, der selber ein hervorragender Musikkenner war, holte Veracini in seine Dresdner Residenz, damit er Kammermusik aufführte, mit ihm musizierte und sich um die Anstellung italienischer Sänger für das Dresdner Opernhaus kümmerte. Im Laufe der Zeit entbrannte ein Streit über die sündhaft teuren italienischen Opern mit dem Komponisten Johann David Heinichen und dem Kastraten Senesino, bei dem Veracini vor Wut aus dem Fenster des 2. Stockes sprang, sich einen Hüft- und Beinbruch zuzog, der nur unzureichend verheilte, weswegen er seither hinkte. Zurück in seiner Heimatstadt Florenz 1723 spielte er Kirchenmusik und komponierte ein Oratorium; während dieser Zeit machte er sich einen schlechten Ruf und erntete den Spitznamen eines „capo pazzo“ (Wirrkopf). Der als exzentrisch und hochmütige geltende Veracini nannte die zwei besten seiner zehn Violinen von Jakob Stainer „Petrus & Paul“. 1733 zog er wieder nach London, um dort in vielen Konzerten aufzutreten. Er schrieb wie viele seiner berühmten Zeitgenossen dort mehrere Opern, darunter Adriano in Siria, La clemenza di Tito und 1738 Rosalinda sowie 1744 das Oratorium L’errore di Salomono. Er verließ 1744 die Stadt, deren Musikleben nunmehr von Händels Musik beherrscht war. Auf der Reise wurde er im Ärmelkanal Opfer eines Schiffbruchs, den er wie durch ein Wunder überlebte, zwei seiner Geigen gingen verloren. Er kehrte nach Florenz zurück, dort wurde er beigeordneter Kapellmeister an mehreren Kirchen, wo er sich vollständig auf Kirchenmusik konzentrierte. In seinen letzten Lebensjahren hatte er viele Auftritte als Violinist und Kapellmeister.

Während Veracini in seinen Violinkonzerten dem Zeitgeschmack folgte, liegt sein musikgeschichtliches Vermächtnis vor allem in den virtuosen Sonaten des op. 2. Er starb 1768 in Florenz.

 2.2. Giovanni MAZZIERI: 100. Geburtstag

 Biographie des italienischen Tenors auf Italienisch: http://www.borgodelpozzo.it/sgunden/MazzieriG/MazieriG.htm

 2.2. Louis-Albert BOURGAULT-DUCOUDRAY: 175. Geburtstag

 Er studierte am Pariser Konservatorium bei Ambroise Thomas. Er gewann den Prix de Rome und unternahm 1874 eine Reise durch Griechenland und den Orient, wo er griechische Volkslieder sammelte. Ab 1878 unterrichtete er Musikgeschichte am Konservatorium. Er komponierte Opern, ein Oratorium, Kantaten, Orchesterstücke, kammermusikalische Werke sowie griechische, orientalische, bretonische, walisische, schottische und irische Lieder. Er starb 1910 in Vernouillet.

 2.2. Domenico DONZELLI: 225. Geburtstag

Domenico_Donzelli

 Er war in seiner Vaterstadt Bergamo Schüler des Gesanglehrers A. Bianchi. Schon als Knabe war er Mitglied des Theaterchors am dortigen Teatro Riccardi. 1808 debütierte er an diesem Haus als Comprimario in der Oper »Elisa« von Simone Mayr. Er ging dann zur weiteren Ausbildung nach Neapel und war dort Schüler von Viganoni und Crivelli. 1809 begann er seine eigentliche Solistenlaufbahn, als er in Neapel in »Nina ossia La pazza per amore« von Paisiello debütierte. Jetzt entwickelte sich seine Karriere schnell. Seit 1815 begeisterte er das römische Opernpublikum, seit 1816 auch das der Mailänder Scala. 1829 erschien er als Gast am His Majesty’s Theatre London. Seine glanzvollen Auftritte an den großen italienischen Operntheatern wie in der österreichischen Hauptstadt Wien (1841) setzten sich bis zu seinem Rücktritt von der Bühne 1846 fort. Mit dem großen Komponisten Gioacchino Rossini war er freundschaftlich verbunden. Rossini komponierte für ihn die Titelpartie in seiner Oper »Torvaldo e Dorliska«, die er bei deren Uraufführung am 26.12.1815 am Teatro Valle in Rom sang, ebenso Saverio Mercadante die Hauptrolle in seiner Oper »Elisa e Claudio«, deren Uraufführung am 30.10.1821 an der Mailänder Scala ein großer Erfolg für den Komponisten wie für den Sänger der Titelrolle wurde. Am 15.3.1821 nahm er an der Scala an der Uraufführung der Oper »La Sciocca Perastuzia« von Giuseppe Mosca, am 11.2.1832 an der von »La Vendetta« von Cesare Pugni teil. Am 9.3.1839 trat er an der Mailänder Scala in der Uraufführung von Mercadantes Oper »Il Bravo«, wiederum sehr erfolgreich, auf; am 13.3.1841 sang er dort in der von »Il Proscritto« von Otto Nicolai. Er wirkte in den Uraufführungen mehrerer Opern von Donizetti mit, so in »Zoraida di Granata« (28.1.1822 Teatro Argentina Rom), »Olivo e Pasquale« (7.1.1827 Teatro Valle Rom), »Ugo Conte di Parigi« (13.3.1832 Scala Mailand in der Titelrolle), »Parisina d’Este« (17.5.1833 Teatro della Pergola Florenz) und in »Maria Padilla« (26.12.1841 Scala Mailand). 1821 hatte er einen seiner größten Erfolge, als er an der Scala den Ramiro in Rossinis »La Cenerentola« sang; am 2.10.1821 wirkte er an der Scala in der Uraufführung der Oper »Donna Aurora« von Francesco Morlacchi mit. Am Théâtre-Italien in Paris war er 1825-31 engagiert. Als Antrittsrolle sang er 1825 hier die Titelpartie in Rossinis »Otello«. Am 19.6.1825 trat er hier in der Uraufführung von Rossinis Krönungsoper »Il Viaggio a Reims« (zur Krönung Karls X. von Frankreich) in der Partie des Cavaliere Belfiore auf. Er wirkte an diesem Theater auch in den Uraufführungen der Opern »Clari« von Halévy (1829) und »Fausto« (1831) von Louise-Angélique Bertin mit. 1826 sang er am Teatro Fenice in der Uraufführung der Oper »Donna Caritea« von S. Mercadante. 1829 gastierte er am Drury Lane Theatre in der englischen Erstaufführung von Bellinis Oper »Il Pirata«. Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte er, als er am 26.12.1831 an der Mailänder Scala den Pollione in der Uraufführung von Bellinis Meisterwerk »Norma« sang, während so berühmte Primadonnen wie Giuditta Pasta in der Titelpartie und Giulia Grisi als Adalgisa neben ihm auf der Bühne standen. Nachdem er 1831 an der Mailänder Scala den Pollione in »Norma« kreiert hatte, sang er diese Partie in Venedig, Bologna, Triest und Senigaglia. 1833 sang er die gleiche Partie, wiederum als Partner von Giuditta Pasta, in der englischen Erstaufführung des Werks am King’s Theatre in London. Am Londoner King’s Theatre nahm er auch an den englischen Erstaufführungen der Oper »Il Pirata« (1830) und »La Straniera« (1831) von Bellini teil. 1831 gastierte er am Teatro Fenice Venedig als Crispo in »Fausta« von Donizetti mit Giuditta Pasta in der Titelrolle. Donizetti hatte für diese Aufführung für die beiden großen Sänger ein zusätzliches Duett komponiert (das er später in »Maria Stuarda« wiederholte). 1844 gab er seine glanzvolle Karriere auf. Zu seinen großen Donizetti-Partien gehörten auch der Percy in »Anna Bolena«, der Alamiro in »Belisario«, der Edgardo in »Lucia di Lammermoor« und der Titelheld in »Roberto Devereux«. Ein weiterer Höhepunkt in seinem Repertoire war der Argirio in Rossinis »Tancredi«. Von der Stimme des Sängers sagte man, daß sie ein baritonales Timbre und eine ungewöhnliche Tonfülle gehabt habe, wenn auch der eigentliche Stimmumfang begrenzt gewesen sei; immer wieder wurden die dramatische Aussagekraft seines Vortrages und sein großes schauspielerisches Talent hervorgehoben. Der englische Musikkritiker Chorley bezeichnet seine Stimme als »mellifluous and robust«, Rossini konstatiert lapidar: »Das ist ein Sänger!« Nach Abschluss seiner Karriere verbrachte er seinen Ruhestand in seinem Palast in Bologna, wo er 1873 starb. Sein Sohn Ulisse Donzelli († 1895) wurde als Komponist und Pianist bekannt; er war mit der Sängerin Elisa Stefanini (* 7.9.1844 Ferrara, † 6.11.1915 Mailand) verheiratet.

 3.2. Guillaume LASCEUX: 275. Geburtstag

 Er begann seine Karriere als Organist im Jahr 1758 an der Pfarrkirche Saint-Martin de Chevreuse in Paris. Dort schrieb er sich im Jahr 1762 für fünf Jahre zum Studium der Komposition bei Charles Noblet ein, dem Organisten und Clavecinisten der Oper. Dann folgte er im Jahr 1769 in Paris auf die Organistenstelle an der Klosterkirche der Mathurins, die dem Orden Très Sainte Trinité gehörte. Im gleichen Jahr fügte er dieser Tätigkeit die Organistenstelle an Saint Aure hinzu und zehn Jahre später die Stelle am Kloster von Minimes am Pariser Place Royal; hinzu kamen danach ähnliche Positionen am Collège de Navarre und am Séminaire Saint-Magloire. Ab dem Jahr 1769 hat er auch Claude-Nicolas Ingrain an der Pariser Kirche Saint-Étienne-du-Mont vertreten; 1774 wurde er dort der offizielle Stelleninhaber. Mit Ausbruch der Französischen Revolution 1789 verlor er die meisten seiner Ämter. Die Kirche Saint-Étienne-du-Mont war in einen Tempel der Frömmigkeits-Kinder für die Théophilanthropen umgewandelt worden; hier verdiente er seinen Lebensunterhalt als Begleiter der Feierlichkeiten. Nachdem im Jahr 1803 die katholischen Gottesdienste wieder eingeführt worden waren, setzte er hier seine Tätigkeit fort. Nach 50 Jahren Dienst in der gleichen Pfarrei nahm er am 2. Januar 1819 von seinem Beruf als liturgischer Organist Abschied. Der Tag seines Todes im Jahr 1831 ist nicht überliefert.

Lasceux kann in der französischen Orgel- und Kirchenmusik durch sein langes Leben als Bindeglied zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert gelten. Zu Lebzeiten war er ein anerkannter Virtuose auf der Orgel, auf dem Cembalo und auf dem Pianoforte; berühmt war er durch seine Improvisationen, die von der Thematik des Jüngsten Gerichts inspiriert waren. Der größere Teil seiner Orgelkompositionen entstand in der Zeit vor 1789. Im neuen Jahrhundert entstanden zwei Gruppen von Orgelwerken: die Nouvelle Suite de pièces d’orgue (1810) und sein Annuaire de l’organiste (1819); letzteres umfangreiche Werk enthält vier Messen, Magnificat-Sätze und ein groß angelegtes Te Deum in 16 Versetten. Das Te Deum ist ein Bravourstück der Orgelwerke seiner Zeit mit seinen neuartigen Effekten, zum Beispiel clusterartigen Klängen. Grundsätzlich sind Lasceux‘ Orgelwerke der klassischen Tradition verpflichtet (Plain-chant, Duo, Récit de flûtes ou de hautbois, Grands jeux etc.), belegen jedoch auch die Orgelmusikpraxis des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts (Chasse, Symphonie concertante usw.). Wenn auch seine Kompositionen nicht so erfindungsreich sind wie die von Jean-Jacques Beauvarlet-Charpentier (1734−94) und nicht so kunstvoll wie die von nicolas Séjan (1745−1819), besitzt seine Orgelmusik mit ihrer farbigen und lebendigen Klanggestaltung viel Anziehungskraft und Schwung. Besondere Bedeutung hat Lasceux‘ Lehrwerk Essai théorique et pratique sur l’art de l’orgue aus dem Jahr 1809. Es gilt als besonders wertvolles Zeugnis für die Entwicklung der französischen Orgelmusik seiner Zeit und lässt mehr den Endpunkt und Abschluss der Epoche der Orgue français classique erkennen (welche etwa vom Jahr 1640 bis 1800 dauerte), als eine Öffnung zu der sich ankündigenden Romantik: der Autor gibt hier seine Enttäuschung über eine im Untergang begriffene Kunstform Ausdruck. In den praktischen Ausführungen des Lehrwerks zeigt er mit vielen Details und zahlreichen Beispielen die Tätigkeit eines Organisten. Im Gegensatz zu den deutschen Orgelkomponisten, bei denen das musikalische Interesse mehr der formalen und thematischen Analyse gilt, ist Lasceux‘ Interesse zusammen mit dem der anderen französischen Orgelkomponisten mehr auf die klangliche Wirkung gerichtet, wie sie sich auf den Orgeln von Clicquot, Isnard und Dom Bédos de Celles unter den Händen eines Interpreten entfaltet. Wenn auch vereinzelt moderne Sachverhalte dargestellt sind (z.B. die Abbildung eines viermanualigen Spieltischs mit deutschem Pedal) und anspruchsvollere Stücke enthalten sind (z.B. ein Quinque, welches so gekonnt aufgebaut ist, dass Fachkreise Lasceux‘ Autorschaft anzweifeln), überwiegt in diesem Lehrwerk eher die prinzipiell rückwärtsgewandte Tendenz.

