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HEIDELBERG: dancetheatreheidelberg: Avatars and Antiheroes

06.06.2021 | Ballett/Tanz

dancetheatreheidelberg: Avatars and Antiheroes  5.6.2021

Am Theater Heidelberg wurde in seiner Spielstätte Zwinger1 im Rahmen der Tanzbiennale die UA „Avatars and Antiheroes“ von Ivan Perez, dem Leiter der Heidelberger Tanzcompagnie, gegeben. An dem Stück sind drei Tänzer*innen beteiligt, die zu einer zugespielten Musik von Mariska Baars und Rutger Zuyderfelt auf der leeren Bühne (Licht und Kostüm: auch Ivan Perez) sich in etwa 50 Minuten in starken Ausdrucks-tänzen, fast möchte man sagen: Krafttänzen ergehen. Zu Beginn erwacht bei langsam sich erhellendem Licht ein Wesen und kämpft sich in zuckenden Bewegungen, in die alle Körperteile einbezogen sind, quasi ins Leben zurück. und wenn es aufrecht zum Stehen gekommen ist, wird ersichtlich, daß es kein Mann ist, sondern in Bürstenfrisur eine junge Frau, Jacqueline Trapp, die in dieser Gestaltung auch ihr tänzerisches Können aufblitzen lässt. Diese Szene erinnert an den Beginn des „Mahler“ Films von Ken Russell, in dem sich Alma Mahler aus ihrer Bänder-Verpuppung  mühselig herausarbeitet und sich an das liegende Epitaph Gustav Mahlers heranrobbt. Auch sie ist ein ‚Avatar‘ im Vergleich zum ‚Heroen‘  Mahler. Aber das verbleibt vielleicht die einzige Assoziation bei diesem Stück: na gut, die TänzerInnen sollen Avatare und Antiheroen sein.

Am Anfang tanzen auch die beiden hinzukommenden Männer Samuel Gilovitz und Steven Fast eher synchrone ‚Avatartänze‘. Im Verlauf ändern sich aber ihre Bewegungen erst minimal, um dann immer mehr gegensätzliche Gesten hervorzubringen Dazu kommt auch öfter ein böser Gesichtsausdruck sowie stöhnende Schreie. In rauschhaft wilden Sprüngen erinnert Steven Fast in gelber Strumpfhose an den irre tanzenden Mick Jagger. Dagegen verbleibt die elektronische Musik über weite Strecken in sanft träumendem Lulluby-Modus. Die Kontraststrumpfhosen sind zinnoberrot (Gilovitz) und türkis (Trapp), An Armen und im Gesicht sind die TänzerInnen mit Glitzer geschminkt.

Großer Zuspruch beim spärlich zugelassenem Publikum bei dieser ersten öffentlichen Aufführung in Heidelberg.                       

Friedeon Rosén

 

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