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HOMBRECHTIKON/Operettenbühne: WIENER BLUT (Adolf Müller). So lässt man sich gern unterhalten

14.09.2026 | Operette/Musical/Show

Adolf Müller: Wiener Blut • Operettenbühne Hombrechtikon • Vorstellung: 13.09.2026

(5. Vorstellung • Premiere am 05.09.2026)

So lässt man sich gern unterhalten

Mit einem ausgesprochen spielfreudigen Ensemble bietet die Operettenbühne Hombrechtikon den ausverkauften Reihen perfekte Unterhaltung.

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Foto © Dennis Yulov

Stefan Wieland (Regie und Textfassung) bietet mit seiner Inszenierung, die eng dem Libretto folgt und das Hauptgewicht auf die amüsante Abfolge von Verwechslungen legt, die ideale Unterhaltung für einen entspannten Sonntag-Nachmittag. Schliesslich hat Adolf Müller jun. das Libretto von Victor Léon und Leo Stein – später schrieben die beiden das Libretto zu Franz Lehárs lustiger Witwe – mit den bekanntesten (zugänglichen) Melodien aus dem Nachlass von Johann Strauss unterlegt. Wieland verortet die Geschichte, die gemässen den Vorgaben des Textbuchs zu Zeiten des Wiener Kongresses spielt, in einer imaginierten Vergangenheit (Kostümbild: Sabrina Claudia Moser), wie sie aus den Filmen der Nachkriegszeit bekannt ist. Eine Treppe über die ganze Breite der Bühne und vier Pavillons (Bühnenbild: Dave Leuthold) geben den Solisten reichlich Raum für ihren Rollenporträts.

Und den ihnen gebotenen Raum nutzen die Solisten mit enormer Spielfreude voll aus. Erich Bieri gibt den Fürsten Ypsheim-Gindelbach mit wunderbarem Charakterbariton so, wie man den Repräsentanten eines deutschen Duodezfürstentums in der Weltstadt Wien vorstellt. Und sein Sächsisch klingt für nicht-sächsische Ohren so idiomatisch, dass man glauben könnte, er habe einen Sprachaufenthalt absolviert. Man hört ja immer wieder ungewollt Pausengespräche mit und so fragte man sich diesmal, wo man denn so viele Österreicher für das Ensemble gefunden habe. Was ein guter Sprach-Coach nicht alles bewirken kann.  Christoph Waltle überzeugt als Balduin Graf Zedlau mit dem Schmelz und Glanz in der Stimme, die ein Don Juan seines Schlags haben muss. Tereza Kotlánová zeichnet die Gabriele Gräfin Zedlau mit schlankem, leicht spitzem Sopran, der eher zur verschlossenen «Tochter aus gutem Haus» als zur Gattin passen will, die ihrem Mann zum Happy End doch recht weite erotische Freiheiten zugesteht. Umgekehrt gibt Anna Gitschthaler gibt die Demoiselle Franziska Cagliari mit wunderbar vollem, verführerisch rundem, perfekt fokussiertem Sopran, der wunderbar zur durch die Tänzerin am Kärntnertor-Theater verkörperten «femme fatale» passt, die dann beim Happy End unerwartet den vom Fürsten Ypsheim-Gindelbach gebotenen «sicheren Hafen» wählt. Marcel Zehnder macht Franziskas Vater Kagler mit enormem schauspielerischen Talent zu einem Musterbeispiel des Typs «schrulliger Alter». Anna Gössi überzeugt als Probiermamsell Pepi Pleininger mit quirligem Sopran, Tom Muster begeistert mit einer musikalisch wie szenisch vollendeten Darstellung des gräflichen Kammerdieners Josef. Andreas Schiller komplettiert als Graf Bitowski das rundum überzeugende Ensemble.

Luftig, leicht und beschwingt legen das Orchester der Operettenbühne Hombrechtikon und Chor der

Operettenbühne Hombrechtikon unter Caspar Dechmann (Musikalische Gesamtleitung) einen walzerseligen Klangteppich, wie man ihn sich prägnanter nicht wünschen könnte.

So lässt man sich gern unterhalten!

Weitere Aufführungen:

  1. September 2026, 19.00; 19. September 2026, 19.00; 20. September 2026, 15:00;
  2. September 2026, 19.00; 26. September 2026, 19.00; 27. September 2026, 15.00;
  3. Oktober 2026, 19.00; 3. Oktober 2026, 19.00; 4. Oktober 2026 15.00.

14.09.2026, Jan Krobot/Zürich

 

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