 4.2. Martti TALVELA: 80. Geburtstag

Martti TALVELA

 In seiner Jugend war er ein bekannter Sportler und wurde finnischer Meister im Schwergewichtsboxen. Er wurde zunächst Volksschullehrer, dann Ausbildung der Stimme am Konservatorium von Lahti durch den Pädagogen Taunokaivela und durch Carl Martin Öhman in Stockholm. Er debütierte 1960 als Gast an der Nationaloper von Helsinki in der Partie des Sparafucile im »Rigoletto«. 1961-62 Mitglied der Königlichen Oper Stockholm (Antrittsrolle: Commendatore im »Don Giovanni«), seit 1962 an der Deutschen Oper Berlin tätig. 1962 und 1965 sang er bei den Festspielen von Bayreuth den Titurel im »Parsifal«, 1964-66 den Landgrafen im »Tannhäuser«, 1965-66 den Fasolt und den Hunding im Nibelungenring, 1966 und 1968-70 den König Marke in »Tristan und Isolde« sowie 1969-70 den Daland in »Der fliegende Holländer«. Bei den Oster- wie bei den Sommerfestspielen von Salzburg kam er zu großen Erfolgen; bei den Sommerfestspielen sang er 1968 den Commendatore, 1978-84 den Sarastro in der »Zauberflöte«, 1979 einen Liederabend und 1980-81 den Osmin in der »Entführung aus dem Serail«. 1970 und 1972-73 gastierte er an der Covent Garden Oper London als Hunding und Hagen im Nibelungenring, als Gurnemanz im »Parsifal« und als Dosifej in »Chowanschtschina« von Mussorgsky. 1972-79 künstlerischer Direktor der Opernfestspiele auf der finnischen Burg Savonlinna im Rahmen des Finnland Festivals, wie er denn überhaupt großen Einfluss auf das Musikleben seines Heimatlandes nahm. 1973 inszenierte er seine erste Oper als Direktor des Festivals von Savonlinna, »Die Zauberflöte«, in der er selbst den Sarastro sang. Gastspiele an der Mailänder Scala (1963, 1968 und 1970 als Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«, 1966 in Beethovens Missa Solemnis, 1967 als Landgraf, 1968 als Hunding, 1974 im Verdi-Requiem und 1981 mit einem Liederabend), in Rom und Bordeaux sowie an den Staatsopern von Hamburg und München und an den Opernhäusern von Köln und Bonn. Er bereiste als Konzertsänger Deutschland, Schweden, Finnland und die Sowjetunion. Seit 1964 auch der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg verbunden. Dazu gastierte er regelmäßig an der Staatsoper von Wien (1965-86 als König Heinrich im »Lohengrin«, sowohl als Großinquisitor als auch als König Philipp in Verdis »Don Carlos«, als König Marke, als Sarastro, als Minister im »Fidelio«, als Fiesco im »Simon Boccanegra« von Verdi, als Daland, als Hunding und als Pater Guardian in »La forza del destino« in insgesamt 39 Vorstellungen). Man bewunderte zumal seine Kunst des Wagner- und Verdigesanges. Im Oktober 1968 erfolgte sein Debüt an der New Yorker Metropolitan Oper als Großinquisitor. Dort sang er 1974 mit grandiosem Erfolg die Titelrolle in Mussorgskys »Boris Godunow« in der Originalfassung der Oper. Insgesamt ist er an der Metropolitan Oper in einer zwanzigjährigen Karriere in 116 Vorstellungen aufgetreten. Die Partien, die er dort sang, sind der Hunding, der Fasolt, der Pater Guardian, der Gremin im »Eugen Onegin«, der Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut«, der Gurnemanz, der Sarastro, der Osmin, der König Marke und der Dosifej. 1969 hörte man ihn an der Oper von Chicago als Daland, 1987 in Los Angeles als König Marke. Seit 1974 kam er zu einer großen Karriere an der Grand Opéra Paris. Dort hatte er 1977 abermals einen triumphalen Erfolg als Boris Godunow. Diese Partie und der König Philipp trugen ihm 1977 in Moskau und Leningrad ähnliche Erfolge ein. 1978 sang er beim Finnland Festival in der Aufführungen der finnischen Oper »Die letzten Versuchungen« von Joonas Kokkonen die Partie des Predigers Paavo Ruotsalainen. Der Aufschwung, den das Opernleben während seiner Zeit in Finnland nahm, ist zum großen Teil auf seinen unermüdlichen Einsatz zurückzuführen. Er erwarb in seiner finnischen Heimat einen großen Bauernhof, den er neben seiner Tätigkeit als Sänger selbst bewirtschaftete. Er starb ganz plötzlich 1989 in Juva (Südfinnland) an einem Herzinfarkt am Vorabend der Hochzeit seiner ältesten Tochter. – Die Tonfülle und die Ausdruckskraft seiner Bass-Stimme wurden durch seine imposante Bühnenerscheinung und sein
leidenschaftliches Darstellungsvermögen unterstützt und ließen ihn zu einem der großen Bassisten seiner künstlerischen Generation werden.

Schallplatten: Philips (Titurel im »Parsifal«, Fasolt in »Rheingold«), DGG (»Die Walküre«, »Fidelio«, »Don Giovanni«, »Tristan und Isolde«, »Die Jahreszeiten«, »Die Zauberflöte«, »Die letzten Versuchungen« von Kokkonen), Electrola, Decca (»Die Zauberflöte«, »Die Entführung aus dem Serail«, 8. Sinfonie von Mahler, Sparafucile im »Rigoletto«, »Der fliegende Holländer«), RCA (Sarastro in der »Zauberflöte«), HMV (Daland in »Der fliegende Holländer«, Titelheld in »Boris Godunow«), Finlandia (Finnische Volkslieder), Morgan Records (Großinquisitor in »Don Carlos«), BIS (»Winterreise« von Schubert), Claves (Verdi-Requiem).

 5.2. Hans FRANZEN: 80. Geburtstag

Hans_Franzen

 Nachdem er anfänglich als Textilkaufmann gearbeitet hatte, kam es zur Ausbildung seiner Stimme zuerst bei R. Capellmann in Bielefeld, dann 1958-61 an der Musikhochschule von Köln, wo er Schüler von Heinz Marten war. Er schloss seine Ausbildung im Kölner Opernstudio ab und war dann 1962-71 Mitglied des Opernhauses von Köln, wo er als Figaro in »Figaros Hochzeit« debütierte. 1971-73 trat er am Theater von Kiel, dann 1973-75 am Nationaltheater von Mannheim auf; 1975 wurde er an das Opernhaus von Zürich verpflichtet, dessen Mitglied er bis zu seinem Tod 1993 geblieben ist. Er ist auch an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an der Hamburger Staatsoper, an den Opernhäusern von Essen, Frankfurt a.M., Dortmund, Wuppertal, an der Stuttgarter Staatsoper, an den Landestheatern Wiesbaden und Saarbrücken, in Karlsruhe wie bei den Festspielen von Bayreuth (1968-70 als Hans Foltz in »Die Meistersinger von Nürnberg«) aufgetreten. 1982 Gastspiel an der Komischen Oper Berlin, der er durch einen Gastvertrag verbunden war, als Osmin in der »Entführung aus dem Serail«. Auch zu Gast am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, an der Grand Opéra Paris, an den Opern vom Bordeaux und Lüttich, an der Niederländischen Oper Amsterdam und beim Holland Festival, am Teatro Verdi Triest und in Barcelona. 1989 gastierte er an der Staatsoper von München in Tschaikowskys »Jungfrau von Orléans«. Bei den Salzburger Festspielen sang er in konzertanten Aufführungen der Opern »Der Prozess« von G. von Einem (1988 mehrere Partien), »Die Jakobsleiter« von A. Schönberg (1989 den Ringenden), »Antigonae« von C. Orff (1989 den 1. Chorführer), »Orpheus und Eurydike« von E. Krenek (zum 90. Geburtstag des Komponisten, 1990 den Betrunkenen) und »Julietta« von B. Martinu (1991 mehrere Partien), dazu den 2. Geharnischten in der »Zauberflöte« (1991) und den Einarmigen in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss (1992); er sang hier auch am 15.8.1986 in der Uraufführung der Oper »Die schwarze Maske« von K. Penderecki den Francois Tortebat (in dieser Partie gastierte er anschließend auch an der Wiener Staatsoper). 1992 Gastspiel am Staatstheater Karlsruhe als Ochs im »Rosenkavalier«. In der Spielzeit 1992-93 gastierte er in seiner Lieblingsrolle, dem Osmin, an der Staatsoper von Dresden und an der Komischen Oper Berlin. Er wirkte am Opernhaus von Zürich in den Uraufführungen der Opern »Ein Engel kommt nach Babylon« (5.6.1977) und »Der Kirschgarten« (4.12.1984) von Rudolf Kelterborn mit, auch in den Schweizer Erstaufführungen der ergänzten Oper »Lulu« von A. Berg/Fr. Cerha (Spielzeit 1979-80) und »Jakob Lenz« von W. Rihm (1982-83), bereits 1965 am Opernhaus von Köln in der Uraufführung von »Die Soldaten« von Bernd A. Zimmermann (als betrunkener Offizier). Er sang ein umfangreiches Bühnenrepertoire, das in Partien wie dem Leporello im »Don Giovanni«, dem Sarastro in der »Zauberflöte«, dem Rocco im »Fidelio«, dem König Philipp in Verdis »Don Carlos«, dem Pater Guardian in »La forza del destino«, dem Zaccaria im Nabucco, dem Fiesco in »Simon Boccanegra«, dem Basilio im »Barbier von Sevilla«, dem König Arkel in »Pelléas et Mélisande« und in den Bass-Heroen des Wagner-Repertoires vom Daland in »Der fliegende Holländer« bis zum Gurnemanz im »Parsifal« seine Höhepunkte hatte. Dazu war er ein geschätzter Konzert- und Oratorienbassist.

Schallplatten: Telefunken (Nettuno in »Il Ritorno d’Ulisse in Patria« und Caronte in »L‘Orfeo« von Monteverdi). Auf der gleichen Marke erscheint er auch in der dramatischen Kantate »Il Combattimento di Tancredi e Clorinda« von Monteverdi. Auch Aufnahmen bei Capriccio (»Der Zar lässt sich photographieren«, »Sieben Todsünden« und »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill), Koch Records (»Undine« von E.T.A. Hoffmann, »Kleider machen Leute« von Zemlinsky), Denon (»Gurrelieder« von Schönberg).

 6.2. Anna SORGER: 150. Geburtstag

 Ihre Ausbildung zur Sängerin erfolgte in Prag an der Opernschule Lukes. 1883 debütierte sie am Stadttheater von Metz. 1884 wurde sie an das Hoftheater in Mannheim berufen, dessen Mitglied sie bis zu ihrem Abschied von der Bühne 1898 (aufgrund einer Heirat) blieb. 1896 sang sie dort in der Uraufführung von Hugo Wolfs Oper »Der Corregidor« die Partie der Corregidora, 1897 die Halma in der Uraufführung von Eugen d’Alberts »Gernot«. Im Vordergrund ihres Repertoires standen lyrische und Koloratur-Rollen wie die Eurydike in »Orpheus und Eurydike« von Gluck, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Zerline im »Don Giovanni«, die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Frau Fluth in »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai und die Claudia in »Genesius« von F. von Weingartner. Nach ihrer Heirat mit dem Bankdirektor Klaproth lebte sie in Hannover.

 6.2. Martin HÄRTINGER: 200. Geburtstag

 Er studierte zunächst Medizin und erwarb in dieser Wissenschaft den Doktorgrad. Nachdem er den Arztberuf auch praktisch ausgeübt hatte, ließ er seine Stimme durch Alois Bayer in München ausbilden und debütierte 1841 am Hoftheater von Mannheim als Tamino in der »Zauberflöte«. 1842 gastierte er »auf Anstellung« an der Münchner Hofoper als Tamino, als Max im »Freischütz« und als Marco in »Catharina Cornaro« von F. Lachner. Darauf wirkte er seit 1843 als hoch geschätztes Ensemblemitglied an der Hofoper von München. Hier sang er ein umfangreiches Rollenrepertoire, das Partien wie den Raoul in Meyerbeers »Hugenotten«, den Robert in »Robert der Teufel«, den Tamino, den Max, den Idomeneo von Mozart (1845), den Licinio in »La Vestale« von Spontini, den Titelhelden in dessen Oper »Fernand Cortez«, den Florestan im »Fidelio«, den Grafen Armand im »Wasserträger« (»Les deux journées«) von Cherubini, den Pollione in »Norma«, den Shakespeare in »Le Songe d’une Nuit d’Été« von A. Thomas, den Rafael in »Des Teufels Anteil« (»Le Part du Diable«) und den Masaniello in »Die Stumme von Portici« von Auber enthielt. Er wirkte in München in mehreren wichtigen Premieren von Opern mit: 1844 als Eleazar in »La Juive« vom Halévy und als Baron Kronthal in »Der Wildschütz« von Lortzing, 1845 als Carlo in »Linda di Chamounix« von Donizetti, 1846 als Alessandro Stradella in der gleichnamigen Oper von Flotow und als Gennaro in »Lucrezia Borgia« von Donizetti, 1848 als Lyonel in Flotows »Martha«, 1850 als Jean im »Der Prophet« von Meyerbeer. 1843 sang er an der Münchner Hofoper in der Uraufführung der Oper »Zayde« von Johann Nepomuk Poissl, 1845 in der von »Die zwei Prinzen« von Heinrich Esser, 1849 in der Uraufführung der Oper »Benvenuto Cellini« von Franz Lachner. Gastspiele trugen ihm an den Hofopern von Berlin (1842-46) und Stuttgart (1843) und am Stadttheater Hamburg (1844) große Erfolge ein. 1855 ging er in Pension, nachdem sich zunehmend Stimmprobleme durch Überanstrengung der Stimme eingestellt hatten. Er trat danach noch gelegentlich als Konzertsänger auf und ließ sich als Gesanglehrer in München nieder. Im Lauf seiner Karriere wurde er neben seinem Wirken auf der Bühne auch durch seine Konzertauftritte bekannt. Er starb 1896 in München.

 7.2. Massimo DE BERNART: 65. Geburtstag

 Biographie des italienischen Dirigenten auf Italienisch: http://it.wikipedia.org/wiki/Massimo_de_Bernart

 7.2. Walter FRITZ: 100. Geburtstag

Walter_FRITZ_als_Loge_in_Bayreuth
Als Loge in Bayreuth

 Der Sohn des Bassisten Reinhold Fritz (1884-1950) war 1948-51 am Stadttheater von Lübeck und 1951-59 am Opernhaus von Dortmund engagiert. Bei den Festspielen von Bayreuth sang er 1951 den Loge im »Rheingold« und einen Ritter im »Parsifal« (Mitschnitt der »Parsifal«-Aufführung auf Decca). Er starb am 30.11.2002

Eine ausführliche Biographie findet sich hier: http://www.kircheundgesellschaft.de/fileadmin/Dateien/Fachbereich_I/Dokumente/Zwischen_allen_Stuehlen.pdf

 7.2. Marius CONSTANT: 90. Geburtstag

 Er studierte am Konservatorium von Bukarest Klavier und Komposition und erhielt 1944 den George-Enescu-Preis. 1946 zog er nach Paris, wo er am Konservatorium Schüler von Olivier Messiaen, Tony Aubin, Arthur Honegger und Nadia Boulanger war. Seine Kompositionen gewannen mehrere Preise. Ab 1950 beschäftigte er sich vermehrt mit elektronischer Musik und wurde Mitglied der Groupe de Recherche de musique concrète von Pierre Schaeffer. 1956-66 war Constant Dirigent der Ballets de Paris, die Roland Petit leitete. In diesen Jahren entstanden zahlreiche Ballettkompositionen für Petit und Maurice Béjart, so Haut-voltage (1956), Contrepointe (1958), Cyrano de Bergerac (1959), Éloge de la folie (1966) und Paradis perdu (1967). Für das Aix-en-Provence-Festival 1957 schrieb er ein Klavierkonzert, bekannt wurde er jedoch vor allem durch die von Leonard Bernstein geleitete Uraufführung der 24 Préludes pour Orchestre (1958). Turner (1961) setzte die malerische Sprache des englischen Malers William Turner in Musik um. 1963 gründete Constant das Ensemble Ars Nova, das sich als eines der ersten speziell mit der Aufführung zeitgenössischer Musik beschäftigte. 1970 übernahm er die Leitung der Musikabteilung des ORTF; 1973-78 hatte er die musikalische Leitung der Pariser Oper inne, und 1988-89 war er am Pariser Konservatorium Professor für Orchestrierung und Instrumentierung. Außerdem unterrichtete er an der Universität von Stanford (Kalifornien) und in Hilversum. Weitere Ballette entstanden, so Septentrion (1975), Nana (1976) und L’ange bleu (1985). Ein Welterfolg wurde La tragédie de Carmen (1981), eine zusammen mit dem Regisseur Peter Brook geschriebene Bearbeitung der Oper Carmen von Georges Bizet. 1990 schuf er außerdem eine exzellente Orchestrierung des Klavierwerkes Gaspard de la nuit von Maurice Ravel. Marius Constant starb 2004 in Saint-Mandé bei Paris.

