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HALBTURN/ Bgld/ Schloss: SEBASTIAN HOLECEK  „Von Italien nach Wien“ (Opern- und Operettenkonzert)

18.09.2026 | Konzert/Liederabende

17.09.2026:  Schloss Halbturn,  „Von Italien nach Wien“ (Opern- und Operettenkonzert Sebastian Holecek)

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Sebastian Holecek. Copyright: proszenium.at

     Sebastian Holecek in dem wunderschönen Festsaal von Schloss Halbturn, der auch von Anton Maulbertsch mit Fresken ausgestattet wurde ,war – obwohl ich von ihm längere Zeit nicht viel gehört habe – ein absolutes Highlight in meiner doch schon über 60 Jahre verlaufenden Leidenschaft für Lied und Opernkonzerte. Für mich war vor allem interessant wie sich seine Stimme in diesen letzten Jahren entwickelt hat, und er hat sich zu einem heldischen Bassbariton entwickelt, was er schon in seinen beide einleitenden „Figaro“ Arien deutlich demonstrierte.  Im „Se vuol ballare“ brachte er stimmlich und körperlich seine Verachtung des Grafen zum Ausdruck, im „Non piu  andraì“ beeindruckte er mit kampfbereiten Offiziersgesten.

     Begleitet wurde er von einem fantastischen Pianisten und Dirigenten aus Hongkong, Jimmy CB Chiang, der neben vielen Tätigkeiten zur Zeit sehr mit den Wiener Sängerknaben zusammenarbeitet, ja musikalischer Leiter ist. Er präsentierte sehr gefühlvoll das Intermezzo aus Cavalleria rusticana. Danach wurde Posas Tod aus dem „Don Carlo“, wunderbar auf Linie gesungen und so intensiv dargeboten, dass ich als Arzt  glaubte, mir Sorgen um den Sänger machen zu müssen!

     Franz Liszt beruhigte mit dem Sonetto 104 Petrarca in Form einer Lesung in italienischer Sprache und Klavier die Situation. Es folgte eine Überleitung zu Don Giovanni in der

Canzonetta „Deh vieni alla finestrá“, in der Holecek wieder seinen Charme zum Ausdruck bringen konnte. Der Pianist beeindruckte mit der berühmten Liszt Paraphrase über das Quartett aus Rigoletto. Danach zeigte sich der von mir bereits erwähnte Stimmgewinn von Holecek zum Heldenbariton in Scarpias „Te Deum“, das zu einem Beifalls Sturm führte: mit Italianitá, großem Applomb, klarer Diktion und blendender Technik.

   Nach der Pause kamen wir nach Wien zurück und hier zeigte er sich als legitimer und hervorragender Nachfolger seines Vaters Heinz, dem er auch empathisch nicht nachstand, stimmlich ist er sogar eine andere Kategorie.  Eyslers „Küssen ist keine Sünd“, Millöckers „ dunkelrote Rosen“  habe ich noch nicht besser gehört!

  Danach steuerte der Pianisten einen wunderschönen Wiener Blut Walzer bei, ehe Holecek erneut auftrumpfte: „Komm Zigan“ aus der Operette Gräfin Mariza kann man nicht eindringlicher singen… Robert Stolz ˋ „Wien wird erst schön bei Nacht“ leitete zur pianistischen Wiedergabe des „Ballsirenen Walzers“ von Franz Lehar über. Mit „Wien Wien nur du allein“ brachte er das volle Haus zum Aufspringen und Fordern einer Zugabe, die er als ´bisˋ mit dem  „Te Deum“ aus Tosca erfüllte.

     Wie gesagt nicht nur für mich ein Highlight eines Opern und Operettenkonzertes!

      Werner Past

 

 

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