 7.2. Carlo Felice CILLARIO: 100. Geburtstag

 Der in Argentinien geborene Dirigent ging 1923 nach Italien, wo er Violine und Komposition am Konservatorium von Bologna studierte. Er hoffte auf eine Solistenkarriere, aber eine Handgelenksverletzung veranlasste ihn Dirigent zu werden. Er gab sein Debüt als Dirigent 1942 in Odessa. Während des Zweiten Weltkrieges kehrte er nach Argentinien zurück, wo er das Symphonieorchester der Universität von Tucuman dirigierte. Nach seiner Rückkehr nach Italien gründete er 1946 das Kammerorchester Bologna und widmete einen Großteil seiner Zeit der Oper, indem er an den Opernhäusern von Rom, Turin, Florenz, Mailand (1971 »Maria Stuarda«) usw. dirigierte. Sehr bald erschien er auch außerhalb Italiens, vor allem in Athen, Berlin, Oslo und Paris. Das Jahr 1961 brachte seine Debüts in England, beim Glyndebourne Festival mit »L’Elisir d’amore«, und in den USA, an der Lyric Opera Chicago mit »Don Carlos« (später dirigierte er hier noch »Il barbiere di Siviglia«, »La Cenerentola«, »La Favorita« und »La Bohème«). 1964 gab er auf Wunsch von Maria Callas sein Debüt an der Covent Garden Opera London, indem er eine Serie von »Tosca«-Vorstellungen mit ihr und Tito Gobbi dirigierte. Es folgten seine Debüts 1970 an der San Francisco Opera (mit »Tosca«; bis 1985 dirigierte er hier auch »Nabucco«, »Il Trovatore«, »La Favorita«, »L’Elisir d‘amore«, »Norma«, »Lucia di Lammermoor«, »Cavalleria rusticana« und »Pagliacci«) und 1972 an der Metropolitan Opera New York (mit »La Sonnambula«). An der Metropolitan Opera leitete er in der Spielzeit 1972-73 außerdem noch Aufführungen von »Norma«, »Il Trovatore«, »Macbeth«, »Tosca«, »Cavalleria rusticana« und »Pagliacci« sowie in der Spielzeit 1985-86 nochmals »Tosca«-Vorstellungen. Er wurde eine der Lieblingsdirigenten von Montserrat Caballé; er dirigierte 1972 bei ihrem Debüt an der Covent Garden Oper (»La Traviata« mit Nicolai Gedda und Victor Braun), sowie bei einer konzertanten Aufführung von »Caterina Cornaro« in London und kurze Zeit später bei einer Studio-Aufnahme von »Norma«. 1975-80 dirigierte er an der Wiener Staatsoper insgesamt 22 Repertoire-Vorstellungen der Opern »Don Carlo«, »Il Trovatore«, »Cavalleria rusticana« und »Pagliacci«, »Il barbiere di Siviglia«, »Lucia di Lammermoor«, »Un ballo in maschera«, »La Bohème«, »Norma«, »La Traviata« und »Tosca«. In späteren Jahren dirigierte er vor allem in Australien, war seit 1988 1. Gastdirigent an der Sydney Opera, bis er sich 2003 ins Privatleben zurückzog. Er galt als einer der sängerfreundlichsten Dirigenten sowohl in den Opernhäusern als auch in den Aufnahmestudios. Er starb 2007 in Bologna.

 8.2. Newell JENKINS: 100. Geburtstag

 Er studierte an der Orchesterschule der Sächsischen Staatskapelle in Dresden und am Städtischen Musikseminar in Freiburg, später in Kursen bei Willibald Gurlitt in Freiburg und Carl Orff in München. Wieder in den USA, wirkte er mit Leon Barzin in New York an der National Orchestra Association. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er in Italien weiter und gründete dann in New York die Clarion Music Society, mit der er selten gespielte Barockwerke aufführte. Als Gastdirigent trat er in Mailand, Neapel, Turin, Florenz, Hilversum, Stockholm, London und auch Stuttgart auf. 1964-74 lehrte er an der New Yorker Universität, 1971-79 an der kalifornischen Irvine-University. In Venedig gründete er 1973 die Festspiele für venezianische Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Er starb 1996 in Hillsdale (New York).

 8.2. Joseph von EYBLER: 250. Geburtstag

 Er erhielt seinen ersten Musikunterricht bei seinem Vater, im Alter von sechs Jahren bekam er durch Hilfe des Beamten Josef Seitzer einen Platz im renommierten Knabenseminar St. Stephan in Wien, wo schon Joseph und Michael Haydn ihre Ausbildung zum Chorknaben erhalten hatten. 1777-79 bekam er Unterricht von Johann Georg Albrechtsberger später auch von Joseph Haydn. Ein Studium der Rechtswissenschaft musste er aus finanziellen Gründen aufgeben und sein Leben zunächst als Instrumentallehrer und Musiker bestreiten. Er spielte Orgel, Waldhorn, Viola sowie Baryton und komponierte. Musikalisch wegweisend waren seine Streichquintette. Zu seinen Förderern gehörte neben Joseph Haydn, der ihm am 8. Juni 1790 in einem Zeugnis vorzügliches Talent bescheinigte, auch Kardinal Christoph Anton von Migazzi und Gottfried van Swieten, vor allem aber Kaiserin Maria Theresia, die ihm eine Anstellung als Hof-Musiklehrer vermittelte. Eybler war befreundet mit Wolfgang Amadeus Mozart, der ihn im Mai 1790 in Schwechat besuchte und ihm ein Zeugnis ausstellte. Die Witwe Mozarts erteilte ihm 1791 zunächst den Auftrag zur Vollendung des fragmentarischen Requiems, das aber letztlich von Franz Xaver Sußmayr fertiggestellt wurde. Eybler wurde 1792 Chordirektor bei den Karmeliten, anschließend (1794-1824) im Schottenstift in Wien.

Im Jahr 1804 wurde Eybler zum Vizehofkapellmeister neben Antonio Salieri ernannt. Am 27. Oktober 1806 heiratete er Theresia Müller (1772–1851). Dieser Ehe entstammten zwei Kinder, Tochter Theresia (1806–09) und Sohn Josef (1809–56), der am 22. Mai 1843 Maria Edle von Simonyi (1818-89) heiratete. Nach der Pensionierung Salieris 1824 übernahm Eybler das Amt des Hofkapellmeisters. Am 23. Februar 1833 erlitt Eybler während einer Aufführung des Requiems von Mozart einen Schlaganfall, welcher zu einer bleibenden Lähmung führte. Wegen seiner Verdienste als Leiter der Wiener Hofmusikkapelle und als Komponist wurde er 1835 geadelt. Er verstarb im Alter von 81 Jahren in Wien und wurde am Allgemeinen Währinger Friedhof beigesetzt. Nach der Schließung des Friedhofs wurde sein Leichnam enterdigt und 1923 auf dem Pfarrfriedhof „Klein-Schwechat“ am Alanovaplatz in Schwechat wieder beerdigt. Im Jahr 1894 wurde in Wien-Döbling (19. Bezirk) die Eyblergasse nach ihm benannt. Am Geburtshaus des Komponisten am Hauptplatz 5 in Schwechat wurde 1922 eine Gedenktafel mit Porträtrelief angebracht, die 1971 erneuert wurde.

 8.2. Pasquale CAFARO: 300. Geburtstag

 Biographie des italienischen Komponisten auf Italienisch: http://it.wikipedia.org/wiki/Pasquale_Cafaro

 9.2. Derek BLACKWELL: 85. Geburtstag

 Nach anfänglicher kaufmännischer Tätigkeit in einem Familienunternehmen kam es zur Ausbildung der Stimme am Leeds College of Music durch Victor Helliwell. Bühnendebüt 1970 bei der Scottish Opera Glasgow als erster Gefangener in Beethovens »Fidelio«. Bis 1977 sang er an diesem Haus außerdem noch den ersten Geharnischten wie den 1. Priester in der »Zauberflöte«, den Alfredo in »La Traviata«, den Lionel in Flotows »Martha«, den Froh im »Rheingold«, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den Iopas in »Les Troyens« von Berlioz, die Titelpartie in »Judas Maccabaeus« in einer szenischen Aufführung des Händel-Oratoriums und den Offizier in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Bedeutende Karriere an den führenden englischen Operntheatern; so sang er an der Covent Garden Oper London, bei der Welsh Opera Company in Cardiff und beim Edinburgh Festival. Auf der Bühne bewältigte er ein vielseitiges Repertoire, das lyrische wie heldische Partien umfasste (Nemorino in »L‘Elisir d’amore«, Nadir in »Les pêcheurs de perles«, Radames in »Aida«, Erik in »Der fliegende Holländer«, Florestan im »Fidelio«). Neben seinem Wirken auf der Bühne und im Konzertsaal war er am Yorkshire College of Music in Leeds pädagogisch tätig. Er starb 1994 in Sheffield.

Schallplatten: Philips, HMV (italienischer Sänger im »Rosenkavalier«).

 9.2. Emil PETROVICS: 85. Geburtstag

 Er studierte 1949-51 in Budapest bei Rezsö Sugár, danach an der Franz-Liszt-Musikakademie bei Ferenc Szabó, Ferenc Farkas und János Viski. Er wirkte als Dirigent und 1960-64 als Musikdirektor am Budapester Petőfi Theater. Danach wurde er Professor an der Akademie für dramatische Künste (Színház- és Filmművészeti Egyetem). 1994 wurde er zum Mitglied der Széchenyi Akademie (Széchenyi Irodalmi és Művészeti Akadémia) gewählt. Er erhielt 1966 und 2006 den Kossuth-Preis. Neben kammermusikalischen Werken komponierte er unter anderem drei Opern, ein Oratorium, ein Ballett, Kantaten, ein Streichersinfonie, ein Flötenkonzert und dreißig Filmmusiken. Er starb 2011 in Budapest.

 9.2. Bronisława DOWIAKOWSKA: 175. Geburtstag

Bronislawa_DOWIAKOWSKA

 Ihr eigentlicher Name war Bronislawa Apolonia Izabela Dowiakowska-Klimowiczowa. Sie war eine Schülerin des Pädagogen Jan Quattrini in Warschau. Ihr Debüt fand im Alter von 17 Jahren 1858 an der Oper von Warschau statt, indem sie die Partie der Leonore in »Alessandro Stradella« von Friedrich von Flotow sang. Sie trat dann dort auch als Donna Elvira im »Don Giovanni«, als Königin Marguerite in den »Hugenotten« von Meyerbeer und als Philine in »Mignon« von A. Thomas auf. Als sich die Primadonna der Warschauer Oper Paulina Rivoli 1860 von der Bühne zurückzog, galt sie allgemein als deren Nachfolgerin. Länger als 35 Jahre wirkte sie an der Oper von Warschau und genoss beim Publikum der polnischen Hauptstadt großes Ansehen. Bis 1894 ist sie dort aufgetreten. An der Warschauer Oper kreierte sie mehrere Partien in Uraufführungen der Opern von Stanislaw Moniuszko: am 7.2.1860 die Ewa in »Hrabina« (»Die Gräfin«), am 1.1.1861 die Zuzi in »Verbum nobile«, am 28.9.1865 die Hanny in »Das Gespensterschloss« (»Straszny Dwór«) und am 11.12.1865 die Neali in »Paria«. In den Jahren 1873-89 gab sie Gastspiele an den Opernhäusern von Lemberg (Lwów), Krakau, Kiew, Odessa und an der Oper von Nizza. im September 1894 sang sie als Abschiedspartie an der Oper von Warschau die Mignon von A. Thomas. Sie war eine sehr vielseitige Künstlerin, die über hundert verschiedene Bühnenpartien beherrschte, darunter die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Gilda im »Rigoletto«, die Micaela in »Carmen«, die Valentine in den »Hugenotten«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Aldona in »Konrad von Wallenrod« von W. Zelenski, auch einige Operettenrollen wie die Belle Hélène von Offenbach und die Euridice in »Orphée aux Enfers« vom gleichen Komponisten. Dazu war sie eine allseits hoch geschätzte Konzertsopranistin. Sie starb 1910 in Warschau.

Lit: J. Kleczynski: Bronislawa Dowiakowska (Warschau, 1894).

 10.2. Cornelis OPTHOF: 85. Geburtstag

Cornelis_OPTHOF

 1949 wanderte er nach Kanada aus. In Vancouver wurde seine Stimme durch die holländische Pädagogin Katharina Hendrikse ausgebildet, dann Schüler von Herman Geiger-Torel in Toronto. 1953 begann er seine Karriere in Kanada. Er trat hier anfänglich im Rundfunk und am Fernsehen auf. 1960 gewann er den ersten Preis beim Gesangwettbewerb von Toronto. Er war 1957-64 bei der Canadian Touring Opera engagiert, an der er als Silvio im »Bajazzo« debütierte und dort Partien wie den Valentin im »Faust« von Gounod, den Marcello in »La Bohème« und den Amonasro in »Aida« sang. 1965 erhielt er ein Stipendium für eine weitere Ausbildung in Europa. 1966 unternahm er mit der berühmten Sopranistin Joan Sutherland zusammen eine große Australien-Tournee. An der San Francisco Opera gastierte er 1971 als Talbot in Donizettis »Maria Stuarda« und als Graf Luna im »Troubadour«, 1988 als Barnaba in »La Gioconda« von Ponchielli. 1976 sang er an der Metropolitan Oper New York den Riccardo in »I Puritani« von Bellini, 1978 in Amsterdam den Germont sr. in »La Traviata«. Er sang u.a. bei der English National Opera, an den Opern von Philadelphia und New Orleans (1988-89 den Hohepriester in »Samson et Dalila« und den Amonasro), in Miami, Milwaukee, Cincinnati (1985 den Amonasro), Ottawa und Pittsburg. 1995 gastierte er an der Canadian Opera Toronto als Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und in Janáceks »Jenufa«. Am Opernhaus von Toronto trat er 1997 als Geronte in Puccinis »Manon Lescaut«, 1998 als Sharpless in »Madame Butterfly« auf. Zu seinen Bühnenrollen gehörten auch der Graf in »Figaros Hochzeit«, der Jeletzky in »Pique Dame« von Tschaikowsky und der Eisenstein in der »Fledermaus«. Er starb 2008 in Toronto.

Auf Decca singt er in einer vollständigen Aufnahme von Bellinis »Beatrice di Tenda« den Filippo als Partner von Joan Sutherland, auf Columbia Lieder von Schönberg.

 10.2. Hilde BÜCHEL: 95. Geburtstag

 Durch Büroarbeit und Tätigkeit als Dolmetscherin musste sie sich die finanzielle Grundlage für ihr Studium beschaffen. Zuerst sang sie in den Jahren 1943-45 als Gast am Theater von Luzern, dann 1944-46 am Städtebundtheater Biel-Solothurn, 1946-48 am Stadttheater von Basel engagiert. 1948-51 gehörte sie wieder dem Städtebundtheater Biel-Solothurn an, 1951-56 dem Landestheater von Kiel, 1956-57 dem Stadttheater von Lübeck und 1957-60 dem Opernhaus von Zürich. In der Spielzeit 1960-61 war sie am Opernhaus von Frankfurt a.M. und dann seit 1961 bis zu ihrem Tod 1966 am Stadttheater von Heidelberg engagiert. Von Kiel aus gastierte sie 1951, 1953 und 1960 an der Hamburger Staatsoper. Auf der Bühne bewältigte sie ein weitläufiges Repertoire, wobei die Partie der Carmen als eine ihrer besten Leistungen galt. Sie sang im übrigen Partien wie die Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera«, die Mary in »Der fliegende Holländer«, die Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg«. die Küsterin in »Jenufa« von Janácek und die Begbick in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill. Während ihres Engagements am Stadttheater von Basel wirkte sie in den deutschsprachigen Erstaufführungen der Opern »Peter Grimes« (1946 als Auntie) und »The Rape of Lucretia« (als Bianca) von Benjamin Britten mit. Sie trat am Stadttheater von Basel auch in der Schweizer Erstaufführung von Glinkas »Ein Leben für den Zaren« (»Iwan Susanin«, Spielzeit 1945-46 als Wanja), am Opernhaus von Zürich in »Die Schule der Frauen« von Rolf Liebermann (1957-58 als Georgette) und »Die Nacht vor Weihnachten« von Rimsky-Korssakow (1959-60 als Solocha) auf. Auch als Konzertsängerin angesehen.

Schallplatten: Vollständige Aufnahme von Tschaikowskys »Eugen Onegin« von 1952, in der sie die Partie der Larina singt.

 10.2. José RIAVEZ: 125. Geburtstag

José_RIAVEZ

 Eigentlich Josip Rijavec; er studierte anfänglich in Görz und Laibach, dann in Wien u.a. bei Franz Schreker und H. Graedener. Debüt 1916 an der Oper von Zagreb, an der er bis 1926 blieb, als italienischer Sänger im »Rosenkavalier«. Er sang während dieser Zeit als Gast an den Opernhäusern von Belgrad und Laibach (Ljubljana). 1926 gastierte er in Berlin und war 1928-32 an der Städtischen Oper Berlin engagiert. Er gastierte an der Wiener Staatsoper 1931 als des Grieux in »Manon« von Massenet und 1932 als Don José in »Carmen«. Seit 1931 war er regelmäßig am Teatro Colón von Buenos Aires zu hören, wo er sehr beliebt war. Hier sang er 1931 die Titelrolle in der Erstaufführung von Strawinskys »Oedipus Rex«, die er zuvor auch an der Berliner Kroll-Oper gestaltet hatte. Am Teatro Colón hörte man ihn auch als Gérald in »Lakmé« von Delibes, als Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg« und als Narraboth in »Salome« von R. Strauss. In den Jahren 1932 bis 1937 gehörte er dem Deutschen Theater in Prag an, wo er einen seiner großen Erfolge als Manrico im »Troubadour« von Verdi hatte. Er gastierte an der Staatsoper Dresden (1927) und am Nationaltheater Prag (1929). Von seinen Bühnenpartien sind ergänzend der Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, der Alfredo in »La Traviata«, der Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, der Radames in »Aida«, der Pinkerton in »Madame Butterfly«, der Werther von Massenet, der Avito in »L’Amore dei tre Re« von Montemezzi, der Luigi in Puccinis »Il Tabarro«, der Loris in »Fedora« von Giordano, der Lenski im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky und der Dimitrij im »Boris Godunow« von Mussorgsky zu nennen.

Als Konzertsänger trat er u.a. in Paris (1929), Hamburg (1936, 1937), Kopenhagen (1932), und Budapest auf; man schätzte ihn im Konzertsaal vor allem als Solisten in der 9. Sinfonie von Beethoven, im Verdi-Requiem und im »Lied von der Erde« von Gustav Mahler. 1935 und 1937 unternahm er große Konzerttourneen durch die Sowjetunion. 1938 gastierte er am Staatstheater von Karlsruhe. 1937 kehrte er in seine jugoslawische Heimat zurück, wo er dann noch zehn Jahre lang an den Opern von Zagreb, Belgrad und Ljubljana auftrat; seit 1948 war er Professor an der Musikakademie von Belgrad; er lebte zuletzt in Ljubljana. Er starb 1959 in Belgrad. Sein Sohn Mario Rijavec (1921-2006) wurde als Dirigent bekannt. – Seine Tenorstimme kam vor allem im italienischen Repertoire zur Geltung.

Schallplatten: HMV und Parlophon (hier Siziliana aus »Cavalleria rusticana« unter Mascagni). Auf Danacord erschien 1984 eine Aufnahme mit Ausschnitten aus dem Verdi-Requiem (Mitschnitt einer Sendung von Radio Kopenhagen).

 10.2. Fritz RUPP: 150. Geburtstag

 Er studierte 1884-87 am Konservatorium der Stadt Wien, außerdem bei Julius Hey in Berlin. In der Spielzeit 1887-88 begann er seine Bühnenkarriere am Theater von Reichenberg in Böhmen (Liberec) und sang dann am Stadttheater von Koblenz (1890-91), am Stadttheater von Metz (1891-92), am Stadttheater von Würzburg (1892-93), wieder in Metz (1894-95), am Hoftheater von Darmstadt (1895-96), am Stadttheater von Aachen (1896-98), am Stadttheater von Magdeburg (1898-1902), am Opernhaus von Köln (1902-03), am Stadttheater von Bremen (1903-03) und abermals am Stadttheater von Magdeburg (1904-07). Nachdem er 1907-08 in Australien und vor allem in Melbourne in Wagner-Partien aufgetreten war, war er 1908-13 am Stadttheater von Mainz, 1913-16 am Stadttheater von Essen, 1916-18 am Stadttheater von Danzig und schließlich nochmals in der Saison 1918-19 als Gast am Theater von Koblenz engagiert. Gastspiele führten ihn an die Hofoper von Dresden (1900), an die Hoftheater von Dessau (1900), Hannover (1905) und Wiesbaden (1908), an die Stadttheater von Bremen (1903), Hamburg (1903) und Breslau (1906). Seit 1919 wirkte er als Pädagoge in Mainz, wo er 1941 starb. Auf der Bühne übernahm er Partien für Helden- wie für lyrischen Bariton, darunter den Don Giovanni, den Sprecher in der »Zauberflöte«, den Wilhelm in »Die beiden Schützen« von Lortzing, den Kühleborn in dessen »Undine«, den Herrn Fluth in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, den Wolfram im »Tannhäuser«, den Kothner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Kurwenal in »Tristan und Isolde«, den Werner Kirchhofer im »Trompeter von Säckingen« von V. Nessler, den Johannes im »Evangelimann« von W. Kienzl, den Belamy im »Glöckchen des Eremiten« von Maillart und den Vater in »Hänsel und Gretel«. Im Konzertsaal trat er gleichfalls in einem umfangreichen Repertoire auf.

11.2. Gerolf SCHEDER : 75. Geburtstag

 Er studierte Mathematik und Physik und wurde Lehrer in diesen Fächern. In den Jahren 1964-68 arbeitete er an einer Realschule in Unterfranken, entschloss sich dann aber zum Gesangstudium, das bei Willi Domgraf-Fassbaender in Nürnberg und an der Musikhochschule Stuttgart bei Hubert Giesen stattfand. 1970 gewann er einen Wagner-Gesangwettbewerb in Berlin und begann danach seine Bühnenlaufbahn am Stadttheater von Freiburg i. Br. Über das Staatstheater von Oldenburg und die Stadttheater von Bielefeld und Hagen (Westfalen) kam er 1980 an das Opernhaus von Frankfurt a.M. Er blieb diesem Haus bis 1988 als Mitglied, später als Gast, verbunden. 1993 hatte er dort in der Titelrolle der Oper »Der Barbier von Bagdad« von P. Cornelius einen besonderen Erfolg. Er wurde durch Gastspiele international bekannt. Diese führten ihn nach Paris (1986 Doktor im »Wozzeck« an der Grand Opéra) und Wien (1995 Falstaff in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor« an der Volksoper), nach Barcelona und Rom, nach Straßburg, Nizza, Toulouse und Lüttich. An der Münchner Staatsoper gastierte er als Lunardo in Wolf-Ferraris »Die vier Grobiane« und als Abbate in »Arlecchino« von Busoni, an der Deutschen Oper Berlin als Falstaff in »Die lustigen Weiber von Windsor« und als van Bett in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, an der Stuttgarter Staatsoper u.a. als Rocco im »Fidelio«, 1995 am Muziektheater Amsterdam als Kothner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, ebenfalls 1995 in Dublin als Don Magnifico in Rossinis »La Cenerentola«. Auch als Konzertsänger aufgetreten Er starb am 15.9.2004

 11.2. Richard KUBLA: 125. Geburtstag

Richard_KUBLA

 Er lernte als Kind Violinspiel und trat schon als Siebenjähriger als Solist auf. Sein Onkel, der einen Kirchenchor leitete, riet ihm jedoch, seine Stimme ausbilden zu lassen. Er wurde Schüler von Bohumil Pták in Prag, doch kam es bald zu Spannungen zwischen ihm und seinem Lehrer, so dass er zu dem Theaterleiter Vaclav Stech überwechselte, der ihm nach kurzer Zeit einen Bühnenauftritt empfahl, was ihm jedoch als verfrüht erschien. Er ging daher zur weiteren Ausbildung an die Wiener Musikakademie, und dort kam es dann 1914 an der Wiener Volksoper zu seinem Debüt als Rodolfo in »La Bohème«. Bis 1920 blieb er Mitglied der Volksoper Wien, sang 1920-24 am Deutschen Theater Prag und wirkte dann als ständiger Gast bis 1945 am Tschechischen Nationaltheater Prag, an der er auch bereits zuvor gastiert hatte. In den Spielzeiten 1932-33 und 1936-38 war er nochmals an der Wiener Volksoper im Engagement. Gastspiele führten ihn an die Staatsoper Wien (1919-37 als Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Canio im »Bajazzo« und als Hans in Smatanas »Die verkaufte Braut«), an die Opernhäuser von München, Hamburg, Budapest und Belgrad, nach Triest, Kairo und in die USA, wo er in New York wie in Chicago aufgetreten ist. Er beherrschte ein Bühnenrepertoire von rund 130 Partien, darunter viele Wagner-Rollen (Erik, Lohengrin, Parsifal, Siegmund), weiter den Titelhelden in »Dalibor« von Smetana, den Prinzen in »Rusalka« und die Titelfigur in »Dimitrij« von Dvorák, den Radames in »Aida«, den Cavaradossi in »Tosca«, den Herzog im »Rigoletto« und den Turiddu in »Cavalleria rusticana«, dazu einige Operettenpartien. Er starb 1964 in Prag.

Schallplatten: Ultraphon, Esta, HMV.

 12.2. Charles JAUQUIER: 95. Geburtstag

 Er begann seine Ausbildung 1945-50 am Konservatorium von Neuchâtel (bei Ernest Bauer), setzte sie bei Fernando Carpi in Genf fort (1950-52) und war dann noch am Konservatorium von Lausanne Schüler von Paul Sandoz (1952-54). Seit 1949 trat er als Konzertsänger auf, in erster Linie als Solist in Oratorien und religiösen Vokalwerken. Er sang die großen Partien in den Passionen wie in der Hohen Messe, in Kantaten wie im Weihnachtsoratorium von J.S. Bach, in Werken von Händel, Haydn, Mozart, Monteverdi, Beethoven (9. Sinfonie), Mendelssohn (»Elias«, »Paulus«), César Franck, Berlioz (»L’Enfance du Christ«), A. Dvorák (Requiem, Stabat mater), von Benjamin Britten, Carl Orff, H. Suter und Frank Martin. Er gab seine Konzerte in Zürich, Bern, Genf, Lausanne, Montreux, Luzern und Basel, in London, Wien, Stuttgart und Berlin, beim Festival du Marais in Paris, in Venedig, Palermo und beim Festival de Strasbourg. Bei den Salzburger Festspielen trat er 1959, 1963 und 1968 zusammen mit dem Straßburger Domchor, u.a. als Solist in der Krönungsmesse von Mozart, auf. Er starb 1998 in Villars-sur-Glâne.

Schallplatten: Electromusic Records (»Liturgie d’été« und »Psalmus Friburgensis« von P. Kaelin), Decca (Krönungsmesse von Mozart), Amadeus (Missa Romana von Pergolesi).

 13.2. Eileen FARRELL: 95. Geburtstag

Eileen_FARRELL

 Ihre Familie war irischer Abkunft, ihre Eltern gehörten einer Vaudeville-Gesellschaft an, die Nordamerika bereiste. Sie war Schülerin von Merle Alcock und Eleanor McLellan und debütierte 1942 in einem Konzert der Columbia-Rundfunkgesellschaft. Im Lauf der folgenden fünf Jahre sang sie in einer eigenen Sendereihe »Eileen Farrell presents« im amerikanischen Rundfunk. Dabei präsentierte sie ein Programm, das vom Unterhaltungslied bis zu Szenen aus Opern reichte. Erst 1947 betrat sie das Konzertpodium und hatte auch hier große Erfolge. 1949 unternahm sie eine Südamerika-Tournee. 1951 sang sie in der New Yorker Carnegie Hall in einer konzertanten Aufführung von Alban Bergs »Wozzeck« die Partie der Marie, 1955 in der Town Hall in New York die Titelrolle in Cherubinis »Medea«. Ihr eigentliches Bühnendebüt fand 1956 in Tampa (Florida) als Santuzza in »Cavalleria rusticana« statt. Noch im gleichen Jahr sang sie an der Oper von San Francisco die Leonore im »Troubadour«. An diesem Haus sang sie in der Folge dann auch 1958 die Medea und 1959 die Titelrolle in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1957 übernahm sie an der Oper von Chicago die Titelrolle in »La Gioconda« von Ponchielli. 1959 gab sie ein Konzert in der Londoner Albert Hall. Seit 1960 Mitglied der Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Titelheldin in »Alceste« von Gluck); sie blieb für fünf Spielzeiten 1960-66 Mitglied der Metropolitan Oper, an der sie in insgesamt 47 Vorstellungen auch als Gioconda, als Leonore in »La forza del destino«, als Maddalena in Giordanos »Andrea Chénier« und als Santuzza auftrat. 1962 sang sie bei der Einweihung der New Yorker Philharmonic Hall in »L’Atlantida« von de Falla die Isabella. Sie gastierte auch an der Oper von Rom. Ihre Bühnenkarriere, vor allem an der Metropolitan Oper New York, entsprach eigentlich nicht der Qualität ihrer Stimme und ihrer dramatischen Darstellungskraft. Während sie im Konzertsaal auch Ausschnitte aus Wagner-Opern vortrug, hat sie auf der Bühne keine Wagner-Partien gesungen. Ihre Konzertkarriere gestaltete sich fast noch erfolgreicher als ihre Auftritte auf der Bühne. Zuletzt trat sie mit volkstümlicher Musik auf. 1971-80 nahm sie eine Professur an der Indiana University wahr. Sie gab ihre Selbstbiographie unter dem Titel »Can’t Help Singing« (Boston, 1999) heraus. Sie starb 2002 in Park Ridge (New Jersey). – Die Künstlerin besaß eine voluminöse, vom Stimmmaterial her fast unerschöpfliche Sopranstimme, deren dramatische Gestaltungskraft immer wieder Bewunderung hervorruft.

Schallplatten der Firmen RCA, CBS (Arien-Recital), IRCC (Recital, Album mit drei Schallplatten), Columbia (»Der Messias« von Händel) und Gala (Titelrolle in »Alceste« von Gluck, Metropolitan Opera New York, 1961, Szenen aus Wagner-Opern). Auf HMV-Westminster sang sie in »Maria Stuarda« von Donizetti als Partnerin von Beverly Sills (1972). Bei Philips als Marie im »Wozzeck«, auf Teatro Dischi als Santuzza in »Cavalleria rusticana« anzutreffen. Auf Reference Records »Songs«, 1988 veröffentlicht, auf Grand Tin Records Titelrolle in »La Gioconda« (Metropolitan Oper 1962), auf Sony »I Gotta Right to Sing the Blues« und Marie im »Wozzeck«, Mitschnitt einer Aufführung der Metropolitan Oper New York von 1951; auch EJS-Ausgaben.

 14.2. Karl PAUL: 100. Geburtstag

 Er erhielt seine Ausbildung am Konservatorium von Leipzig und debütierte ganz jung 1934 am Landestheater von Altenburg in Thüringen, wo er zwei Jahre blieb. Dann sang er in den Jahren 1936-49 am Nationaltheater von Weimar. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er 1949 Mitglied der Staatsoper von Dresden. Hier hatte er in Opern von Wagner, Verdi, Mozart, Richard Strauss und in vielen anderen Aufgaben seine Erfolge. Häufig war er an der Komischen Oper Berlin zu Gast. Seit 1951 gastierte er an der Staatsoper Berlin. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1942 als Silvio im »Bajazzo« und 1951 als Sharpless in »Madame Butterfly«, als Minister im »Fidelio«, nochmals als Silvio und als Wolfram im »Tannhäuser«. Seine Hauptrollen waren der Eugen Onegin von Tschaikowsky, der Amfortas im »Parsifal«, der Renato in Verdis »Maskenball«, der Germont-père in »La Traviata«, der Posa im »Don Carlos« von Verdi, der Don Giovanni, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Titelheld in »Figaros Hochzeit«, der Escamillo in »Carmen«, der Marcello in »La Bohème« und die Titelpartie in »Orpheus und Eurydike« von Gluck. Auch als Konzertsänger hatte er eine erfolgreiche Karriere. Diese musste er aus gesundheitlichen Gründen jedoch 1968 aufgeben. Er starb 1969 in Crimmitschau.

Seine Stimme ist auf Urania zu hören, wo er den Wolfram in einer vollständigen »Tannhäuser«-Aufnahme und in einem vollständigen »Freischütz« singt; auf Nixa als Kothner in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Solo-Aufnahmen auf Eterna; Supraphon (9. Sinfonie von Beethoven).

 14.2. Sophie ARNOULD: 275. Geburtstag

Sophie_ARNOULD

 Eigentlicher Name Magdeleine Arnould. Die Prinzessin von Modena hörte sie als Kind in der Pariser Kirche Val-de-Grâce singen und empfahl sie dem Intendanten der Königlichen Musikeinrichtungen. Sie war in Paris Schülerin von Marie Fel und Hippolyte Clairon. 1757 erfolgte ihr Debüt an der Grand Opéra Paris (in »Les amours des dieux« von Jean-Joseph Mouret), deren Mitglied sie für die folgenden dreißig Jahre blieb, wobei ihre Karriere ganz ungewöhnliche, enorme Erfolge aufzuweisen hatte. Diese errang sie namentlich in Opern von Lully und Rameau, von André Destouches, François Francoeur und Pierre Alexandre Monsigny. Sie sang an diesem Haus im Ablauf ihrer Karriere 30 große Partien. Als ihre größte Kreation galt dabei die Telaira in »Castor et Pollux« von Rameau. Auch in Opern im italienischen Stil (wie »Aline« von Monsigny) hatte sie ihre Erfolge. Am 16.5.1770 sang sie in der Eröffnungsvorstellung des Hoftheaters von Versailles in der Oper »Persée« von Lully. Von großer musikhistorischer Bedeutung ist ihre Zusammenarbeit mit Gluck, der sie als die »Königin des Theaters« rühmte. Er studierte selbst mit ihr die Partie der »Iphigénie en Aulide« ein, die sie am 19.4.1774 in der Uraufführung des Werks an der Pariser Grand Opéra kreierte. Sie sang auch in der französischen Erstaufführung seines »Orphée« am 2.8.1774 die Partie der Eurydice. Für diese überaus erfolgreiche Premiere hatte Gluck die Oper ganz neu bearbeitet und die Rolle des Titelhelden für einen Tenor (statt ursprünglich einen Alt-Kastraten) umgeschrieben und dem Partner von Sophie Arnould, Joseph Legros, übertragen. Die Künstlerin spielte auch im gesellschaftlichen Leben der französischen Metropole eine große Rolle. Ihre geistreiche, temperamentvolle Konversation und ihr Kunstverständnis machten ihren Salon zu einem Mittelpunkt der aristokratischen Gesellschaft von Paris. Mme. de Pompadour äußerte über die Sängerin: »… mit diesen Talenten hätte sie eine Prinzessin sein können«. So besitzt ihre Gestalt über die Bedeutung als Sängerin hinaus auch kulturhistorisch einen besonderen Rang. Ihr Mangel an Selbstkontrolle, sowohl als Sängerin wie auch in ihrem gesamten Lebensstil, führte wohl zu einem frühen Verlust der schönen Stimme. Diese wird als fein gebildet, wenn auch nicht sehr umfangreich geschildert; hinzu trat ein grandioses darstellerisches Talent. 1778 gab sie ihre Karriere auf und erhielt eine staatliche Pension von 2000 Livres jährlich. Im Gefolge der Französischen Revolution verlor sie jedoch ihr großes Vermögen und lebte in großer Armut. Sie starb 1802 in Paris. Sie hatte aus ihrer Verbindung mit dem Grafen de Lauraguais drei illegitime Kinder. Sie hinterließ interessante Memoiren unter dem Titel »Arnouldiana«. Gabriel Pierné schrieb eine einaktige Oper »Sophie Arnould« (1927) über Szenen aus ihrem bewegten Leben.

Lit.: B. Douglas »The Memoires of Sophie Arnould, Actress and Wit« (1898); E. & J. De Goncourt: »Sophie Arnould d’après sa correspondance et ses mémoires inédits« (Paris, 1877); André Billy: »La vie amoureuse de Sophie Arnould« (Paris, 1982).

 15.2. Eva LIEBENBERG: 125. Geburtstag

Eva_Liebenberg_als_Erda_in_Bayreuth

 Eigentlicher Name Gertrud Lina Hedwig Liebenberg. Gesangstudium bei Hugo Rasch in Berlin. Sie debütierte in der Spielzeit 1920-21 am Thalia-Theater Berlin. 1921-23 war sie am Landestheater von Coburg engagiert. Dann nahm sie in Berlin ihren Wohnsitz und wurde jetzt vor allem eine bekannte Konzert- und Oratorienaltistin. Sie hatte als solche in Deutschland wie im Ausland bedeutende Erfolge. Sie trat als Konzertsängerin 1927 und 1931 in Stockholm, 1927 und 1928 in Paris, 1926 in Oslo, 1927-37 in Amsterdam (in Holland sang sie noch 1937 in einem Konzert in der deutschen Botschaft im Haag!), 1928 in München, 1929 in Basel auf. 1929 unternahm sie eine Konzerttournee durch Spanien und Portugal. 1931 gab sie Liederabende in Moskau, 1932 Konzerte in Triest; 1933 sang sie in einem Konzert an der Mailänder Scala die Alt-Rhapsodie von Johannes Brahms; 1934 sang sie in Dresden, 1936 in Königsberg und in Riga, noch 1938 in Berlin. Sie gastierte auf der Bühne vor allem als Erda in den Opern des Nibelungenrings, und zwar 1927-28 bei den Festspielen von Bayreuth, 1930 am Stadttheater von Danzig als Carmen, 1934 an der Staatsoper Dresden, 1936 in Königsberg (Ostpreußen), 1934-38 in Berlin, 1940 nochmals in Köln, doch stand im Mittelpunkt ihrer Karriere ihr Wirken im Konzertsaal. Wegen ihrer jüdischen Herkunft hatte sie nach 1933 in Deutschland große Schwierigkeiten und emigrierte schließlich nach Holland. Dort konnte sie die Zeit der Judenverfolgungen nach der Besetzung von 1940 überstehen und arbeitete seit 1947 als Pädagogin in Hilversum, wo sie 1971 starb.

Schallplattenaufnahmen ihrer üppigen, ausdrucksvollen Altstimme sind auf Ultraphon (Telefunken) vorhanden.

 16.2. Rudolf CONSTANTIN: 80. Geburtstag

 Eigentlicher Name Rudolph Jean Constantinidis. Sein Vater war Grieche, seine Mutter Deutsche. Er wuchs in Paris und Zürich auf und ließ dort seine Stimme durch den Pädagogen Cornelio G. Cairati ausbilden. Seine Karriere wurde mit einem Engagement am Stadttheater von Rheydt in der Spielzeit 1958-59 eingeleitet. Danach sang er 1959-60 am Stadttheater von Aachen, 1960-63 am Stadttheater von Bern, 1963-67 am Opernhaus von Graz und 1967-69 am Opernhaus von Köln. In den Jahren 1969-82 war er Mitglied des Opernhauses von Frankfurt a.M. Seit 1982 ging er, wie auch bereits zuvor, von seinem Wohnsitz in Schlossborn (Taunus) als freischaffender Sänger einer ausgedehnten internationalen Gastspieltätigkeit nach. Er gab Gastspiele an den Staatsopern von Berlin und Dresden, an der Deutschen Oper Berlin, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, in Amsterdam und Brüssel, in Lyon, Nizza, Marseille und Monte Carlo, in Lüttich und an der Wiener Volksoper (die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«), an der Opéra du Rhin Straßburg, an der Grand Opéra wie am Théâtre des Champs Élysées Paris, an der Königlichen Oper Kopenhagen, am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Regio Parma, am Opernhaus von Zürich (als Ruprecht in »L’Ange de feu« von Prokofieff) und am Grand Théâtre Genf (1976 die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, 1977 Escamillo in »Carmen«, 1978 Thoas in »Iphigénie en Tauride« von Gluck), bei den Festspielen von Edinburgh und am Nationaltheater Prag, wo er auch 1993 bei den Tschaikowsky-Tagen auftrat. An der Londoner Covent Garden Oper sang er den Gunther in der »Götterdämmerung«, bei den Salzburger Festspielen 1981 die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«. Sein Bühnenrepertoire hatte einen ungewöhnlich weiten Umfang, wobei Partien aus dem Helden- und Kavalierfach, zumal in Opern von Verdi und R. Wagner, an erster Stelle standen. Im Einzelnen seien genannt: der Don Giovanni, der Graf in »Figaros Hochzeit«, der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Don Pizarro im »Fidelio«, der Riccardo in Bellinis »I Puritani«, der Alfonso in Donizettis »La Favorita«, der Enrico in »Lucia di Lammermoor«, der Amonasro in »Aida«, der Graf Luna im »Troubadour«, der Germont-père in »La Traviata«, der Rigoletto, der Renato in Verdis »Un ballo in maschera«, die Titelfiguren in »Nabucco«, »Simon Boccanegra« und »Macbeth« von Verdi, der Jago im »Otello«, der Carlos in »La forza del destino«, der Ezio in »Attila«, der Posa im »Don Carlos«, der Fliegende Holländer, der Telramund im »Lohengrin«, der Wolfram im »Tannhäuser«, der Wotan in der »Walküre«, der Alberich im Nibelungenring, der Amfortas im »Parsifal«, der Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, der Orest in »Elektra«, der Faninal im »Rosenkavalier«, der Mandryka in »Arabella«, der Golaud in »Pelléas et Mélisande« und der Gregor Mittenhofer in H.W. Henzes »Elegie für junge Liebende«. Als Konzert-, Oratorien- und Liedersänger hatte er ebenfalls eine große internationale Karriere. Er wirkte in Rundfunksendungen in Paris (»La damnation de Faust«, »Fidelio«, »Irische Legende« von Egk, »Oedipe« von Enescu, »Oberto« von Verdi), Frankfurt a.M., Barcelona (»Arabella«), Brüssel (Lyrische Sinfonie von Zemlinsky) und Wien (»Salammbô« von Matthias Hauer, Uraufführung 1983) und in Opernsendungen des deutschen, des belgischen wie des spanischen Fernsehens mit. Er war auch als Gesangspädagoge tätig.

Schallplatten: Orfeo (Matho in »Salambo« von Josef Matthias Hauer), Ricaphone (Requiem von Donizetti), Mister Tape (Opernquerschnitte, Weihnachtslieder); Video-Aufnahme von »Hoffmanns Erzählungen« (Wien 1993).

 16.2. Karsten ANDERSEN: 95. Geburtstag

 Er begann seine Karriere als Violinist. 1945 wurde er zum musikalischen Direktor in Stavanger ernannt, 1965 zum musikalischen Direktor der Bergener Harmonie Gesellschaft; dort leitete er 1964-85 die Konzerte des Philharmonischen Orchesters Bergen. Er war Gründer des Bergener Musikfestivals. 1973 wurde er noch Chefdirigent des Island Symphonieorchesters Reykjavik. Er starb 1997 in Oslo.

 16.2. Max ALTGLASS: 125. Geburtstag

Max Altglass

 Er studierte in Berlin und debütierte 1913 am Stadttheater von Linz/Donau, dem er bis 1913 angehörte. Er sang dann 1913-17 am Stadttheater von Nürnberg, 1917-18 am Stadttheater von Kiel, 1918-21 wieder in Nürnberg, 1921-24 am Deutschen Theater Prag. Während dieser Zeit gastierte er am Opernhaus von Frankfurt a.M. (1913), an den Hoftheatern von Stuttgart (1915) und Braunschweig (1916) und an der Berliner Staatsoper. Dabei trug er Partien wie den Tamino in der »Zauberflöte«, den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, den Lorenzo in »Fra Diavolo« von Auber, den Alfredo in »La Traviata«, den Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg« und den Ridicolo in »Der eiserne Heiland« von Oberleithner vor. 1924 wurde er an die Metropolitan Oper New York engagiert, an der er seitdem bis 1940 Comprimario-Partien sang. Als Debütrolle übernahm er dort den Missail in »Boris Godunow«. Er ist auf der Bühne der Metropolitan Oper insgesamt in 64 Rollen und in 714 Vorstellungen aufgetreten; gelegentlich übernahm er auch größere Partien wie den Beppe im »Bajazzo«, den Leopold in »La Juive« von Halévy, den Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Froh im »Rheingold« und den Lohengrin. Er wirkte dort in mehreren Opern-Uraufführungen (»The King’s Henchman« von D. Taylor am 17.2.1927 und »Merry Mount« von H. Hanson am 10.2.1934) mit sowie in den amerikanischen Erstaufführungen der Opern »Der Schmuck der Madonna« von E. Wolf-Ferrari (1925 als Totonno), »La cena delle beffe« von Giordano (1926 als Lapo), »La vida breve« von de Falla (1926), »Le Rossignol« von Strawinsky (1926), Puccinis »Turandot« (1926 als Altoum), »Violanta« von Korngold (1927 als Matteo), »Sadko« von Rimsky-Korssakow (1930 als Foma), »Der Jahrmarkt von Sorotschinzy« von Mussorgsky (1930), »Boccaccio« von Fr. von Suppé (1931), »Schwanda der Dudelsackpfeifer« von J. Weinberger (1931), »Donna Juanita« von Fr. von Suppé (1932) und »Caponsacchi« von Hageman (1937).  Von seinen kleinen Rollen seien statt vieler anderer der Nathanael in »Hoffmanns Erzählungen«, der Augustin Moser in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der Parpignol in »La Bohème«, der Bote in »Aida«, der Yamadori in »Madame Butterfly«, der Normanno in »Lucia di Lammermoor«, der Benvolio in »Roméo et Juliette« von Gounod, der Isepo in »La Gioconda« von Ponchielli, der Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser« und der Harry in Puccinis »La Fanciulla del West« genannt. Nach Beendigung seiner Bühnenkarriere wirkte er in New York als angesehener Pädagoge. Er starb 1952 in New York.

Obwohl er an der Metropolitan Oper nur in kleinen Comprimario-Partien auftrat, hat er schöne akustische Aufnahmen auf Odeon hinterlassen; dazu sang er kleine Rollen in Privataufnahmen aus der Metropolitan Oper.

 17.2. Gertraud HOPF: 95. Geburtstag

Gertraud_HOPF

 Ausbildung in Wien u.a. bei Frau Firbas und bei der berühmten Anna Bahr-Mildenburg. Bereits in der Spielzeit 1947-48 gastierte sie am Stadttheater von Zürich als Liu in Puccinis »Turandot« und als Saffi im »Zigeunerbaron«. 1948 war sie Preisträgerin beim Concours von Scheveningen. 1949 debütierte sie am Stadttheater von Graz als Aida. Hier blieb sie zunächst bis 1951, sang 1951-54 als ständiger Gast am Landestheater Salzburg und war dann wieder 1957-70 in Graz engagiert. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 1960-64 die Gerhilde, 1965-69 die Waltraute in der »Walküre« sowie 1962 die dritte Norn in der »Götterdämmerung«. An der Wiener Staatsoper gastierte sie 1949 als Saffi und 1953 als Elsa im »Lohengrin«, als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg« und als Leonore im »Troubadour«, an der Mailänder Scala 1963 als Siegrune und 1968 als Waltraute in der »Walküre«. Weitere Gastspiele am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1964, 1966), an der Grand Opéra Paris (1967) und am Opernhaus von Zürich. In Graz war sie 1963 die Renata in »Der feurige Engel« (»L’Ange de feu«) von Prokofieff in der österreichischen Erstaufführung des Werks. Sie sang im Übrigen ein breites Repertoire von lyrischen bis hochdramatischen Partien, wobei der Schwerpunkt wohl im deutschen Fach lag; sie sang die Gräfin in »Figaros Hochzeit« und die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Leonore im »Fidelio« und die Agathe im »Freischütz«, die Senta in »Der fliegende Holländer« und die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Sieglinde wie die Brünnhilde im Nibelungenring, die Isolde in »Tristan und Isolde« und die Kundry im »Parsifal«, die Chrysothemis in »Elektra« und die Marschallin im »Rosenkavalier« von R. Strauss, die Arabella wie die Färberin in »Die Frau ohne Schatten«, die Titelheldin in »Mona Lisa« von M. von Schillings, die Marie im »Wozzeck« von A. Berg und die Ursula in »Mathis der Maler« von Hindemith, die Leonore in »La forza del destino« und die Tosca, die Jenufa von Janácek und die Magda Sorel in Menottis »The Consul«. Dazu ist sie als Konzertsängerin erfolgreich aufgetreten. Sie starb 2008 in Wien.

Schallplatten: Desto, Nixa (Ilia in Gesamtaufnahme von Mozarts »Idomeneo« von 1949).

 17.2. Anna TASSOPOULOS: 100. Geburtstag

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 Gesangstudium am National-Konservatorium von Athen und bei Margarethe Funk in Berlin. 1936 debütierte sie am Deutschen Opernhaus Berlin in der Titelpartie von Puccinis »Madame Butterfly«. Sie blieb bis zum Ende des Spielbetriebs im letzten Kriegsjahr 1944 Mitglied dieses Hauses und war gleichzeitig 1940-43 am Opernhaus von Breslau engagiert. 1945-48 ging sie von Rom aus einer Gastspieltätigkeit an italienischen Bühnen nach. 1949-50 war sie am Münchner Theater am Gärtnerplatz im Engagement, 1950-57 am Opernhaus von Düsseldorf. Hier wirkte sie am 3.2.1951 in der Uraufführung der Oper »Troilus und Cressida« von Winfried Zillig in der Partie der Cressida mit. Bis 1962 gab die Künstlerin, die auch eine bedeutende Konzertkarriere aufzuweisen hatte, noch Gastspiele. Sie war zu Gast an den Staatsopern von Hamburg und Wien (1950 als Gilda im »Rigoletto« und als Micaela in »Carmen«), am Théâtre de la Monnaie Brüssel, an den Nationalopern von Belgrad und Athen und an der Oper von Kairo. Bei den Bayreuther Festspielen von 1953 wirkte sie als Blumenmädchen im »Parsifal« mit. Ihr weitläufiges Bühnenrepertoire umfasste Partien wie die Pamina in der »Zauberflöte«, den Cherubino in »Le nozze di Figaro«, den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, die Violetta in »La Traviata«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Mimi in Puccinis »La Bohème«, die Liu in »Turandot«, die Mélisande in »Pelléas et Mélisande« von Debussy, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Titelfigur in der Märchenoper »Rusalka« von Dvorák, die Undine in Lortzings gleichnamiger Oper, die Margiana im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius und die Anne Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinsky. Sie starb 2007 in Köln. Die Sängerin war verheiratet mit dem Bariton Thanos Burlos (* 1911 Athen).

Schallplatten: Documenta (Mitschnitt einer Bayreuther »Parsifal«-Aufführung von 1953).

 18.2. Marcel LANDOWSKI: 100. Geburtstag

 Sein Vater war der seinerzeit weltbekannte Bildhauer Paul Landowski, seine Mutter eine Nachfahrin des Geigers und Komponisten Henri Vieuxtemps. Marcel Landowski, der sehr früh große musikalische Begabung zeigte, studierte in Paris Klavier bei Marguerite Long, dann Komposition am Conservatoire de Paris. Bei Pierre Monteux, der seine ersten Werke aufführte, nahm er dazu Unterricht im Dirigieren. Ab 1962 bekleidete Landowksi, der seit Ende der 1940er Jahre innerhalb Frankreichs als einer der bedeutendsten lebenden Komponisten galt, immer wichtigere kulturpolitische Posten im musikalischen Bereich, die ihm von André Malraux, dem Kulturminister Charles de Gaulles verschafft wurden. Effektiv hat Landowski fast zwanzig Jahre lang (bis zur Machtübernahme der Linken unter Francois Mitterand, 1981) einen entscheidenden Einfluss auf die Organisation von klassischen Musikfestivals, Verwaltung von Orchestern und, an erster Stelle, musikalische Ausbildung in Frankreich ausgeübt, wobei er sich bei den linksgerichteten und progressiv eingestellten Kollegen allerdings eher unbeliebt machte. Am notorischsten wurde der vielkommentierte Eklat mit Pierre Boulez. Landowski schrieb unter anderem fünf Sinfonien, die politisch und philosophisch von einem rechtskonservativen Standpunkt ausgehenden Opern Le Rire de Nils Halerius, Le Fou, Montségur und 1996 für Galina Wischnewskaja Galina sowie konzertante Werke, u.a. für Ondes Martenot und für Cello, letztere als Zeichen der Freundschaft für Mstislaw Rostropowitsch, den Gatten besagter „Galina“. Landowski praktizierte eine musikalisch gemäßigt moderne, rhythmisch ausgeklügelte Sprache im Stile seiner Vorbilder Arthur Honegger und Darius Milhaud. Landowski starb 1999 in Paris.

 18.2. Marie JAHN: 150. Geburtstag

 Sie wurde am Konservatorium der Stadt Wien ausgebildet und begann ihre Sängerkarriere 1887 an der Hofoper von Dresden als Alice in Meyerbeers »Robert der Teufel«. Dort blieb sie bis 1890, kam dann an das Stadttheater von Magdeburg und war in der Saison 1890-91 an der Metropolitan Oper New York engagiert. Hier sang sie 1890 als Antrittsrolle die Nefta in »Asrael« von Franchetti (zugleich die amerikanische Erstaufführung der Oper), danach die Venus im »Tannhäuser«, die Elsa im »Lohengrin«, die Katharine in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Diana von Solange« von Ernst II. Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Sieglinde in der »Walküre«, die Gutrune in der »Götterdämmerung« und die Micaela in »Carmen«. 1891 wurde sie an das Hoftheater von Hannover verpflichtet, dem sie nun bis zur Aufgabe ihrer Karriere 1905 angehörte. Als letzte Partie sang sie an diesem Haus die Elisabeth im »Tannhäuser«. Sie bewältigte ein sehr umfangreiches Repertoire, dessen Kern Partien aus dem jugendlich-dramatischen Fach bildeten: die Senta in »Der fliegende Holländer«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Eurydike in »Orpheus und Eurydike« von Gluck, die Titelfigur in Webers »Euryanthe« und die Desdemona in Verdis »Otello«. Die auch als Konzertsolistin gerühmte Künstlerin arbeitete nach ihrem Bühnenabschied als Pädagogin in Hannover, wo sie 1934 starb.

 19.2. Jeanne SEGALA: 100. Geburtstag

 Nach ihrem Studium am Conservatoire National Paris wurde sie 1940 an die Pariser Grand Opéra verpflichtet und debütierte dort als Marguerite im »Faust« von Gounod. Sie trat dort viele Jahre hindurch in zahlreichen Rollen auf und nahm zugleich ein Engagement an der Pariser Opéra-Comique wahr (Debüt als Louise in der gleichnamigen Oper von Charpentier). Als Louise verabschiedete sie sich auch 1961 aus ihrer Bühnenlaufbahn. Sie sang als Gast an den großen französischen Opernhäusern, u.a. in Bordeaux, Toulouse, Nizza und Lille; sie gastierte als Opern- wie als Konzertsängerin auch in Belgien, in der Schweiz und in Spanien. 1943 sang sie in der französischen Erstaufführung der Oper »Peer Gynt« von Werner Egk an der Grand Opéra Paris die Rolle der Solveig. Aus ihrem Repertoire seien genannt: die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Aida, die Desdemona in Verdis »Otello«, die Thaïs von Massenet, die Rosenn in »Le Roi d’Ys« von Lalo, die Butterfly, die Tosca, die Mireille in Gounods Oper gleichen Namens und die Abla in »Antar« von Dupont. Sie starb im Jahr 2003.

Schallplattenaufnahmen auf Columbia (Solo-Aufnahmen, Querschnitt durch »Otello« mit Georges Thill als Partner).

 19.2. Helmut FEHN: 100. Geburtstag

Helmut_FEHN

 Er verbrachte seine Jugendzeit in Bad Reichenhall, Rosenheim und München und begann das Studium der Rechtswissenschaft an der Münchner Universität. 1937-40 ließ er dann jedoch seine Stimme durch Paul Bender in München ausbilden. Debüt 1940 am Pfalztheater von Kaiserslautern; 1941 nach Erfurt, 1942 an das Opernhaus von Düsseldorf verpflichtet. Seitdem Mitglied der Oper von Düsseldorf, der späteren Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. 1951 wirkte er hier in der Uraufführung der Oper »Troilus und Cressida« von Winfried Zillig, 1957 in der Uraufführung von »Die Räuber« von Giselher Klebe, 1961 in der von Peter Ronnefelds »Die Ameise« mit, 1969 bei den Festspielen von Schwetzingen in der Uraufführung von G. Klebes »Märchen von der schönen Lilie«. Bei den Bayreuther Festspielen von 1942 sang er den Fasolt im »Rheingold«, 1943-44 den Konrad Nachtigall in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Gastspiele an Operntheatern in Deutschland, Frankreich und Italien sowie 1960 an der Wiener Staatsoper (als Kontschak in »Fürst Igor« von Borodin). In den mehr als dreißig Jahren seiner Zugehörigkeit zum Düsseldorfer Opernhaus war er dort in über hundert Partien aus dem Bass-Baritonrepertoire zu hören und wurde zu dessen Ehrenmitglied ernannt. Noch 1985 trat er in Düsseldorf als Gast auf. Von seinen vielen Bühnenrollen seien mit dem Figaro in »Figaros Hochzeit«, dem Kaspar im »Freischütz«, dem Sarastro in der »Zauberflöte«, dem Pater Guardian in Verdis »La forza del destino«, dem Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut«, dem Gremin im »Eugen Onegin« und dem Boris Godunow wenigstens einige genannt. Er starb 1993 in Düsseldorf.

Schallplatten: HMV-Electrola (Mitschnitt einer »Meistersinger«-Aufführung aus Bayreuth, 1943), Urania (Stefano Colonna in »Rienzi«, Hessischer Rundfunk Frankfurt, 1950). Auf Cetra Opera Live singt er den Ramfis in »Aida« (Aufnahme des Hamburger Rundfunks von 1951), auf Melodram in R. Wagners »Rienzi« und im Stabat mater von Rossini, auf Garnet-Records in Bach-Kantaten und in Messen von F. Schubert.

 20.2. Karl ULRAM: 200. Geburtstag

 Er war der Sohn des mährisch-schlesischen Landesadvokaten Karl von Ulram. Er begann das Studium der Rechtswissenschaften, ließ aber nach dem frühen Tod seines Vaters auf den Rat des Komponisten Wenzel Tomaselli seine Stimme ausbilden. Er war Eleve und Chorist am Theater am Kärntnertor in Wien und gleichzeitig Schüler der bedeutenden Wiener Sänger Weinkopf und Ciccimarra. 1832 debütierte er am Theater von Brünn (Brno) als Sarastro in der »Zauberflöte«. Er war dort 1834-37 engagiert. Als die große Primadonna Wilhelmine Schröder-Devrient dort gastierte, sang er zusammen mit ihr in den Opern »Otello« von Rossini und »Norma« von Bellini. 1837-39 war er am Theater von Lemberg (Lwów) engagiert und gastierte von dort aus in Kiew, Odessa, Warschau und Krakau. 1839-40 wirkte er an der Wiener Hofoper (Theater am Kärntnertor); man hörte ihn dort u.a. als Gessler in Rossinis »Wilhelm Tell«, als Commendatore im »Don Giovanni« und als Justinian in »Belisario« von Donizetti. 1840-44 war er am Theater von Graz, 1844-45 am Opernhaus von Leipzig, 1845-46 wieder in Graz, 1846-49 am Theater von Linz/Donau, 1849-52 wieder am Theater von Brünn, 1852-53 als Regisseur für das Schauspiel in Linz, 1853-55 als Sänger am Stadttheater (Opernhaus) von Hamburg, 1855-57 am Stadttheater von Danzig, 1857-60 ausschließlich als Regisseur am Hoftheater von Wiesbaden, seit 1860 bis zu seinem Tod 1879 in gleicher Stellung am Hoftheater von Kassel engagiert. Er sang er u.a. den Anckarström in »Le Bal masqué« von Auber, den Leporello im »Don Giovanni«, den van Bett in »Zar und Zimmermann«, den Bartolo im »Barbier von Sevilla« und den Gouverneur in »Le Comte Ory« von Rossini. Er gab Gastspiele in Berlin und Wien. Ein ruheloses Wanderleben von einem Theater zum anderen kennzeichnete die Karriere des Künstlers, der sich neben seinem Wirken als Sänger und Schauspieler auch als Regisseur betätigte. Am Hoftheater Schwerin inszenierte er Flotows Oper »Indra«. Als er 1848 in Linz/Donau im Engagement war, veröffentlichte er Pamphlete im Sinne der damaligen revolutionären Bewegung in Österreich. Darauf musste er fluchtartig Österreich verlassen. Er war Mitbegründer der »Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger«.

 21.2. Sigurd LUNDE: 150. Geburtstag

 Sein Vater war Dekorationsmaler, und auch er war anfänglich für diesen Beruf bestimmt. Daher besuchte er die Kunstakademie in Dresden. Hier wurde jedoch seine schöne Stimme entdeckt, und er ließ diese durch die Pädagogen Auguste Goetze und Benno Stolzenberg ausbilden. Er begann seine Bühnenkarriere in der Spielzeit 1887-88 am Stadttheater von Magdeburg und sang dann nacheinander an den Theatern von Teplitz (1888-89), Danzig (1889-95), Halle/Saale (1895-96), Bremen (1896-97) und Basel (1897-98), schließlich in den Jahren 1898-1901 am Opernhaus von Riga. Seit 1901 lebte er in Berlin. Von den vielen Partien, die Bestandteil seines Bühnenrepertoires waren, sind der Lyonel in Flotows »Martha«, der Manrico im »Troubadour«, der Chapelou im »Postillon von Lonjumeau« von Adam und der Don José in »Carmen« zu nennen. Auch als Konzertsolist aufgetreten. – Seit 1893 war er mit der Sopranistin Zerline Drucker (* 1865) verheiratet, die zuerst als Operetten-, dann als Opernsängerin eine bedeutende Karriere hatte.

 23.2. Elisaweta CHAWDAR: 90. Geburtstag

 Sie besuchte bis 1948 das Konservatorium ihrer Heimatstadt Odessa und wurde dann an das Opernhaus von Kiew verpflichtet. Hier hatte sie in den folgenden zwanzig Jahren große Erfolge im lyrischen Koloraturfach: als Violetta in Verdis »La Traviata«, als Antonida in »Iwan Susanin« (»Ein Leben für den Zaren«) von Glinka, als Ludmilla in dessen »Ruslan und Ludmilla«, als Lakmé in der gleichnamigen Oper von Delibes und in vielen anderen Rollen. Sie gewann einen Gesangwettbewerb in Budapest (1949) und einen weiteren Wettbewerb in Berlin (1951). Die Künstlerin unternahm ausgedehnte Konzerttourneen durch die gesamte Sowjetunion, die ihren Namen weithin bekannt machten. 1952 wurde sie zur Volkskünstlerin der UdSSR ernannt; auch Auszeichnung mit dem Leninorden. 1968 erhielt sie einen Lehrauftrag am Konservatorium von Odessa, 1979 wurde sie zur Professorin an diesem Institut ernannt. Sie starb 1989 in Kiew.

Schallplattenaufnahmen der staatlichen sowjetrussischen Plattenindustrie (Melodiya).

 23.2. Richard Bruno HEYDRICH: 150. Geburtstag

 Er war der Sohn eines Klavierbauers. Er sang bereits als Kind in einem Knabenchor in Meissen, studierte am Konservatorium von Dresden Musiklehre, Komposition und Kontrabassspiel und war als Kontrabassist am Hoftheater von Meiningen, dann vier Jahre lang in der Dresdner Hofkapelle angestellt. Nach erneutem Gesangstudium bei Gustav Scharfe in Dresden, der seinen ursprünglichen Bariton zum Tenor umschulte, debütierte er als Lyonel in Flotows »Martha« 1884 am Hoftheater von Sondershausen (Thüringen) und sang noch im gleichen Jahr am Hoftheater von Weimar den Lohengrin und den Faust von Gounod. Bis 1889 blieb er Mitglied des Weimarer Hauses, sang dann 1890 in Magdeburg, 1891 in Stettin, 1892 in Aachen und ging 1893 als Nachfolger von Emil Götze an das Kölner Opernhaus. Bis 1897 trat er dort vor allem im Wagner-Repertoire (Lohengrin, Tannhäuser, Tristan) auf. 1897-1900 gehörte er zum Ensemble des Hoftheaters von Braunschweig und verlegte sich danach auf eine umfangreiche Gastspieltätigkeit. 1894 wirkte er als Gast an der Oper von Frankfurt a.M. in einem Wagner-Zyklus mit; 1895 hörte man ihn an der Oper von Antwerpen als Don José in »Carmen« und als Turiddu in »Cavalleria rusticana« von Mascagni. Am Stadttheater von Mainz sang er am 2.4.1895 in der Uraufführung der Oper »Der arme Heinrich« von Hans Pfitzner die Titelrolle. Bruno Heydrich war auch ein angesehener Komponist und schrieb Lieder, Ouvertüren, Klavierstücke und zwei Opern. Eine davon mit dem Titel »Amen« wurde am 22.9.1895 am Opernhaus von Köln uraufgeführt, wobei er selbst als Dirigent die Vorstellung leitete. Neben seinem Wirken auf der Bühne und im Konzertsaal war er auch pädagogisch tätig und gründete in Halle/Saale eine Gesangschule. Zuletzt Leiter des Konservatoriums von Halle, wo er 1938 starb. Sein Sohn Reinhard Heydrich (1904-42) spielte in der Zeit des Nationalsozialismus als Leiter der Geheimpolizei in Deutschland und in der CSR (Reichsprotektorat Böhmen und Mähren) eine unheilvolle Rolle.

 24.2. Yetti MARTENS: 100. Geburtstag

Yetti_MARTENS_als_Carmen
Als „Carmen“

 Ihre Ausbildung erfolgte am Conservatoire von Brüssel bei Maurice Weynant und Albert Huberty. 1945 debütierte sie am Théâtre de la Monnaie Brüssel in »La Vida breve« von M. de Falla. Nachdem sie 1945-46 als Gast an diesem Haus aufgetreten war, gehörte sie diesem 1946-48 als Ensemble-Mitglied an, ging dann aber an die Königliche Oper von Antwerpen, an der sie bis 1958 blieb. Danach widmete sie sich in erster Linie dem Konzertgesang als Oratorien- und Liedersängerin. Gastspiele hatten sie an belgische Opernhäuser (Lüttich, Gent) wie auch an französische Bühnen (Marseille, Nizza, Dijon) geführt. Zu ihren Bühnenpartien zählten die Carmen, die Charlotte in Massenets »Werther«, die Mignon in der Oper gleichen Namens von A. Thomas, die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, die Divonne in »Sapho« von Massenet, die Geneviève in »Pelléas et Mélisande«, die Venus im »Tannhäuser«, die Ortrud im »Lohengrin«, die Amneris in »Aida«, die Emilia in Verdis »Otello«, die Cornelia in »Giulio Cesare« von Händel, die Kontschakowna in »Fürst Igor« von Borodin und der Female Chorus in Benjamin Brittens »The Rape of Lucretia«, den sie 1947 in der französischsprachigen Erstaufführung dieser Oper in Brüssel vortrug. Sie starb im Jahr 2004.

 24.2. Joseph E. SCHWARZ: 125. Geburtstag

 Sein eigentlicher Name war J. Vlasák. Der in Budweis (České Budějovice) geborene Sänger debütierte ganz jung bei einer Wandertruppe und begann seine eigentliche Karriere 1916 am Theater von Reichenberg in Böhmen (Liberec) als Chorsänger, trat aber bereits bald in kleineren Solorollen auf. 1917-18 war er als Solist am Theater von Troppau (Opava), 1918-20 am Stadttheater von Olmütz (Olomouc) engagiert. 1920-22 sang er am Deutschen Theater Brünn (Brno) und anschließend in den Jahren 1922-25 am Deutschen Theater Prag. Während der Jahre 1925-27 bestand ein Engagement an der Berliner Staatsoper, doch kehrte der Künstler wieder nach Prag zurück, wo er 1927-29 wiederum am Deutschen Theater engagiert war. 1929-30 trat er als Gast am Theater von Teplitz-Schönau auf, 1930-31 war er Mitglied des Theaters von Graz. In den folgenden Jahren war er wieder gastierend tätig, sang aber in den Jahren 1935-38 abermals am Deutschen Theater Prag. Am 15.6.1938 wirkte er an diesem Haus in der Uraufführung der Oper »Karl V.« von E. Krenek als Luther mit. 1939-43 trat er am Stadttheater von Dortmund und danach noch bis 1944 als Gast am Stadttheater von Posen (Poznan) auf. Damit war seine Bühnenkarriere wohl beendet. Er gab Gastspiele an der Staatsoper Wien (1935 als Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut« und als Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1938 als Wotan im »Rheingold«), am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1935), an der Wiener Volksoper (1941 und 1942 u.a. als Hans Sachs) und an italienischen Theatern. Er gastierte auch an der Staatsoper Dresden, an den Opern von Budapest, Belgrad und Zagreb, in London, Rom, Neapel und Stockholm, mehrfach am Nationaltheater Prag. Er trat bereits frühzeitig für das zeitgenössische Musikschaffen ein und nahm u.a. an den IGNM Festivals von Venedig (1924) und Donaueschingen (1926) teil. Zu seinen wichtigsten Partien gehörten der Papageno in der »Zauberflöte«, der Fliegende Holländer, der Telramund im »Lohengrin«, der Johannes im »Evangelimann« von W. Kienzl, der Sebastiano in »Tiefland« von E. d’Albert, der Ochs im »Rosenkavalier«, der Schmied in »Der eiserne Heiland« von Oberleithner, die Titelrolle in »Enoch Arden« von O. Gerster, der Macbeth wie der Falstaff in den gleichnamigen Verdi-Opern, der Jago in dessen »Otello«, der Escamillo in »Carmen« und der Boris Godunow. Auch als Konzert- und Oratoriensänger hatte er eine große Karriere. Er sang 1924 in Prag als Solist in der Uraufführung der Lyrischen Symphonie von A. Zemlinsky. Nach 1945 wirkte er als Pädagoge in Prag und zeitweilig als künstlerischer Berater am Theater von Liberec. Er starb 1956 in Prag. – Er darf nicht mit dem etwa zehn Jahre älteren Bariton Joseph Schwarz (1881-1926) verwechselt werden.

Schallplatten: Elektrische Tri-Ergon-Platten.

 24.2. Auguste GOETZE: 175. Geburtstag

Auguste_Götze

 Sie war die Tochter des Tenors Franz Goetze (1814-88) und der Sängerin und Schauspielerin Karoline Goetze-Müller. Bereits mit acht Jahren sang sie bei der Gelegenheitsaufführung eines kleinen Bühnenstücks in Anwesenheit des großen Komponisten Franz Liszt. Neben ihrem musikalischen Talent zeigte sie auch frühzeitig eine besondere schriftstellerische Begabung. In den Jahren 1853-59 lebte sie zusammen mit ihrem Vater in Leipzig, wo dieser am Konservatorium unterrichtete, und sie gehörte zu seinen Schülerinnen. Da sie ihre Singstimme jedoch übermäßig angestrengt hatte, wurde sie zunächst Schauspielerin und debütierte als solche 1861 am Hoftheater von Weimar. Nachdem sie jedoch seit 1865 wieder in den Besitz ihrer Altstimme gekommen war, trat sie zunächst als Konzert- und vor allem als Liedersängerin auf. Sie bereiste Deutschland, die Schweiz, Holland und England und wurde als Interpretin der Lieder von Robert Schumann, Franz Liszt und Felix Mendelssohn hoch geschätzt. Diese Tätigkeit setzte sie bis 1873 fort; danach wurden ihre Auftritte im Konzertsaal seltener. 1874 wurde sie als Gesanglehrerin an das Konservatorium von Dresden berufen, 1875 richtete sie dort eine eigene, private Gesangschule ein, die sie 1879 nach Leipzig verlegte. Diese Schule, aus der viele bedeutende Sänger und Sängerinnen hervorgingen, leitete sie bis 1895. Sie war neben ihrem Wirken im Konzertbereich und als Pädagogin auch als Schriftstellerin bekannt. Sie gab musikästhetische und musikwissenschaftliche Publikationen heraus (u.a. »Über den Verfall der Gesangkunst«, Leipzig 1894), schrieb aber auch Dramen, Schau- und Lustspiele. Sie publizierte eine Neu-Bearbeitung der Gesangschulen von Winter und Concone. Ihre schriftstellerischen Arbeiten erschienen zum Teil unter dem Pseudonym Marie Weimar. Sie starb 1908 in Leipzig.

 25.2. Jarmila PALIVCOVÁ: 90. Geburtstag

 Biographie der tschechischen Mezzosopranistin auf Tschechisch:

http://encyklopedie.brna.cz/home-mmb/?acc=profil_osobnosti&load=9043

 25.2. Berthe DE VIGIER: 125. Geburtstag

 Die Künstlerin wuchs in der Schweiz heran, studierte am Konservatorium von Stuttgart Klavierspiel, bei Carl Fröhlicher in Solothurn und dann bei Emilie Herzog-Welti und Alfredo Cairati in Zürich Gesang. Sie war auch in Mailand Schülerin von Vittorio Vanza. Sie kam zu einer großen Karriere als Konzertsopranistin, zunächst in den Musikzentren in der Schweiz, dann aber auch auf internationaler Ebene. Ihre Konzerte in Basel, Zürich, Bern, Lausanne, Genf, Luzern, Schaffhausen und Lugano, in Berlin, Paris und Wiesbaden, in Brüssel, Budapest, Frankfurt a.M. und Mulhouse (Mühlhausen/Elsass) brachten ihr große Erfolge. Dabei sang sie vorzugsweise Partien in Oratorien, u.a. in der Matthäuspassion, der Hohen Messe und zahlreichen Kantaten von J.S. Bach, in der 9. Sinfonie und der Missa solemnis von Beethoven, in Oratorien von Händel und Haydn (»Die Schöpfung«, »Die Jahreszeiten«), in Werken von Bruckner, Verdi, Mozart, Berlioz (»L’Enfance du Christ«) und Strawinsky. Sie war eine hervorragende Liedersängerin und hatte Lieder von Komponisten wie Schubert, Adolf Jensen, Hugo Wolf, Walter Braunfels, Claude Debussy, H. Suter, Charles-Marie Widor und Othmar Schoeck in ihrem Repertoire, dazu Arien und andere Vokalwerke aus der Barockzeit wie aus allen Epochen der Musikgeschichte. Besonders eng war sie mit dem Musikschaffen des Schweizer Komponisten Arthur Honegger verbunden. Ein großer Honegger-Abend mit dem Komponisten als Begleiter in Bern 1932 bezeichnet einen der Höhepunkte ihrer Karriere. 1931 sang sie in Solothurn in der Uraufführung von Honeggers Oratorium »Cris du monde«, am 12.5.1938 wirkte sie in Basel in der konzertanten Uraufführung seines Werks »Jeanne d’Arc au bûcher« mit. Die Künstlerin hatte ihren Wohnsitz in Solothurn, wo sie 1987 starb.

 26.2. Marie Wilhelmine ROUSSELOIS: 250. Geburtstag

 Ihre Familie war wohl mit Sicherheit französischer Herkunft, der Familienname erscheint auch als »de« Rousselois. Die Sängerin trat 1784 am Hoftheater von Kassel auf, ging aber 1786 nach Paris, wo sie an der Grand Opéra als Clytemnestre in Glucks »Iphigénie en Aulide« ein sehr erfolgreiches Debüt hatte. Obwohl sie keine attraktive Bühnenerscheinung war, wurde sie auf Grund ihrer technisch vollendet durchgebildeten, klangschönen Stimme und ihres intelligenten Bühnenspiels allgemein bewundert. 1789 wirkte sie an der Opéra in der Uraufführung der Oper »Démophon« von Johann Christoph Vogel mit. Es kam jedoch zur einer Rivalität zwischen ihr und einer weiteren Primadonna der Opéra Mlle. Marie-Thérèse Maillard, worauf sie schließlich Paris (wahrscheinlich 1794) verließ und später in den Jahren 1804-07 sehr erfolgreich am Théâtre de la Monnaie Brüssel auftrat. Sie ging dann an das Theater von Rouen. Dort kam es am 28.1.1810 während einer Vorstellung zu einem verheerenden Theaterbrand. Während mehrere Sänger in den Flammen umkamen, konnte sie in letzter Minute durch ein Fenster der Katastrophe entkommen. Sie trat nun in der französischen Provinz auf, wirkte aber seit 1815 nur noch in Belgien. Sie war in Brüssel sehr beliebt und trat in einem Repertoire auf, das von der Oper bis zum Vaudeville reichte. 1838 stand sie letztmals auf der Bühne, sie ist in Brüssel sogar mit zwei ihrer Enkelkinder aufgetreten. Sie starb 1850 in Brüssel. Zwei ihrer Töchter schlugen wie sie die Sängerlaufbahn ein. Jeanne de Rousselois-Fay (* 1781) war mit dem Tenor und Komponisten Étienne Fay (1770-1845) verheiratet; eine zweite Tochter debütierte 1818 am Théâtre de la Monnaie Brüssel unter dem Namen Mme. Lemesle († Juni 1848 Paris) und hatte in Brüssel wie in Paris eine Karriere von Bedeutung.

 27.2. Alfred MUZZARELLI: 125. Geburtstag

 Er erhielt seine Ausbildung an der Musikakademie in Wien. Er wurde 1919 an die Staatsoper von Wien engagiert und ist dort praktisch bis zu seinem Tod aufgetreten. Während dieser langen Zeit gehörte er zu den meistbeschäftigten Mitgliedern dieses Hauses und bewährte sich in einer unübersehbaren Reihe von kleinen und kleinsten Chargen- und Comprimariorollen, die er zumal darstellerisch vortrefflich gestaltete. Er gastierte mehrfach zusammen mit dem Ensemble der Wiener Staatsoper, darunter 1928 an der Grand Opéra Paris und wirkte seit 1931 fast alljährlich bei den Festspielen von Salzburg mit. Er trat dort als Notar im »Rosenkavalier« (1931-35, 1937-39, 1941, 1946, 1949), als Steuermann in »Tristan und Isolde« (1933-34, 1936), als Hermann Ortel in »Die Meistersinger von Nürnberg« (1936-38), als Nachtwächter im »Corregidor« von Hugo Wolf (1936), in einer kleinen Rolle in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss und in der Sprechrolle des Bassa Selim in der »Entführung aus dem Serail« (1931, 1935) auf. Sein letzter Auftritt an der Wiener Staatsoper fand im März 1958 statt. Zu seinen Bühnenrollen gehörten Partien wie der Dr. Grenvil in »La Traviata«, der Graf Ceprano im »Rigoletto«, der Luther in »Hoffmanns Erzählungen« und der 2. Priester in der »Zauberflöte«. Er starb 1958 in Schruns (Vorarlberg, nach einem Herzanfall).

Nur ganz wenige Aufnahmen haben uns die Stimme des Künstlers erhalten; auf DGG erscheint er in einer Sprechrolle in »Ariadne auf Naxos«, in einer Privataufnahme der Salzburger Festspiele von 1937 singt er unter Toscanini den Hermann Ortel in einer vollstän digen Aufnahme der »Meistersinger von Nürnberg«.

 28.2. Odón ALONSO ORDÁS: 90. Geburtstag

 Er studierte in Madrid, Siena, Salzburg und Wien. Erste Aufgaben als Dirigent lagen 1952-56 in der Leitung des Orchesters und Chores des spanischen Nationalradios. 1960 übernahm er das philharmonische Orchester Madrid, mit dem er zahlreiche anspruchsvolle Werke aufführte; 1968-84 leitete er das Sinfonieorchester des Spanischen Rundfunks („Orquesta Sinfónica de Radio Televisión Española“). 1986-94 dirigierte er das Sinfonieorchester von Puerto Rico. Als Komponist war er für eine Hand voll Filmmusiken verantwortlich. Er starb 2011 in Madrid.

 29.2. David LLOYD: 95. Geburtstag

David_LLOYD

 Gesangstudium am Minneapolis College of Music, dann am Curtis Institute in Philadelphia und im Berkshire Music Centre. Er begann seine Karriere 1947. Er trat 1950-54 an der City Oper New York auf (Debüt als David in »Die Meistersinger von Nürnberg«) und sang dort auch 1955, 1957, 1958, 1965 (Flamand im »Capriccio« von R. Strauss) und 1976 (Ernesto im »Don Pasquale«, Eumete in »Il ritorno d‘ Ulisse in patria« von Monteverdi). 1955 gastierte er bei den Festspielen von Athen als Idamante in »Idomeneo« von Mozart, 1957 beim Glyndebourne Festival als Tamino in der »Zauberflöte« und als Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1960 an der Oper von Washington als Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, 1966 als Filippo in »L‘ Infeldetà delusa« von J. Haydn (wahrscheinlich amerikanische Erstaufführung dieser Oper), 1974 als Eumete in der amerikanischen Erstaufführung von Monteverdis »Il ritorno d‘ Ulisse in patria«. Beim Central City Opera Festival von 1962 sang er den Rodolfo in »La Bohème«, 1964 an der Oper von Boston den Maler in »Lulu« von A. Berg, 1965 den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, den Dimitrij im »Boris Godunow« und die Titelpartie in der Uraufführung der Oper »The Fisherman and his Wife« von G. Schuller. 1972 wirkte er in Seattle in der Uraufführung von Thomas Pasatieris Oper »The Black Widow« mit. Weitere Bühnenpartien: Prinz in »L‘ Amour des trois oranges« von Prokofieff, Filipeto in »I quattro rusteghi« von E. Wolf-Ferrari (den er auch 1951 an der City Opera New York in der amerikanischen Erstaufführung der Oper sang), Gonzalve in »L‘ Heure espagnole« von Ravel, Alfred in der »Fledermaus«, Andres im »Wozzeck« von A. Berg, Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, Male Chorus in »The Rape of Lucretia« von B. Britten. Seine großen Erfolge hatte er jedoch als Konzert- und Oratoriensänger in den USA, in Kanada wie in England. Nach Abschluß seiner Sängerkarriere wurde er künstlerischer Direktor der Hunter College Opera in New York. Er starb 2013 in New York.

Seine Schallplattenaufnahmen erschienen bei RCA und Columbia; er ist nicht zu verwechseln mit dem etwas älteren englischen Tenor David George Lloyd, der als Oratoriensänger bekannt war und in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg auf Columbia-Platten sang.

 29.2. Iwan PETROW: 95. Geburtstag

Iwan_PETROW

 Er war der Sohn eines Eisenbahnbeamten deutscher Abstammung, sein eigentlicher Name war Hans Krause. Seine Familie verzog 1930 nach Moskau. Er kam 1938 auf die Glasunow- Musikschule in Moskau, wo er Schüler von Anatolij Minejew war. 1939 nahm er an einer Gastspieltournee mit einer Wanderoper teil, die der berühmte russisch Tenor Iwan Koslowski zusammengestellt hatte. Im Zweiten Weltkrieg gab er zahlreiche Konzerte vor russischen Soldaten. Sein offizielles Bühnendebüt erfolgte im Mai 1943 am Bolschoi Theater von Moskau als Capulet in »Roméo et Juliette« von Gounod. Nachdem er dort anfänglich kleinere Partien gesungen hatte, begeisterte er das Publikum der russischen Hauptstadt als Titelheld in Glinkas »Iwan Susanin« und als Ruslan in »Ruslan und Ludmilla«, vor allem aber als Boris Godunow. Nach dem Zweiten Weltkrieg gastierte er 1950 an der Königlichen Oper Stockholm. Er unternahm anschließend eine große Konzertreise durch die westeuropäischen Länder, 1960 eine Deutschland-Tournee, bei der er namentlich an der Staatsoper Stuttgart große Erfolge hatte. Er gastierte an der Pariser Grand Opéra 1954 als Boris Godunow und als Mephisto im »Faust« von Gounod, 1961 auch an der Nationaloper Budapest, 1963 beim Maggio Musicale von Florenz (hier als Dosifej in »Chowanschtschina« von Mussorgski). 1960 bewunderte man am Opernhaus von Helsinki seinen Boris Godunow, 1962 trat er nochmals an der Grand Opéra Paris auf. Er besuchte auch die USA und Japan im Rahmen von Konzert-Tourneen. Er wurde mit dem Stalinpreis, dem Leninorden und 1959 mit dem Titel »Volkskünstler der UdSSR« ausgezeichnet. Als seine Hauptrollen galten neben den bereits genannten Partien der Gremin im »Eugen Onegin«, der Kotschubej in »Mazeppa« von Tschaikowsky, der René in »Jolanthe« vom gleichen Meister, der Basilio im »Barbier von Sevilla«, der Nilakantha in »Lakmé« von Delibes, der Eremka in »Die Macht des Bösen« von Serow und der König Philipp im »Don Carlos« von Verdi. Am 23.6.1953 wirkte er am Bolschoi Theater in der Uraufführung der Oper »Die Dekabristen« von Schaporin in der Partie des Bestuschew mit. 1970 beendete er seine Karriere; er lebte in Moskau, wo er 2003 starb. – Seine voluminöse, üppige Bass-Stimme wurde durch die Klarheit der Diktion ebenso ausgezeichnet wie durch die dramatische Kraft und Autorität des Vortrags, hinzu trat ein ausgesprochenes, bezwingendes Darstellungsvermögen.

Lit.: I. Nazarenko: »Iwan Petrow« (Moskau, 1957).

Schallplatten der staatlichen sowjetrussischen Produktion, darunter vollständige Opern (u.a. »Eugen Onegin« und »Mazeppa« von Tschaikowsky, »Aleko« von Rachmaninoff, »Fürst Igor« von Borodin, »Ruslan und Ludmilla« von Glinka, »Sadko« und »Das Märchen vom Zaren Saltan« von Rimsky-Korssakow, »Boris Godunow«, »Aida«, »Roméo et Juliette« von Gounod, Fürst Jurij in »Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch« von Rimsky-Korssakow). Sang auf Philips im Verdi-Requiem, bei VEB Eterna wurde ein Recital veröffentlicht (1963 bei Ricordi in Florenz aufgenommen).

 

 

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